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Pflanzenbau

Es wird genug Saatgetreide geben

Trotz einem anspruchsvollen Getreidejahr und einer ertragsmässig und qualitativ enttäuschenden Getreideernte ist die Saatgutversorgung gesichert. Bei einzelnen Sorten sind aber Engpässe zu erwarten. Wichtig ist, das Saatgut früh zu bestellen, um genug Zeit zu haben, Alternativen zu prüfen.

Es empfiehlt sich, eine Verringerung des Anbaus von Weizen KlasseII zugunsten von Futterweizen und Klasse I. 

Es empfiehlt sich, eine Verringerung des Anbaus von Weizen KlasseII zugunsten von Futterweizen und Klasse I. 

(Mike Bauert)

Publiziert am

UFA-Samen

Die Getreideernte fiel dieses Jahr sprichwörtlich ins Wasser und musste immer wieder unterbrochen werden. Die ganze Schweiz war, mit regionalen Unterschieden, teils massiv vom Auswuchs betroffen. Diese Situation hat auch die Produzenten von Saatgetreide stark getroffen. Viele konnten weniger Saatgetreide ernten, was sich auf die Verfügbarkeit auswirkt. Da die Saatgutproduktion breit aufgestellt ist, können Ausfälle aber besser abgefedert werden. Generell sind die Erträge tiefer und auch die schwächeren Hektolitergewichte führen dazu, dass die Ausbeute etwas geringer ausfällt. Der Auswuchs betrifft die Saatgutproduktion dagegen weniger stark als die Brotgetreideproduktion. Es wird zwar bei einigen Sorten punktuelle Engpässe bei der Verfügbarkeit geben, aber es wird genügend Saatgut zur Verfügung stehen. Es lohnt sich eine frühe Bestellung, um Alternativen zu prüfen, falls die gewünschte Sorte nicht mehr verfügbar sein sollte. Dieses Ausnahmejahr darf nicht als Referenzjahr herangezogen werden, um zu beurteilen, wie gut eine Sorte ist. Viel aufschlussreicher ist, wenn für die Beurteilung von Krankheitsresistenz, Ertragspotenzial und Qualitätskriterien einer Sorte die Ergebnisse über drei Jahre herangezogen werden. Dazu bietet die Liste der empfohlenen Getreidesorten für die Ernte 2022 von Swiss granum wie auch von verschiedenen Versuchsberichten eine gute Entscheidungsgrundlage. Bei der Sortenwahl sollte unbedingt der Anteil der Klasse II beachtlich reduziert werden, zugunsten von Futterweizen oder Klasse I.

Cadlimo, Diavel und Piznair: die Newcomer

Bei der Brotgetreideklasse Top sind drei vielversprechende neue Kandidaten auf der Sortenliste. Cadlimo hat ein besonders interessantes Ertragspotenzial und ist sehr gesund. Diavel, ein Wechselweizen, ist nun auch für die Herbstaussaat geprüft und hat top Erträge geliefert. Beide Sorten eignen sich sehr gut für Programme mit reduziertem Pflanzenschutz und den Extenso-Anbau, aber auch im ÖLN-Anbau überzeugen sie mit sehr guten Ergebnissen. Erfahrungen zeigen, dass beide Sorten eher Einzelährentypen sind, daher sollten sie etwas dichter gesät werden. Sie weisen im Vergleich zu den alten Sorten der Klasse Top ein besseres Resistenzprofil gegenüber Krankheiten sowie ein höheres Ertragspotenzial auf. Zudem überzeugt auch die Backqualität. Vielversprechend ist auch die Sorte Campanile in der Klasse I, die insbesondere auch im Extenso-Anbau und durch ihr hohes Hektolitergewicht auffällt. Zudem verspricht sie gute Krankheitsresistenzen. Beim Futterweizen gibt es neu die Sorte Spontan auch für den Bio-Anbau.

