Der Alpsommer 2021 - Kürzer und feuchter

Der Sommer 2021 war ein ausserordentlicher Alpsommer. Das Bestossen der Alpen hat sich im Frühling verzögert der Sommer war kühl und verregnet. 
Die Käsemenge ist tiefer als in einem normalen Jahr, doch die Qualität scheint sehr gut zu sein, wie die Experten der 22. kantonalen Alpkäseprämierung am Plantahof in Landquart am Freitag, 17. September 2021 den Käse beurteilten. 

Vorzügliche Qualität der Bündner Alpkäse.

Vorzügliche Qualität der Bündner Alpkäse.

(Bild: Plantahof)

Publiziert am

Im Winter 2020/2021 konnten im Kanton Graubünden aussergewöhnlich grosse Schneehöhen gemessen werden. Auf den Alpen waren die Gebäude vielerorts nicht mehr sichtbar. Die Schneedecke sorgte für eine gute "Konservierung" der Grasnarbe und für Wasserreserven. Der Start in den Frühling liess aufgrund der anhaltend tiefen Temperaturen auf sich warten. Die tiefgelegenen Bündner Alpen bzw. früh bestossenen Alpen konnten so erst eine Woche später bestossen werden. Über alle Bündner Alpen gesehen, kam es zu einer Verzögerung von fünf Tagen im Vergleich zum Durchschnittsjahr.

Im Sommer sorgten die zahlreichen Niederschläge für eine gute Wasserversorgung des Weidegrases. Limitierender Faktor für das Gras war eher das Sonnenlicht und die Temperatur. Die eher kühlen Bedingungen liessen das Weidegras in Höhen von über 2'300 m ü. M. nur zögerlich in Schwung kommen. Der Kanton Graubünden ist glücklicherweise von grossen Murgängen und Überschwemmungen verschont geblieben. Auch Hagelstürme waren regional sehr begrenzt und milde ausgefallen.

Die Alpentladungen finden an den gewohnten Zeitpunkten statt. Die Vegetation geht in den Höhenlagen nun langsam in die Ruhephase. Die verpassten Tage im Frühling können nicht mehr aufgeholt werden. Die Frühlingstage sind auf Milchviehalpen für die Milchproduktion bzw. die Alpkäseherstellung sehr entscheidend, da sich die Tiere zu diesem Zeitpunkt in einer früheren Phase der Laktation befinden und das Weidefutter einen optimalen Nährwert aufweist. Aufgrund der Rückmeldungen kann davon ausgegangen werden, dass die Bündner Sennalpen ca. zehn Prozent weniger Alpkäse im Vergleich zum Durchschnittsjahr produzierten. Gemäss ersten Beurteilungen ist die Qualität des Bündner Alpkäses 2021 sehr gut. Die Resultate der kantonalen Alpkäseprämierung werden einen genauen Aufschluss über einen Teil der Käsequalität der teilnehmenden Bündner Alpen geben. Bei den Jungvieh- und Mutterkuhalpen dürfte der Gewichtszuwachs über den Sommer aufgrund der verkürzten Alpzeit etwas tiefer liegen. Leicht angestiegen sind die nötigen medizinischen Behandlungen der Tiere während dem Sommer aufgrund der nasskalten Witterung.

Der teilweise anhaltende Niederschlag strapazierte die Stimmung der Älplerinnen und Älpler. Doch diese haben durchgehalten und es fanden wenige Personalwechsel statt. Dies ist nicht selbstverständlich, wenn es neben der ohnehin grossen Belastung wochenweise regnet und die Herausforderungen im täglich Alpbetrieb dadurch steigen.

Sehr herausfordernd bleibt der Einfluss der Grossraubtiere. Die im Kanton Graubünden zahlreichen Grossraubtiere sorgen bei vielen Alpen für Kopfzerbrechen und Ohnmacht. Herdenschutz benötigt enorme Ressourcen und hat seine Grenzen. Die emotionale Belastung der Hirtinnen und Hirten, Tierhalterinnen und Tierhalter ist sehr gross. Ein Herdenschutz ohne Regulation führt die Alpwirtschaft ins Abseits.

Am Freitag, 17. September 2021 fand die 22. kantonale Alpkäseprämierung am Plantahof in Landquart statt. 
Es haben insgesamt 77 Sennalpen teilgenommen (Vorjahr 72), davon fünf Ziegenalpen. Die Sennerinnen und Sennen konnten ein Laib der zweiten Julihälfte selbst auswählen und zur Beurteilung vorlegen. Das Urteil der Experten: Die Qualität der beurteilten Alpkäse ist sehr gut. Es ist darauf hinzuweisen, dass es sich um eine Momentaufnahme handelt. Die Qualität kann sich mit der Reifung verändern. Im 2021 geht der Tagessieg an die Alp Foppa, Salouf. 19 Sennerinnen und Sennen haben die Auszeichnung «Gold» erreicht.

Die Auswertung der kantonalen Alpkäseprämierung finden Sie hier: 

 

Quelle: Fachstelle für Alpwirtschaft Plantahof

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