Landtechnik

Mischungen und Maschinen für bestmögliche Wiesen und Weiden

Die Qualität einer Wiese hängt überwiegend von den Pflanzensorten ab, die darauf zu finden sind, sowie den ergriffenen Pflegemassnahmen. Mit einer entsprechenden Nutzung und Pflege der Wiesen und Weiden können deren Qualität und Erträge gesteigert werden.

Die Sämaschinen von Vredo sind mit in V-Form angeordneten Doppelscheiben ausgestattet.  Das Saatgut wird zwischen den beiden Scheiben abgelegt. 

(J. Petermann, Alphatec)

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UFA Samen

Die landwirtschaftliche Nutzfläche in der Schweiz besteht zuüber 70 Prozent aus Grasland und sichert zu einem grossen Teil dieFuttergrundration für die Tiere. Die Quantität und Qualität desgeernteten Futters sind entscheidend für die Rentabilität vonWiesenflächen, die wie alle übrigen Ackerbaukulturen auch eineentsprechende Pflege erfordern. Die Übersaat ist eine derentscheidenden Massnahmen, um die Qualität von Wiesen zu erhaltenund sie bei Schäden durch Witterung oder Schädlinge, zum BeispielWühlmäuse oder Wildschweine, zu verbessern.

Von allen auf dem Markt angebotenen Maschinen, die sichbesonders gut für Übersaaten eignen, stellt die UFA-Revue dreiSpezialmodelle vor. Nebst der Wahl der richtigen Übersaatmischunghängt der Erfolg der Verbesserungsmassnahme auch von dereingesetzten Technik ab, damit für das ausgesäte Saatgut die bestenKeim- und Entwicklungsbedingungen gewährleistet sind.

Vredo

Für die Übersaatmaschinen der Marke Vredo werden in V-Formangeordnete Doppelscheiben verwendet, zwischen denen die Saatdosiert abgelegt wird. Durch eine Walze wird sichergestellt, dassdas Saatgut Bodenkontakt hat und gleichzeitig vor Frost undVogelfrass geschützt ist. Mit einer Druckfeder und einerVerschleisskufe ist eine gleichmässige Saattiefe gewährleistet.«Vredo hat Sämaschinen mit einer Arbeitsbreite von 2,2 bis fünfMeter im Angebot. Für Modelle bis zu drei Meter, die auch ameinfachsten zu bedienen sind, ist die Nachfrage besonders hoch. DerAbstand zwischen den Scheiben beträgt 75 mm und die Maschinen sindmit einem Saatgutbehälter zur mechanischen Verteilungausgestattet», erklärt Joel Petermann von der Firma Alphatec,Importeur für die Schweiz der Maschinen von Vredo. Der Antrieb überein Rad sorgt für eine zur Fahrgeschwindigkeit proportionaleAusbringmenge des Saatguts (DPA). Zudem kommt häufiger eine glatteWalze zum Einsatz und nicht eine Packer-Walze, die zwar sehreffizient, aber auch schwerer ist.

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Krummenacher präsentierte an der Agrama ein System zur kontrollierten Regulierung der Saatgutmenge dank Unterstützung.

(Krummenacher)
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Die Sämaschinen von Simtech unterscheiden sich hauptsächlich durch die Säscharen in Form eines umgekehrten Ts sowie dem Verteilsystem anhand von Kunststoffscheiben.

(Simtech)

Tipp

Die wichtigsten Schritte bei Übersaaten

Wiesenfläche vorbereiten: einebnen der Maulwurfshügel, Grasfilz beseitigen.

Säen: auf genügend Bodenkontakt des Saatguts achten.

Für die Übersaaten nur die besten Mischungen verwenden: UFA U-Helvetia AR Highspeed, UFA U-Swiss Highspeed, UFA U-440 AR Highspeed, UFA U-Englisch Raigras AR.

Das Wachstum der bestehenden Wiese eindämmen: Stickstoffdüngung beschränken und frühzeitige Erstnutzung.

Den Zeitpunkt für die Massnahme den Witterungsverhältnissen anpassen: Wasser, Temperatur.

Simtech Aitchison

Die mechanischen Sämaschinen von Simtech unterscheiden sich imWesentlichen durch die Säscharen in Form eines umgekehrten Ts sowiedem Verteilsystem. Das T-Sem-Grass-Modell wurde speziell fürÜbersaaten von Wiesenflächen konzipiert.

Eine Antriebswelle mit einem Variator treibt ausKunstschaumstoff hergestellte Scheiben an. Das Saatgut wird von denScheiben ergriffen und bis zu einem Trichter geführt, wo es durcheinen flexiblen Schlauch zum Säschar fliesst. Dieser Mechanismusermöglicht eine genaue Regulierung der Saatgutmenge. «Die Säscharin Form eines umgekehrten Ts erzeugt durch Vibrationen in derFurche feinkrümelige Erde, die auf das Saatgut rutscht und esbedeckt. Es bildet sich eine Mulde, die ein für dasPflanzenwachstum ideales Klima aufweist und eine grössere Saattiefeermöglicht, da die Erde nicht mit einer Walze verdichtet wird. DerFurchenboden wird dank des Federzinkens etwas zusammengedrückt, wasdas Aufsteigen des Wassers fördert, das Saatgut feucht hält und sodie Wurzelbildung verbessert», erklärt Cédric Morier, Importeur vonSimtech-Sämaschinen.

