category icon
Nutztiere

Fremdremontierung zahlt sich aus

Fremdremontierung steigert häufig die Leistung der Herde und die Wirtschaftlichkeit des Betriebs. Beste Genetik, mehr Würfe pro Sau und gezielte Selektion machen sich für Landwirtinnen und Landwirte bezahlt.

Bei der Feldprüfung von Jungsauen werden Typ, Fundament und Gesäuge beurteilt. 

Bei der Feldprüfung von Jungsauen werden Typ, Fundament und Gesäuge beurteilt. 

(UFA AG)

Publiziert am

Schweinezuchttechnikerin, UFA AG

Schweinezuchttechniker, UFA AG

Bei der Fremdremontierung kaufen Mastferkelproduzenten Jungsauen zu, die von spezialisierten Zuchtbetrieben aufgezogen werden. Diese Jungsauenproduzenten arbeiten eng mit den Zuchtorganisationen zusammen, um den Zuchtfortschritt gewährleisten zu können.

F1-Jungsauen bringen dank Heterosis-Effekt mehr Leistung und genetischen Fortschritt in den Stall.

Die beste Genetik nutzen

Beim Zukauf von F1-Jungsauen profitiert der Mastferkelproduzent vom sogenannten Heterosis-Effekt, dem Zuchtfortschritt der vorgelagerten Zuchtstufe. Die Genetik der Muttertiere entspricht so immer dem jährlich überprüften Zuchtziel. Professionell geführte Jungsauenproduzenten werden durch einen lizenzierten Feldprüfungstechniker betreut. Mit deren Erfahrung und anhand der definierten Kriterien gemäss Zuchtziel wird bei der Feldprüfung mit rund 95 kg Lebendgewicht entschieden, welche Tiere sich für die Zucht eignen und welche ausselektioniert werden. Bei der Selektion stehen Typ, Fundament und das Gesäuge im Fokus. Zudem werden potenzielle Zuchtkandidatinnen extensiver aufgezogen, da bei zu hohen Tageszunahmen vermehrt Schwächen im Fundament auftreten können.

Mehr Würfe mit Fremdremontierung

Eine Auswertung von 22 682 Sauenabgängen aus dem UFA2000-Programm zeigte, dass Muttersauen auf Fremdremontierungsbetrieben mit 5,17 Würfen länger gehalten werden als auf Eigenremontierungsbetrieben mit 4,45 Würfen (siehe Abbildung Nutzungsdauer). Beste Genetik, angepasste Aufzuchtstrategien und strenge Selektion bei jeder Marktlage sind mögliche Gründe dafür. Ein Betrieb, der auf Fremdremontierung setzt, braucht keinen Platz für die Aufzuchttiere und kann den Stall mit produktiven Sauen füllen. Dadurch kann sich der Betriebsleiter auf die Mastferkelproduktion konzentrieren und spezialisieren. Die Zuchtsauen können in diesem Fall zu 100% mit Endprodukteebern (Premo, Duroc oder Pietrain) belegt werden, was zu homogenen Mastferkeln führt.

Herdenstruktur steuern

In der Praxis zeigen Sauen ihre beste Leistung meist zwischen dem zweiten und fünften Wurf. Deshalb sollte der Schwerpunkt einer optimalen Herde auf den Tieren in den ersten drei Würfen liegen (siehe Grafik Optimale Herdenstruktur). Um eine solche Struktur zu erreichen, ist eine konsequente Selektion notwendig. Ältere Sauen mit hoher Wurfnummer müssen gezielt ausgemerzt werden, damit Platz für leistungsstarke, jüngere Tiere geschaffen wird.

Lesen Sie auch

Agrar-Quiz: Mechanische Unkrautbekämpfung
Agrar-Quiz: Mechanische Unkrautbekämpfung

Testen Sie Ihr Wissen. Machen Sie mit am Agrar-Quiz der UFA-Revue. Die Fragen beziehen sich auf die Unkrautbekämpfung und Maschinen zur mechanischen Unkrautbekämpfung.

Zum Quiz

Meistgelesene Artikel