Management

Eine saubere Datenerfassung zahlt sich aus

Ein Farm Management Informations-System (FMIS) wie beispielsweise Barto ist weit mehr als nur ein elektronischer Feldkalender. Damit der Einstieg gelingt und man später den vollen Nutzen vom digitalen System hat, ist es wichtig, sich bereits beim Erfassen der Grunddaten genügend Zeit zu nehmen und systematisch vorzugehen.

365 CropApp

Damit das Smartphone auf dem Feld eingesetzt werden kann, ist eine Synchronisation mit dem PC erforderlich. Dazu muss zuerst die «365 CropApp» heruntergeladen werden. 

(Bild: Barto)

Publiziert am

Strickhof, Fachbereich Digitalisierung & Landtechnik

Die Grundfrage beim Einstieg in digitale Farm Management Informations-Systeme (FMIS) ist immer, was damit gemacht werden soll. Sollen nur die Aufzeichnungen digital geführt werden, ist geplant die Aufzeichnungen auch mobil mit dem Smartphone machen zu können? Wer dokumentiert die Daten? Muss gleich eine automatische Lagerbilanz geführt werden? Möchte man betriebswirtschaftliche Auswertungen machen? Soll das System auch für die Spurplanung für das Lenksystem des Traktors verwendet werden oder erstellt man mit dem FMIS Applikationskarten für die teilflächenspezifische Bewirtschaftung? Dies sind zentrale Fragen, die vorgängig beantwortet werden sollten, da dies wesentliche Auswirkungen auf den benötigten Umfang des FMIS und die einzugebenden Grunddaten hat. Durch den modularen Aufbau lässt sich der Umfang des FMIS mittels Buchen von zusätzlichen kostenpflichtigen Bausteinen auf die individuellen Bedürfnisse erweitern.

Modularer Aufbau von «Barto powered by 365 FarmNet»

Gewünschter Umfang

Benötigte Bausteine und zu hinterlegende Grunddaten für den Einstieg

Allgemeine Aufzeichnungen

Hinterlegen der Grunddaten wie Parzellengrenzen, auf dem Betrieb arbeitende Personen, Maschinen und Hilfsstoffe wie Dünger, Pflanzenschutzmittel und Saatgut.

Mobile Aufzeichnungen

Buchen des Bausteins «Zugangsberechtigung*». Herunterladen der «365 CropApp» aufs Smartphone und Synchronisation mit dem Betrieb.

Teilautomatisierte Lagerbilanz

Buchen des Bausteins «Lager Basis*». Bei den Arbeitsvorgängen verbuchte Hilfsstoffe werden automatisch beim Lagerbestand abgebucht.

Maschinenaufträge für Isobus-Terminals erstellen und einlesen

Buchen des Bausteins «Maschinenkommunikation – ISO-XML*». Damit lassen sich Aufträge für den Traktor mit einem Isobus-Terminal erstellen und abgearbeitete Aufgaben in Barto einlesen.

Automatische Erfassung von Maschinenzeiten

Buchen des Bausteins «ActiveDoc*». Herunterladen der «Active App» und beschaffen der Active Boxen. Active Boxen an die Maschinen montieren und mit der Active App synchronisieren.

Spurplanung für das Lenksystem

Buchen des Moduls «Lac Fahrspurplanung*». Die exakten Feldgrenzen der bewirtschafteten Fläche müssen hinterlegt werden. Wichtig ist, dass hier Grünstreifen entlang von Bächen oder Strassen nicht zur bewirtschafteten Fläche gezählt werden.

Verfolgen der Vegetationsentwicklung und Erstellen von Applikationskarten

Baustein «CropView*». Damit lässt sich der Vegetationsindex der Bestände darstellen und daraus abgeleitet Applikationskarten für die teilflächenspezifische Düngung erstellen.

Betriebswirtschaftliche Auswertungen

Kostenansätze für Hilfsstoffe, Personen und Maschinen hinterlegen. Für die Maschinenkosten kann auf den Maschinenkostenbericht von Agroscope zurückgegriffen werden. Website

* = kostenpflichtige Bausteine

Grunddaten gewissenhaft erfassen

Die Eingabe der Grunddaten ins FMIS bildet die Basis für den späteren Einsatz. Umso wichtiger ist es, sich hier genügend Zeit zu nehmen und die Eingaben gewissenhaft und vollständig zu machen. Sind die Grunddaten unvollständig, müssen diese beim späteren Buchen von Arbeitsvorgängen ergänzt werden. Dadurch entsteht aber ein unnötiger Mehraufwand. Beim Dokumentieren einer Düngergabe heisst dies beispielsweise, dass unter Maschinen der Düngerstreuer und unter Hilfsstoffen der Dünger angelegt sein müssen.

Nicht verzweifeln, wenn es am Anfang etwas länger dauert.

