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Nutztiere

Zu wenig Futter – was tun?

Die Sommertrockenheit hat in weiten Teilen der Schweiz und Europa ihre Spuren hinterlassen: Das Grundfutter ist auf vielen Betrieben Mangelware. Umso wichtiger ist es jetzt, das vorhandene Grundfutter optimal einzusetzen und für Ersatz zu sorgen.

Das vorhandene Grundfutter optimal einsetzen.

Das Abschätzen der verbleibenden Vorratsmenge ist dieses Jahr besonders wichtig.

(UFA-Revue)

Publiziert am

Aktualisiert am

fenaco

UFA-Beratungsdienst

Die Grünlanderträge fielen dieses Jahr in vielen Regionen tiefer aus, bei einigen fehlen gar ein bis drei Schnitte der Grünlandflächen. Auch bei den Ackerkulturen Mais und Zuckerrüben liegen die Erträge tiefer als in anderen Jahren, was die Situation zusätzlich verschärft.

Bedarf für den Winter schätzen

Um herauszufinden, wie lange die eigenen Futtervorräte reichen, muss man wissen, wie viel während dem Winterhalbjahr überhaupt gefressen wird. Eine Kuh benötigt pro Tag rund 18 bis 22 kg Trockensubstanz (TS), Hochleistungskühe verzehren sogar über 25 kg TS pro Tag. Die genaue Menge hängt von verschiedenen Faktoren wie Rasse, Produktionsausrichtung, Fütterungstechnik und natürlich der Milchleistung ab. Eine durchschnittliche Milchkuh mit einer Leistung von 30 kg Tagesmilch frisst rund 20 kg TS pro Tag. Sobald die Leistung steigt, muss auch der TS-Verzehr steigen, damit die Kuh langfristig gesund bleibt. Die Fütterungsart beeinflusst den TS-Verzehr der Kuh ebenfalls. Eine ad libitum Fütterung fördert die Futteraufnahme, was bei Hochleistungstieren angebracht und erwünscht ist. Nicht zu vergessen sind die Krippenreste. Trotz Grundfutterknappheit gilt es, rund fünf Prozent zu akzeptieren. Basierend auf diesen Informationen, dem eigenen Tierbestand und den bisherigen Erfahrungen kann abgeschätzt werden, wie viel Futter während der Winterfütterung benötigt wird.

Im nächsten Schritt gilt es nun, die vorhandenen Futterreserven abzuschätzen. Grosse Volumen können schnell täuschen und zu Fehleinschätzungen führen. Deshalb muss immer die Dichte (Heustock, Hochsilo) und der TS-Gehalt des Futters geschätzt werden. Massgebend ist nicht die absolute Menge an Grundfutter, sondern die Menge an Trockensubstanz. Je nach Konservierungsart ist das Abschätzen schwierig und erfordert ein gewisses Mass an Erfahrung. Der Wirzkalender liefert gute Berechnungs- und Schätzgrundlagen, welche die genannten Faktoren berücksichtigen. Die UFA-Milchviehspezialisten haben zudem viel Erfahrung beim Berechnen der Wintervorräte und geben ihr Wissen gerne weiter.

Vorhandenes richtig einsetzen

Um das vorhandene Grundfutter optimal zu nutzen und ergänzen, ist eine Analyse der Inhaltsstoffe nötig. Anhand der gemessenen Werte kann die Ration mit den passenden Produkten ergänzt werden. In erster Line sollten die Dürrfutter und die Silagen untersucht werden, sie machen meist den grössten Teil einer Ration aus und können starke Schwankungen aufweisen.