Krummenacher

Die Firma Krummenacher im aargauischen Dietwil hat sich auf dieKonstruktion von Anbausämaschinen für alle Marken spezialisiert. Ander letztjährigen Agrama präsentierte Krummenacher ein System zurkontrollierten Regulierung der Saatgutmenge durch eine Kamera. DieAusstattung besteht aus einer an der Traktorfront angebrachtenKamera, welche die Schäden in der Grünfläche identifiziert. DieBordelektronik wertet die Bilder in Echtzeit aus und steuert dieMagnetventile auf den Säeinheiten. Auf den durch die Bilderfassungdefinierten Flächen verteilt die Sämaschine im richtigen Moment undgezielt eine grössere Saatgutmenge. Die Kamera hat eineArbeitsbreite von drei Meter – gleich wie die Sämaschine, die beidieser Breite mit acht Streudüsen ausgestattet ist. Gemäss Angabendes Herstellers können mit diesem intelligenten System bis zu 70Prozent an Saatgut eingespart werden.

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Eine angepasste Übersaatmischung verbessert die Grünfläche, da Arten mit gutem Futterwert integriert werden.

Wildschweinschäden

Bei Wildschweinschäden stossen die herkömmlichenÜbersaatmaschinen punkto Wirksamkeit an ihre Grenzen. Es gibt aberdiverse Modelle wie der Wiesenhobel (Clemens Technologies), derPlanierprofi (Craco GmbH) und der Büffel (Reinert), die fürschwerere Arbeiten konzipiert sind. Mit einem Rotor- undFörderschneckenmechanismus, gefolgt von einer Walze, wird dieFläche eingeebnet. Die beiden erstgenannten Modelle sind mit einerpneumatischen Sämaschine ausgestattet. Diese Geräte können auch inden Kommunen zum Unterhalt von Grünflächen, Sportanlagen oder zumMulchen eingesetzt werden. 

Beobachten von Grünflächen zur Qualitätserhaltung

Für die Qualitätserhaltung von Heu- oder Weidewiesen sind regelmässige Pflegemassnahmen erforderlich. Die Qualität wird anhand der Pflanzenzusammensetzung und der Bodenbedeckung beurteilt. Der Pflanzenbestand sollte zu 60 – 80 Prozent aus Gräsern wie dem englischen Raygras, Rohrschwingel, Wiesenrispe, Ackerfuchsschwanz und Knäuelgras bestehen sowie zwischen 20 und 40 Prozent aus Weiss- und Rotklee. Die übrigen Pflanzen (Löwenzahn, Spitzwegerich) sollten weniger als fünf Prozent des Bestandes ausmachen.

Jede Massnahme wirkt

Bei der Kontrolle von Grünflächen gilt es vorerst festzustellen, aus welchen Pflanzen sich der Bestand zusammensetzt. Ist der Anteil an guten Pflanzensorten hoch, kann eine zweckmässige Nutzung erfolgen. Sobald Pflanzen wie das gemeine Rispengras Überhand nehmen, ist eine sinnvolle Nutzung kaum mehr möglich. Die Bewuchsdichte der Wiesenfläche hängt im Wesentlichen von der Nutzung (und der Sämethode) ab. Ein sehr dichter Bewuchs oder gar Grasfilz in einer Weide ist in der Regel das Ergebnis einer intensiven Nutzung, während eine Fläche mit Horsten vermutlich nur gemäht wurde. Die vorhandenen Unkräuter können ebenfalls etwas über die Art der Düngung und ihre Tauglichkeit aussagen.

Doldengewächse und Blacken sind oft ein Hinweis darauf, dass in Bezug auf die Nutzung zu intensiv gedüngt wurde. Im Wissen, dass jede an der Weide durchgeführte Massnahme eine Wirkung haben kann, sollte jeder Schritt bei der Nutzung und Pflege jeweils sorgfältig geprüft werden.

Analyse für eine gute Übersaat

Die Qualitätserhaltung einer Grünfläche erfordert ein gutes Verständnis der verschiedenen Handlungsansätze. Manchmal führen die gewonnenen Erkenntnisse dazu, Änderungen vorzunehmen. Es folgen Massnahmen wie die Übersaat, um die botanische Zusammensetzung zu verbessern und die durch Tiere oder Maschinen beschädigten Wiesenbereiche dichter oder neu zu bepflanzen. Nebst Massnahmen und dem Bearbeiten hat auch die Witterung einen erheblichen Einfluss auf die Grünflächen. Nach der Saison 2018, als die Niederschläge Ende Herbst sehr spät einsetzten, litten viele Weiden unter der Trockenheit. Was ist zu erwarten, wenn sich die Wiese erholt? Dies hängt ausschliesslich von ihrem ursprünglichen Zustand ab. Wenn sie die richtige Pflanzenzusammensetzung mit trockenheitsresistenten Sorten wie dem Rohrschwingel aufwies, bestehen für eine Regeneration der Wiese gute Chancen. Befand sich die Grünfläche jedoch bereits in einem schlechten Zustand, darf nicht damit gerechnet werden, dass sie ohne entsprechende Massnahmen in der nächsten Saison genügend Ertrag abwirft. Falls die Übersaaten nicht bereits im letzten Herbst durchgeführt wurden, können diese im Laufe der ersten schönen Frühlingstage nachgeholt werden, was ebenfalls noch bessere Erträge und eine höhere Futterqualität ermöglicht. Die neue Broschüre sowie alle wichtigen Tipps zu Übersaaten sind bei den Fachspezialisten von UFA-Samen und in den LANDI erhältlich.

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