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Pflanzenbau

Bodenleben und -struktur berücksichtigen

Zahlreiche Faktoren beeinflussen das Bodenleben und die Bodenstruktur. Nach der Ernte ist der Zeitpunkt ideal, um Parzellen aufzukalken und damit den pH-Wert zu korrigieren oder zu erhalten. Auch organisches Material spielt bei der Bodenfruchtbarkeit eine zentrale Rolle und bedarf besonderer Aufmerksamkeit.

Ausbringung von Feuchtkalk nach der Ernte.

Ausbringung von Feuchtkalk nach der Ernte.

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Berater biologische Produktion

Aufkalkung nach der Ernte

Bio-Landwirtschaft wird gerne mit besserem Bodenleben und guter Bodenstruktur gleichgesetzt. Leider ist dem nicht immer so. Eine intensivere Bodenbearbeitung durch falsche Saatbeete, aufeinanderfolgende Stoppelbearbeitung und das Ausbringen organischer Dünger mit grossen Maschinen auf feuchten Böden kann sich negativ auf das Bodenleben, die Bodenstruktur und die Erträge auswirken.

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Die feingemahlene, gleichförmige Stuktur des Kalks gewährleistet eine schnelle Wirkung. 

Ein weiteres Phänomen, das sich ebenfalls negativ niederschlagen kann, ist die Bodenversauerung. Diese hängt stark vom Bodentyp, der Vegetation und den Klimabedingungen ab. Auch der Nährstoffentzug durch die Ernte darf nicht unterschätzt werden. Er trägt mehr oder weniger stark zur Fluktuation des pH-Werts durch den Entzug von Kalzium bei (Tabelle 1).

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Mit Hilfe eines pH-Meters ermitteln die Berater von Landor im Feld rasch den pH-Wert des Bodens. 

Ein regelmässiges Update der Bodenanalysen liefert wertvolle Hinweise für die Parzellenführung. Mit einem pH-Meter ist es auch möglich, den Säuregrad eines Bodens schnell im Feld zu ermitteln.

Wirkung von Kalk

Kalzium ist mehr als nur ein Nährstoff. Aufgrund seiner zahlreichen Funktionen trägt es direkt oder indirekt zur Bodenfruchtbarkeit bei, reguliert den pH-Wert und beeinflusst zahlreiche Prozesse. Kalzium spielt sowohl eine ernährungsphysiologische, biologisch-chemische als auch physiologische Rolle. Es ist für die verschiedenen Wachstumsphasen der Pflanzen ausschlaggebend und seine Präsenz im Zellsaft ist für die Existenz von Pflanzen und Tieren unerlässlich.

Zahlreiche Bodenlebewesen wie Bakterien, Milben und Regenwürmer sorgen für einen gesunden Boden und sind an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt. Wirklich aktiv werden sie nur, wenn der pH-Wert über 6 liegt. Dann wandeln sie organisches Material in Humus um und setzen die Nährstoffe frei (z. B. Stickstoff und Schwefel). Ausserdem tragen Regenwürmer aktiv zur Bildung von Aggregaten bei und mit ihren Gängen durchlüften sie den Boden.

Kalzium trägt zum Erhalt des Ton-Humus-Komplexes (Krümelstruktur) bei. Ein Boden, der schlecht trocknet, das Regenwasser nur langsam aufnimmt oder kaum bearbeitet werden kann, leidet in der Regel an Kalkmangel. Liegt der Tongehalt über 25%, kann eine Wiederherstellungskalkung zur Erhöhung des pH-Werts und zur Lockerung des Bodens vorgenommen werden. Zu beachten ist allerdings, dass der pH-Wert auch nicht zu sehr erhöht wird. Bei einem pH-Wert im basischen Bereich (>7) werden einige Nährstoffe (vor allem Spurenelemente und Phosphor) festgelegt und sind nicht mehr verfügbar für die Pflanze.

Den pH-Wert korrigeren

Den verschiedenen Problemen kann mit Unterhaltskalkung (bei einem pH-Wert leicht >6) oder mit Wiederherstellungskalkung (bei einem pH-Wert <6 oder sehr tonhaltigen, dichten Böden) begegnet werden. Die Wirkungsgeschwindigkeit des Kalks hängt von seiner Körnung ab. Die Feinheit der Kalkvermahlung entscheidet über die Geschwindigkeit: Je feiner der Kalk vermahlen ist, desto schneller wirkt er.

Eine Unterhaltskalkung vermag ausserdem die Kalzium-Verluste aufgrund des Nährstoffentzugs durch das Erntegut zu kompensieren. 

AutorAntonin Etter, Berater für biologischen Pflanzenbau, 1510 Moudon

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