Feldgrenzen importieren oder zeichnen

Beim Anlegen der Maschinen kann fast beliebig ins Detail gegangen werden. Sogar das Hinzufügen eines Bildes der Maschine ist möglich. Beim Erfassen von Maschinen ist es hilfreich, wenn jeweils zum Hersteller und zum Typ die Maschinen bezeichnung vorangestellt wird, also: «Traktor, Hersteller und Typ». Mit diesem Trick fällt die Auswahl der Maschinen bei der Dokumentation einfacher. Für die Eingabe der einzelnen Feldgrenzen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Landwirte der Westschweizer Kantone haben die Möglichkeit, die Feldgrenzen im sogenannten Shapeformat zu importieren. Dies ist ein Format für den Austausch von geografischen Daten aus der Datenerhebung Acorda. Das Gleiche gilt für die Kantone des Lawis Systems (BL, BS, LU, ZG, SH, TG, VS). Landwirte aus den Agricola-Kantonen (AG, ZH, SG, AR, AI, SZ, GL, GR, OW, NW, UR, TI) können die Shapedatei mit ihren Feldgrenzen nicht direkt im Agricola System herunterladen. Sie können diese aber bei Barto bestellen. Im Datenformat ISO-XML können auch Feldgrenzen aus Spurführungssystemen von Traktoren importiert werden, wenn damit vorgängig die Feldgrenzen aufgezeichnet wurden. Alternativ besteht die Möglichkeit, die Feldgrenze auf einer grafischen Karte am PC von Hand einzuzeichnen. Sollten die Feldgrenzen als Basis für die Spurplanung eines Lenksystems genutzt werden, darf diese nur die zu bearbeitende Fläche umfassen. Beispielsweise werden Grünstreifen entlang von Wegen und Gewässern nicht zur bearbeiteten Fläche gezählt. Damit wird sichergestellt, dass bei Pflanzenschutz- oder Düngungsmassnahmen mit automatisch schaltenden Teilbreiten diese Bereiche ausgespart bleiben.

Felder, auf denen die gleiche Kultur steht und die auch gleich bewirtschaftet werden, lassen sich zu sogenannten Schlaggruppen zusammenfassen. Dadurch muss bei der späteren Dokumentation nur noch die Schlaggruppe angewählt werden, und der Arbeitsvorgang wird automatisch den in der Schlaggruppe hinterlegten Feldern zugewiesen.

Einführungskurs «Den eigenen Betrieb auf Barto einrichten»

In Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentren
werden durch Barto, verteilt über die Schweiz, Kurse zum Einstieg in Barto angeboten.

Kursort

Datum

Anmeldung

Strickhof
www.strickhof.ch

12.11.2020 vormittags
und nachmittags

online www.strickhof.ch ➞ Bildung und
Kurse

BWZ Uri,
www.bwzuri.ch 

22.1.2021

Bauernschule Seedorf 041 875 24 91
oder bauernschule@ur.ch 

Arenenberg,
www.arenenberg.tg.ch 

27.11.2020,
13.15 Uhr

Anmeldungen direkt bei Barto:
Support 0848 933 933 | info@barto.ch 

BBZ Natur und Ernährung,
Hohenrain,
www.bbzn.lu.ch 

21.1.2021 und
26.1.2021,
je 13.00 – 16.00 Uhr

Kurssekretariat: 041 228 30 70 oder
online auf www.bbzn.lu.ch ➞ Fachbereich
Landwirtschaft ➞ Kursangebot

Plantahof
www.plantahof.ch 

2.2.2021, 13 Uhr

Kurssekretariat: 081 257 60 63 oder
kurse@plantahof.gr.ch 

Ebenrain
www.ebenrain.ch 

13.1.2021,
13.30 – 16.00 Uhr

Anmeldung: 061 552 21 21 oder
ebenrain@bl.ch 

Die Kurse sind in den kantonalen Kursprogrammen zu finden, sobald diese publiziert werden.

Arbeitsvorgänge

Für die Dokumentation von Arbeitsvorgängen empfiehlt es sich, zusätzlich zu den standardmässig vorhandenen Arbeitsvorgängen, eigene Tätigkeiten zu definieren. So kann basierend auf der Tätigkeit «Bodenbearbeitung» ein Arbeitsvorgang «Pflügen» definiert werden. In diesem Arbeitsvorgang lassen sich als Maschinen der Pflug und der entsprechende Traktor abspeichern. So muss später bei der Dokumentation nur noch «Pflügen» als Tätigkeit gewählt und das gepflügte Feld sowie die Person zugewiesen werden. Weitere mögliche Arbeitsvorgänge mit der Basis «Bodenbearbeitung» wären beispielsweise «Grubbern» und «Eggen». Eine klare Bezeichnung der Tätigkeit hilft zudem, die Arbeitsvorgänge klar nachzuvollziehen. Die Dokumentation geht auf diese Weise einfacher. 

Der A&V-Betrieb des Strickhofs Lindau in «Barto powered by 365 FarmNet» abgebildet

Der A&V-Betrieb des Strickhofs Lindau in «Barto powered by 365 FarmNet» abgebildet. Der Datenimport für das Festlegen der Feldgrenzen ist schweizweit noch nicht einheitlich. In einigen Kantonen müssen die Daten separat bestellt werden. 

(Grafik: Strickhof Lindau)

Die vier wichtigsten Dinge

  • Vor dem Einstieg in ein Farm Management Informations-System klären, welcher Umfang benötigt wird.
  • Den Initialaufwand für die Eingabe der Grunddaten nicht unterschätzen. Daher in einer ruhigen Zeit die Daten eingeben.
  • Die Grunddaten vollständig eingeben: Anlegen sämtlicher Parzellen, alle Hilfsstoffe auflisten, Saatgut angeben, Düngemittel- und Pflanzenschutzmittel erfassen und Personen die auf dem Betrieb arbeiten hinzufügen.
  • Nicht verzweifeln, wenn es am Anfang etwas länger dauert. Der Nutzen stellt sich später ein, wenn das Dokumentieren und Auswerten vereinfacht wird.
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