7. Nationale Ackerbautagung zum Umgang der Wertschöpfungskette mit den Launen des Klimas

Ende Januar versammelten sich rund 80 Akteure aus dem Bereich Ackerbau am landwirtschaftlichen Institut des Kantons Freiburg in Grangeneuve anlässlich der Nationalen Ackerbautagung. Im Fokus standen Anpassungsmassnahmen an den Klimawandel entlang der Wertschöpfungskette und das Verknüpfen der Visionen aus der Forschung, Beratung und Praxis. 

Die rund 80 Teilnehmenden der 7. Nationalen Ackerbautagung tauschen sich aus wie sie sich für die Herausforderungen des Klimawandels wappnen.

(Facebook Agridea)

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Den Einstieg der gut besuchten Ackerbautagung machte der Klimaforscher Pierluigi Calanca von Agroscope. Er zeigte anhand der bekannten Klimamodelle auf, wie sich die Bedingungen für die Landwirtschaft in den nächsten Jahren verändern könnten. Es bestehen aber Unsicherheiten, wie sich diese Änderungen in der Praxis auswirken werden. Steigende Temperaturen können im Ackerbau zu längerer Vegetationsdauer und somit zu höheren Erträgen führen. Auf der anderen Seite können Dürre und mehr Hitzetage Stress für die Pflanzen bedeuten und bei Kartoffeln die Vegetationsdauer verkürzen. Auch werden mit den höheren Temperaturen neue Schädlinge und Krankheiten erwartet. Gegenwärtige Schaderreger könnten hingegen in Zukunft an Bedeutung verlieren.

Lösungsansätze zur Häufung von Temperaturextremen
Für all diese Herausforderungen bietet das noch nicht ausgeschöpfte Potenzial sowohl in der Sortenzucht als auch im Anbau von Alternativ- und Nischenkulturen vielversprechende Chancen. Die Umstellung auf konservierende Anbauformen wurde ebenfalls als vielversprechendes Puzzleteil im Kampf gegen das gestiegene Ertragsausfallrisiko thematisiert. Mit Gastreferierenden aus der Getreideannahme und der Verarbeitung konnte auch die nachgelagerte Industrie ihre Bedürfnisse ausrücken. Christoph Stalder, Leiter Entwicklung bei JOWA AG meinte, dass für die Migros-Bäckerei mittelfristig die pestizidfreie Getreideproduktion der richtige Weg ist, um das Naturprodukt Brot für den Konsumenten glaubwürdig zu positionieren. Swissgranum-Direktor Stephan Scheuner griff dieses Thema im Hinblick auf die Flut an Agrarinitiativen auf. Er erinnert an die Verantwortung der Gesellschaft, die das Abstimmungsverhalten an der Urne auch im Konsumverhalten an der Ladentheke wahrmachen sollte. So sei der Markt an gewissen Bioprodukten teilweise gesättigt, trotz der Forderungen nach mehr Ökologie.

Infomarkt zum Thema Bewässerung und Bodenschutz
Parallel zur Tagung der kantonalen Pflanzenschutzdienste fand am zweiten Tag der Wissensaustausch in Form eines Infomarkts statt, bei welchem die Referierenden anhand von Postern und Anschauungsmaterialien ihre Projekte vorstellten. Im Fokus standen die Voraussetzungen für eine effiziente Bewässerung, welche auch während Dürreperioden genügend Wasser liefern kann, und die zentrale Rolle eines belebten Bodens für die Förderung der Widerstandsfähigkeit (Resilienz) gegen die sich häufenden Wetterextremen. Zusätzlich zur wichtigen Funktion von Humus zur Wasser- und Nährstoffspeicherung wird dessen Aufbau in Zukunft vielleicht sogar finanziell interessant, da mehrere vorgestellte Projekte die Kohlenstoffspeicherung im Boden künftig mit CO2-Zertifikaten abzugelten planen.

Chancen nutzen gilt für alle
In den Diskussionen wurde deutlich, dass trotz den zahlreichen Herausforderungen, welche der Klimawandel mit sich bringt, auch Chancen für die Landwirtschaft entstehen. HAFL-Professor Andreas Keiser betonte, dass eine nachhaltige Landwirtschaft nur auf der Basis einer fairen Partnerschaft zwischen Produktion, Handel und Konsumenten erreicht werden kann. Die Bauerfamilien können die Kosten für den Mehraufwand nicht alleine tragen. Um die Herausforderungen zu meistern und die Chancen zu nutzen, braucht es die Anstrengungen von allen Akteuren entlang der Wertschöpfungskette: von einer Forschung mit Weitblick, über Landwirtinnen und Landwirten mit Pioniergeist, bis hin zu einem nachhaltigen Konsumverhalten. Die Präsentationen und Poster der Tagung stehen zweisprachig auf www.pag-ch.ch zur Verfügung.

Quelle: Agridea

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