Wer während der Vegetationsperiode qualitativ hochwertiges Grundfutter produziert hat, ist klar im Vorteil. Das spart Kosten für Ergänzungsund Leistungsfutter und bringt gute Grundfutterleistungen. Mit dem Einbringen des Futters ist aber noch nicht garantiert, dass das Futter bis zur Entnahme hochwertig bleibt. Die zwei häufigsten Fehler bei der Silobewirtschaftung sind eine zu geringe Verdichtung beim Einsilieren oder zu wenig Vorschub bei der Entnahme. Der Vorschub in einem Fahrsilo sollte während den Wintermonaten mindestens einen Meter und im Sommer mindestens zwei Meter pro Woche betragen. Das Hochsilo erfordert einen Vorschub von täglich mindestens fünf Zentimetern im Winter und zehn Zentimetern im Sommer. Zu wenig Vorschub lässt die Silage nachgären. Oft entwickeln sich dabei unerwünschte Hefe- und Schimmelpilze, die das Futter warm werden lassen. Dadurch verdirbt es, die Nährstoffdichte sinkt und es können giftige Mykotoxine und Schadstoffe entstehen. Verdorbene Silage sollte nicht auf dem Futtertisch landen, sondern auf dem Miststock entsorgt werden. Damit es gar nicht erst so weit kommt, ist bereits beim Kauf oder Bau der Siloanlage darauf zu achten, dass die Abmessungen der Anlage auf die Tierzahl abgestimmt sind. Nur so wird der Vorschub bei der Entnahme gesichert. Bei Belüftungsheu ist darauf zu achten, dass die Restfeuchtigkeit innert kürzester Zeit reduziert wird, damit keine Nacherwärmungen auftreten. Ansonsten entstehen auch hier grosse Verluste.

Wenn das Grundfutter nicht reicht

Betriebe, die zu wenig eigenes Grundfutter haben, sind gut beraten, sich früh um den Ersatz zu kümmern. Es ist wichtig, dass gehandelt wird, bevor das Futter knapp wird. So können verschiedene Offerten eingeholt und verglichen werden, um die beste Option auszuloten.

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten, mit dem Grundfuttermangel umzugehen. Entweder wird der Tierbestand soweit verkleinert, dass das eigene Futter ausreicht, oder das fehlende Futter wird zugekauft. Da dieses Jahr ganz Europa von der Trockenheit betroffen war, sind Futterimporte schwierig und teuer. Den Tierbestand zu reduzieren, ist jedoch gut durchzudenken, da sich dieser auf die Produktion der kommenden Jahre auswirkt. Je nach Situation muss jeder Betriebsleiter entscheiden, welche Variante für ihn, seine Familie und seinen Betrieb die Beste ist.

Entscheidet sich der Betriebsleiter zum Futterzukauf, macht es Sinn, das Geld primär in Grundfutter oder Raufutterergänzungsprodukte zu investieren. Eine günstige Möglichkeit ist, das Grundfutter während der Vegetationsperiode direkt ab Feld eines Berufskollegen zu kaufen. So kennt man die Qualität vom Ausgangsmaterial und kann Erntezeitpunkt und Konservierungsart selber mitbestimmen. Wenn kein Grundfutter gekauft werden kann, empfiehlt es sich, auf standardisierte Produkte zurückzugreifen. Bei einem standardisierten Produkt sind Gehalte konstant und verlässlich. 

Raufutterergänzungswürfel: Zu jeder Ration das passende Produkt

UFA 250 Speciflor/UFA 280-1 Bio enthält viele verdauliche Zellwände wie Pektine und Hemizellulose und ist als Ergänzung zu schwer verdaulichen Rationen einzusetzen. Dadurch wird die Pansenaktivität gesteigert und die Verdaulichkeit der Gesamtration erhöht.

UFA 256 Fibralor/UFA 280 Bio ist als Ergänzung für hochverdauliche Rationen konzipiert. Eine hochverdauliche Ration passiert den Pansen zu schnell und wird deshalb schlecht verdaut. Mit der Zufütterung von rohfaserreichem Futter verlangsamt sich die Passagerate und die Ration wird besser verdaut.

Beide Futter enthalten den pflanzlichen Zusatzstoff StimulGreen, der das Bakterienwachstum unterstützt und die Methanbildung hemmt. Damit verbessert er die Verwertung des Grünfutters. Beide Raufutterergänzungsprodukte sind zudem anteilsmässig an GMF anrechenbar.

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