Vor der Belegung können bestimmte Nährstoffe wie Beta-Carotin die Fruchtbarkeit gezielt unterstützen. Es fördert die Eizellreifung und den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Dabei ist ein genügend langer Einsatz zu beachten. Empfohlen werden spezifische Ergänzungsfuttermittel rund drei Monate vor und nach der Belegung.
Fütterung während der Trächtigkeit
In den ersten sieben Monaten der Trächtigkeit reicht in der Regel ein normales Ergänzungsfutter aus. Ein häufiger Fehler in dieser Phase ist eine Überfütterung. Ab dem achten Trächtigkeitsmonat steigt jedoch der Bedarf an Energie, Protein sowie an Calcium und Phosphor deutlich an. Auch die Versorgung mit Vitaminen (A und E) und Spurenelementen wie Kupfer, Zink, Jod und Selen wird jetzt besonders wichtig. Nebst qualitativ hochwertigem Raufutter macht es also Sinn, ab diesem Zeitpunkt ein speziell für Zuchtstuten konzipiertes Ergänzungsfutter mit einem passenden Mineralstoff- und Vitaminkonzentrat zu füttern. Die Futterumstellung sollte langsam und über 10 bis 14 Tage erfolgen. Ergänzungsfutter für Zuchtstuten sind so zusammengesetzt, dass sie auch während der Säugezeit eingesetzt werden können. So muss die Stute neben dem Geburtsstress nicht auch noch einen Futterwechsel verkraften.
Gegen Ende der Trächtigkeit steigt der Nährstoffbedarf.
Futtermenge um die Geburt reduzieren
Kurz vor und nach der Geburt ist das Futteraufnahmevermögen der Stute reduziert. Hochwertiges Raufutter bleibt die Basis, sollte jedoch 1 bis 2 Tage vor der Geburt auf ca. 0,5 bis 1 kg pro 100 kg Körpergewicht und Tag reduziert werden, damit der Verdauungstrakt während der Geburt nicht zu stark gefüllt ist. Da die Darmperistaltik während der Hochträchtigkeit deutlich vermindert ist, entlastet eine Reduzierung der Heumenge vor der Geburt zudem den Magen-Darm-Trakt. Um die Verdauung zusätzlich zu unterstützen, können Futtermittel wie Mash oder Leinsamen gefüttert werden. In den ersten Tagen nach dem Abfohlen sollte die Futtermenge, sowohl vom Heu als auch vom Kraftfutter, langsam gesteigert werden. Nach etwa zwei Wochen wird die normale Raufuttermenge wieder erreicht, also rund 1,5 bis 2 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht und Tag.
Fütterung in der Laktation
Während der Laktation hat die Stute einen sehr hohen Nährstoffbedarf, da sie Milch für das Fohlen bilden muss. Die höchste Milchleistung wird meist im zweiten Monat erreicht. In dieser Phase lässt sich der Nährstoffbedarf nicht vollständig über die Fütterung mit Raufutter decken. Die Ergänzungsfuttermenge sollte dementsprechend angepasst werden. Allenfalls ist eine Erhöhung der Anzahl Fütterungen pro Tag einzuplanen, damit die Menge besser verteilt werden kann. Etwa drei Monate nach der Geburt nimmt die Milchmenge wieder ab. Entsprechend kann auch die Ergänzungsfuttermenge schrittweise reduziert werden. Der Bedarf lässt sich dann meistens wieder über ein «normales» Ergänzungsfutter decken. Ab welchem Zeitpunkt diese Umstellung stattfindet, sollte individuell und unter Berücksichtigung des Zustands der Stute beurteilt werden.









