Nutztiere

Grundfutterqualität optimieren

Die Betriebe müssen jetzt ihre Fütterungsstrategie überdenken, denn in einem Jahr treten die neuen Richtlinien in Kraft. Es ist wichtig, auch den Futterbau anzupassen – denn je weniger Ergänzungsfutter eingesetzt werden dürfen und je tiefer deren Proteingehalte sein werden, desto wichtiger ist die Wahl und Qualität des Grundfutters.

(pixabay.com)

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Mitarbeiterin Technischer Dienst, UFA AG

Mitarbeiterin Technischer Dienst, UFA AG

Ab dem 1. Januar 2022 müssen Bio-Betriebe ihren Wiederkäuern 100 Prozent Schweizer Futter verabreichen und dürfen maximal fünf Prozent Ergänzungsfutter einsetzen. Die zur Verfügung stehende Menge an Eiweissträgern ist beschränkt und hat einen massgeblichen Einfluss auf die Gestaltung der Ergänzungsfutter. 2020 lag die Anbaufläche in der Schweiz von Bio-Futtersoja, der wichtigsten Eiweissquelle, bei 300 Hektaren. Dies liegt deutlich unter der benötigten Fläche, wenn ab 2022 kein Import mehr möglich ist. Dies ist nebst der Richtlinie von maximal fünf Prozent Ergänzungsfutter ein Grund mehr, die Fütterungsstrategie anzupassen.

Der Rohproteingehalt im Grundfutter muss maximiert werden.

Ergänzung in der Startphase

Die Rohproteingehalte der Ergänzungsfutter werden sinken, da nicht genügend Eiweissträger mit entsprechenden Proteingehalten vorhanden sind, um die heutigen Gehalte zu erreichen. Ein Proteinkonzentrat wie es aktuell verkauft wird, mit rund 39 Prozent Rohprotein (RP), wird es ab 2022 nicht mehr geben. Die RP-Gehalte werden deutlich tiefer sein. Aufgrund der beschränkten Verfügbarkeit, aber auch aufgrund der Einsatzgrenze von fünf Prozent muss der Fokus der Ergänzungsfütterung auf der Startphase liegen. Denn in den ersten 100 Laktationstagen dürfen keine Kompromisse gemacht werden. Die Startphasenkühe sind bedarfsgerecht zu versorgen, ansonsten kommt es zu Stoffwechsel- und Fruchtbarkeitsproblemen.

Durch diese Sortimentseinschränkung wird es weniger gut möglich sein, Schwankungen der Grundfutterqualität auszugleichen. Je höher die Milchleistung, desto grösser die Herausforderung, die Tiere bedarfsgerecht zu füttern. Auf Betrieben mit Kühen im höheren Leistungsbereich spielt die Qualität des Grundfutters eine noch wichtigere Rolle. Die beschränkte Menge an vorhandenem Eiweiss für die Ergänzungsfütterung sollte bei der Gestaltung des Futterbaus berücksichtigt werden: Die RP-Menge des Grundfutters muss erhöht werden. Die Kuh muss ein ausgeglichenes RP- und Energie-Verhältnis aufnehmen.

Eine unausgewogene Ration, beispielsweise mit zu viel Mais, führt zu verminderter Pansenfermentation. Die überschüssige Energie wird als Körperfett eingelagert und gegen Ende der Laktation erhöht sich die Gefahr der Verfettung. Spätestens in der Folgelaktation treten Stoffwechselstörungen auf.

Kunstwiese anstatt Silomais

Landwirte haben jetzt vor der Saat 2021 noch die Möglichkeit, ihren Futter- und Ackerbau zu überdenken. Alternativen zum Maisanbau sind zu prüfen. Um einen Energieüberschuss in der Ration zu verhindern, macht es Sinn, Kunstwiesen anstelle von Silomais anzubauen, um den RP-Gehalt der Gesamtration zu erhöhen. Mit leguminosenreichen Mischungen können die RP-Gehalte vom Grundfutter zusätzlich erhöht werden.

Körnerleguminosen anbauen

Um nicht nur die RP-Gehalte vom eigenen Grundfutter zu optimieren, sondern auch die für die Ergänzungsfutter zur Verfügung stehende Menge an Proteinträgern zu erhöhen, ist der Anbau von Körnerleguminosen wie Sojabohnen, Ackerbohnen, Süsslupinen und Eiweisserbsen in Betracht zu ziehen. An Standorten, wo Körnermais gelingt, ist grundsätzlich auch ein gutes Gedeihen von Futtersoja möglich. 

Weitere Artikel zum Thema Sojaanbau: 
UFA-Revue 09/2020 «Wir wagen es mit der Sojabohne» 
Lupinen-Anbau: 
UFA-Revue 11/2020 «Hoffnungsvolle neue Sorten» 
Ackerbohnen: 
www.ufarevue.ch Suche: «Ackerbohne»

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