Sensorik wird häufig zur Saatüberwachung eingesetzt. Sie überwacht nicht nur den Füllstand der Säbehälter, sondern kontrolliert auch den Saatgutfluss. Um die Saat zu überwachen, werden hauptsächlich optische Sensoren eingesetzt, die bei Einzelkornsämaschinen im Fallkanal die einzelnen Saatkörner detektieren. Einzelne Maschinen können ihre Einstellungen anhand der Sensordaten bereits selbstständig optimieren, um Fehl- oder Doppelstellen zu verhindern.
«Optische Sensoren überwachen die Aussaat.»
Genaue Aussaat dank Satellitennavigation
RTK-genaue Lenksysteme ermöglichen Genauigkeiten von 2 bis 3 cm. Lenksysteme gehören zu den wichtigsten Anwendungen moderner Technik bei der Aussaat. In den letzten Jahren sind zudem die Preise für Lenksysteme deutlich gesunken, und selbst das Nachrüsten älterer Traktoren kann sich lohnen. Einer der Vorteile bei der Saat mit Lenksystemen ist die Möglichkeit, nicht mehr Spur an Spur fahren zu müssen, sondern einige Breiten auszulassen, um möglichst einfach zu wenden. Auch die Überlappung wird durch die Technik reduziert, was Saatgut und Arbeitszeit spart. Für spätere Folgearbeiten, wie Pflanzenschutz oder Düngung, bietet die Saat mit Lenksystemen Vorteile, da die aufgezeichneten Spuren beispielsweise einen späteren Hackdurchgang auf genau denselben Saatspuren ermöglichen.
Einsparpotenzial dank Technologie
Ein genaues Anschlussfahren ist allerdings nicht die einzige Möglichkeit, die Lenksysteme bieten. Die automatische Teilbreitenschaltung, Section Control, erkennt durch die bekannte Position der Sämaschine auf dem Feld, wenn die Maschine bereits gesäte Flächen oder die Feldgrenze erreicht. In diesem Moment werden einzelne Teilbreiten oder sogar jedes Säaggregat individuell abgeschaltet. In noch nicht gesäten Bereichen des Feldes werden sie automatisch wieder zugeschaltet. So werden Überlappungen und Fehlstellen vermieden. Das spart nicht nur teures Saatgut, sondern verhindert auch eine zu hohe Pflanzendichte. Das Einsparpotenzial durch Section Control hängt massgeblich von der Feldgeometrie ab: Je unförmiger die Parzellen sind, desto grösser ist das Einsparpotenzial.
Variable Saatdichte
Durch elektrische Säantriebe kann die Aussaatmenge während der Aussaat variiert werden. Hier spricht man von teilflächenspezifischer Aussaat (Variable Rate Seeding). Ziel der variablen Saat ist die Anpassung der Pflanzenanzahl an das Potenzial des jeweiligen Standorts. So kann in fruchtbaren Zonen die Saatdichte erhöht werden, um das volle Potenzial zu nutzen. In schwächeren Bereichen wird hingegen die Saatdichte reduziert, um Ressourcenkonkurrenz zu vermeiden. Eine teilflächenspezifische Saat kann entweder auf Basis von Saatkarten erfolgen, welche vorgängig geplant wurden, oder auf Basis von Echtzeitdaten von Sensoren, welche sich an der Sämaschine befinden. Als Basis für die Erstellung von Saatkarten können beispielsweise Ertragskarten vergangener Jahre oder Bodenkarten, wie Bodenscans oder georeferenzierte Bodenproben, dienen. Auch Potenzialkarten, die auf langjährigen Satellitenbildern basieren, können eine Datengrundlage sein.
Autonome Systeme
Präzision von der Aussaat bis zur Ernte
Erste Roboter zur Aussaat, wie der FarmDroid, sind serienmässig erhältlich und bereits auf Betrieben im Einsatz. Diese autonomen Systeme nutzen RTK-GNSS für die exakte Positionsbestimmung. Dadurch ist es dem Roboter möglich, die Position jedes einzelnen Saatkorns abzuspeichern. Basierend auf der exakten Position jedes abgelegten Saatkorns kann nach der Saat eine präzise Unkrautbekämpfung rund um die Nutzpflanze erfolgen. Das ermöglicht die Einsparung von Pflanzenschutzmitteln und im biologischen Anbau können die Handarbeitsstunden dank dieser Technologie stark gesenkt werden.







