Die Schweizer Landwirtschaft bleibt stark von Familienarbeit geprägt. Laut Agrarbericht waren 2024 rund drei Viertel der Beschäftigten auf Landwirtschaftsbetrieben familieneigene Arbeitskräfte. Zugleich nahm der Anteil familienfremder Arbeitskräfte leicht zu, von rund 24 % im Jahr 2020 auf rund 26 % im Jahr 2024. Vor diesem Hintergrund hat Agroscope untersucht, wie die Arbeitsbedingungen festangestellter Arbeitskräfte in der Landwirtschaft aussehen.
Für die Studie wurden Daten aus der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung der Jahre 2015 bis 2020 ausgewertet. Die Analyse konzentrierte sich auf dauerhaft in der Schweiz lebende Angestellte, überwiegend mit unbefristeten Arbeitsverträgen. Verglichen wurden die Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft unter anderem mit jenen in der Gastronomie.
Lange Arbeitszeiten, tiefe Löhne
Laut Agroscope sind die Arbeitszeiten in der Landwirtschaft lang. Viele Vollzeitangestellte würden ihre Arbeitszeit gerne reduzieren. Gleichzeitig liege die Bezahlung deutlich tiefer als in der Gastronomie und in den übrigen Sektoren. Vergleichbare Monatseinkommen entstünden meist nur durch wesentlich längere Arbeitszeiten. Die Studie weist zudem auf strukturelle Herausforderungen hin. So arbeiten viele landwirtschaftliche Angestellte über das gesetzliche Rentenalter hinaus. Zudem beschäftigt der Agrarsektor überdurchschnittlich viele Personen mit niedrigem formalem Bildungsniveau.
Arbeitszeiten verlässlicher planen
Als mögliche Verbesserungen nennt Agroscope unter anderem angemessene Stundenlöhne, klare Regeln für Wochenendarbeit, Arbeit auf Abruf und Hochsaison sowie verlässlichere Arbeitszeitmodelle. Beratungsstellen könnten Betriebe bei der Planung saisonaler Tätigkeiten unterstützen. Zur Abfederung von Arbeitsspitzen könnten bestehende Strukturen wie Maschinenringe genutzt werden. Auch gemeinsame Anstellungsmodelle über mehrere Betriebe hinweg werden als mögliche Lösung genannt.
Die Studie kommt zum Schluss, dass höhere Einkommen und das Einhalten vereinbarter Arbeitszeiten mit längeren Beschäftigungsdauern verbunden sind. Zugleich bestehe ein Zielkonflikt zwischen besseren Arbeitsbedingungen und den generell niedrigen betrieblichen Einkommen in der Landwirtschaft.
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