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Nutztiere

Hilfe vom Tierarzt: Gibt es auch Nachteile in der Freilandhaltung von Geflügel?

Wenn ich meinen Geflügelbestand auf Freilandhaltung umstellen möchte, mit welchen neuen Problemen muss ich rechnen?

Geflügelhalterin R. M.

Hühner_Weide

Publiziert am

Aktualisiert am

Tierärztin, Geflügelgesundheitsdienst AG

Ein Problem, welches sich durch die Freilandhaltung ergibt, ist der vermehrt auftretende Wurmbefall. Die wichtigsten Wurmarten sind die Spul-, Haar- und Plattwürmer, welche zu den Rund- beziehungsweise zu den Bandwürmern gehören.

  • Gewichtsverlust 
  • Blasse Kämme 
  • Schleimig-wässrige bis hin zu blutigen Durchfällen 
  • Abfall der Legeleistung 
  • Bei speziellen Wurmarten auch Atemwegssymptome 
  • Helle Dotter 
  • Wurmeinschlüsse in Eiern, aufgrund des Eileiterbefalls durcheine aufsteigende Kloakenbesiedlung

Der Nachweis erfolgt im Labor über eine Sammelkotprobe. Dabei muss auf eine korrekte Probennahme geachtet werden, da ein Ergebnis nur so gut ist wie die Probe. Ein negativer Befund bedeutet nicht zwangsläufig, dass keine Würmer im Bestand vorhanden sind. Die Sektion verendeter Tiere zeigt den Befall genau an.

Wenn Spul- oder Fadenwürmer bereits im Kot sichtbar werden, kann man von einem Befall ausgehen, der nicht nur das Einzeltier betrifft, sondern den kompletten Bestand. Spätestens dann ist ein Medikamenteneinsatz ratsam. Dieser tötet die Parasiten und ihre Eier ab. Nachhaltig wirkt dies aber nur in Verbindung mit bestandeshygienischen Massnahmen. Da dies in der Freilandhaltung nur begrenzt realisierbar ist, führt das oft zu häufigeren Behandlungen als in der Stallhaltung. Aufgrund der bestehenden Einschleppung durch Wildtiere und der Verbreitung durch Zwischenwirte wie Regenwürmer, Käfer oder Schnecken, ist eine völlige Eliminierung der Würmer kaum möglich. Eine gesunde Darmflora hält die Parasiten bis zu einem gewissen Grad auch im Griff, weshalb die Tiere mit Trinkwasseransäuerung und Probiotika unterstützt werden können.

  • Den Wirkstoff Flubendazol dem Futter beimengen(Behandlungszeitraum sieben Tage; wirkt gegen die gängigenMagen-Darm-Würmer und auch gegen Luftröhrenwürmer). 
  • Neu kann der Wirkstoff Fenbendazol dem Trinkwasser beigegebenwerden (Behandlungszeitraum fünf Tage; wirkt gegen Ascariden,Heterakiden und Haarwürmer)

Im Anschluss ist bei beiden Behandlungen eine gründliche Einstreupflege nötig. Für Eier muss keine Absetzfrist eingehalten werden.

Haben Sie auch Fragen oder beschäftigt Sie etwas, das Sie bei einem Tierarzt ansprechen möchten? Lassen Sie uns die Frage per Post oder E-Mail mit dem Betreff «Tierarzt» zukommen: UFA-Revue, Theaterstrasse 15 a, 8401 Winterthur, redaktion@ufarevue.ch

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