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Wie die Kuh Rolina ein Instagram-Star wurde

Marina Boller hat ihr Smartphone stets griffbereit – um ihre Kühe zu fotografieren. Die Bilder veröffentlicht sie auf der Internet-Plattform Instagram und begeistert damit tausende Fans auf der ganzen Welt. Die Bäuerin will so Kühen zu mehr Wertschätzung verhelfen.

Setzt ihre Kühe gekonnt in Szene: Bäuerin Marina Boller.

Bild: LID

Setzt ihre Kühe gekonnt in Szene: Bäuerin Marina Boller. Bild: LID

(LID)

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Das Video zeigt eine Kuh, die sich ausgiebig von einer Bürstemassieren lässt – zunächst am Kopf, dann am Hals und schliesslicham Rücken. Das Tier findet offensichtlich Gefallen daran. AmSchluss hüpft es mit mehreren Sprüngen freudig davon.

7500 Personen haben das halbminütige Video auf derInternet-Plattform Instagram geliket, über 260 000 Mal wurde esweltweit aufgerufen, 500 Leute haben es kommentiert. So schreibtzum Beispiel die Instagram-Nutzerin Brittneybegood zum Video:«Amazing! It’s really nice to see happy cows», was so viel heisstwie «Fantastisch, es ist toll, glückliche Kühe zu sehen».

Die kurze Filmsequenz mit Fleckvieh-Kuh Rolina, über welche gardie britische Bauernzeitung «Farmers Guardian» berichtete, hat dieSchweizerin Marina Boller auf einen Schlag bekannt gemacht – undihr viele Fans rund um den ganzen Globus gebracht. Über 5000Personen folgen mittlerweile der Aargauer Bäuerin auf Instagram.Zum Vergleich: Bio Suis se bringt es auf rund 1800 Follower, IPSuisse auf 450.

Marina Bollers Instagram-Tipps

  • Veröffentlichen Sie regelmässig Beiträge, auch wenn nur alle zwei Wochen. 
  • Machen Sie gute Bilder. Auf Instagram zählt die Ästhetik. 
  • Verfassen Sie interessante Bildbeschreibungen. 
  • Fördern Sie den Dialog mit Followern mit Kommentaren, Fragen, etc.

Fügen Sie regelmässig Storys hinzu. Während die Produktion von einem Postbeitrag mehr Zeit benötigt, dürfen Stories durchaus spontan entstehen. www.instagram.com

Das Leben auf dem Hof zeigen

Marina Boller ist seit August 2016 auf Instagram aktiv. Sieveröffentlicht dort unter «hofhabsburg» vor allem eines: Fotos vonihren Kühen – aufgenommen von unten, von oben, schräg von derSeite, auf der Weide, im Laufstall, im Melkstand. Mal sind esNahaufnahmen eines Kuhrückens oder eines Kuhmauls, mal einneugeborenes Kalb, mal eine Kuh, die mit ihrer Zunge dieNasenlöcher poliert.

Bäuerin Boller spielt mit dem Licht, mit der Perspektive, mitder Schärfe. Das Resultat sind verspielte, stimmungsvolle undungekünstelte Bilder. Diese zeigen Kühe als neugierige undempfindliche Wesen und nicht einfach nur als Nutztiere.

Marina Boller will mit ihren Bildern Einblick in das Leben aufihrem Bauernhof geben. Vor allem aber möchte sie zeigen, was fürliebevolle Tiere Kühe sind. «Die Wertschätzung gegenüber Nutztierensollte viel höher sein», betont die Bäuerin. Kühe würden eineriesige Leistung erbringen. Marina Boller, die zuerst eine KV-Lehreabsolvierte und erst als 30-Jährige zur Landwirtschaft kam, sagt:«Ich habe mich so in diese Wesen verliebt.»

Erfolg mit sozialen Medien

Der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) zeigt 2019 mit der Serie «Erfolg mit sozialen Medien» Monat für Monat, wie Bäuerinnen und Bauern die sozialen Medien für die Öffentlichkeits arbeit und Direktvermarktung erfolgreich einsetzen können.

Hilfreiche Tipps für den Umgang mit sozialen Medien finden sich zudem im Praxishandbuch «Kommunikation für den Hof» auf www.lid.ch.

Sich Zeit für ein Bild nehmen

Bäuerin Boller veröffentlicht pro Woche durchschnittlich ein biszwei Bilder auf Instagram. Der Aufwand dürfe nicht unterschätztwerden, warnt sie. «Einfach nur auf der Weide rumzuspazieren und zufotografieren, reicht nicht», stellt die 33-Jährige klar. Man müssesich Zeit nehmen zu beobachten, mal vor eine Kuh oder in die Herdestehen – und schauen, was passiert.

Marina Boller knipst zwar oft einfach mal drauflos. Sieveröffentlicht aber nur Bilder, die etwas hermachen. Die Bäuerin,die von Kindsbeinen an fotografiert, ist in dieser Hinsichtehrgeizig. «Ich habe einen Standard und den will ich auch halten.»Die Bilder knipst Marina Boller ausschliesslich mit ihremSmartphone, dieses hat sie stets griffbereit in der Hosentasche.Nach dem Fotografieren bearbeitet die Bäuerin die Bilder undverfasst einen kurzen Text dazu – auf Englisch, weil viele ihrerFans aus dem Ausland sind. Im Schnitt sind es rund zwei Stunden,die Marina Boller für einen Insta-gram-Beitrag aufwendet.

Marina Bollers Bilder finden bei ihren Fans grossen Anklang.Diese liken die Kuh-Fotos vom Hof Habsburg rege und schreiben fleissig Kommentare. Nicht immer sind diese positiv. Auf negativeReaktionen hat Marina Boller früher noch geantwortet, mittlerweilelöscht sie diese umgehend und blockiert die entsprechendenPersonen. «Es ist mein Profil und ich bestimme, was hiergeschrieben wird», betont die Bäuerin.

Gefragt, ob ihr nicht langsam die Motive auszugehen drohen,antwortet Kuh-Fotografin Boller lächelnd: «Es gibt so vieleMöglichkeiten, Kühe in Szene zu setzen.» 

Das Instagram-Profil von Marina Boller ist unter www.instagram.com/hofhabsburg abrufbar.

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