Esprit und Adalina

Bei den Gerstensorten weist die sechszeilige Esprit das höchste Ertragspotenzial im ÖLN- und Extenso-Anbau auf. Adalina ist sehr frühreif und verfügt über ein gutes Hektolitergewicht. Sie besitzt eine gute Resistenz gegen Krankheiten, insbesondere gegen Mehltau sowie Netz- und Blattflecken. Die zweizeilige Sorte SU Celly befindet sich erst im Aufbau. Saatgut steht bisher kaum zur Verfügung. Die Hybridgerstensorten haben dieses Jahr mit einem guten Hektolitergewicht überzeugt. Die Ernte von Mais, aber auch von anderen Kulturen, wird dieses Jahr verzögert stattfinden. Dadurch wird sich auch der Saattermin der Folgekultur verspäten. Bei der Wintergerste verfügt die Hybridgerste (SY Baracooda und SY Galileoo) über eine gute Spätsaatverträglichkeit. Beim Winterweizen haben sich die Sorten Arina und Levis mit einer guten Spätsaatverträglichkeit bewiesen.

Thermosem – mit Dampf gereinigt

Das Bedürfnis hin zu ökologischen Verfahren bei der Pflanzenproduktion ist enorm. Neu bietet UFA-Samen Thermosem-Saatgut an, das mit Wasserdampf gereinigt wurde. Dabei werden die samenbürtigen Krankheiten, wie Stink- und Steinbrand, Blatt- und Spelzenbräune sowie Schneeschimmel, die sich auf dem Korn befinden, mit der Dampfpasteurisierung abgetötet. Dank dieser Behandlung kann ganz auf chemisch-synthetische oder bakterielle Beizmittel verzichtet werden. Der Einsatz von Thermosem-Saatgut ist für alle Produktionsmethoden (ÖLN, IPS und Bio) zugelassen. Das Auflaufverhalten von Thermosem-Saatgut ist tendenziell schneller als jenes von konventionellem Saatgut.

Problem Gelbverzwergungsvirus bei Wintergerste

Seit dem Verbot von Beizmitteln mit dem Wirkstoff Clothianidin (Neonicotinoide) ist die Gerste nicht mehr vor virusübertragenden Blattlausarten geschützt. Vermehrt wurden vor allem in der Westschweiz Bestände mit einem Befall durch den Gelbverzwergungsvirus (BYDV) beobachtet. Für diese Regionen empfiehlt es sich, den Saattermin etwas später zu wählen, um den Befallsdruck durch Blattläuse zu verringern. Die Sorten KWS Joyau, Coccinel und Sensation sind gegenüber dem Gelbverzwergungsvirus tolerant und können bei UFA-Samen bestellt werden. 

1000 Tonnen Speisehafer gesucht

Der Trend zu mehr veganen Produkten geht unvermindert weiter. Haferflocken und Hafermilch sind ein Teil davon. Bis jetzt wird der meiste Hafer importiert. Dies soll sich ändern. fenaco sucht rund 1000 Tonnen weissen Speisehafer. Die Sorte Eagle ist eine weisse Winterhafersorte, die ein besseres Hektolitergewicht bringt als Sommersorten. Husky ist die weisse Sorte für Sommerhafer. Um den Anbau zu fördern, zahlt die fenaco für Speisehafer, der die Qualitätsanforderungen erfüllt, einen Zuschlag von Fr. 10.– / 100 kg zum Richtpreis für Futterhafer. In Kombination mit dem LQB-Programm für «Hasengassen» und «Vielfältige Getreidekulturen» kann das für einige Landwirte gut in die Fruchtfolge passen, zumal der Hafer sehr genügsam im Anbau ist und als Gesundungsfrucht gilt. Winterhafer sollte Mitte bis Ende September gesät sein. Vorzugsweise in milden Lagen auf feucht-kühlen Standorten.

Anforderungen

• Aussaat mit zertifiziertem Weisshafersaatgut; das Erntegut darf keinen Schwarzhafer enthalten.

• Liefervereinbarung mit der regionalen LANDI / Sammelstelle.

• Einhaltung der Produktionsrichtlinien für Suisse Garantie inklusive Anmeldung via Agrosolution.

• Anwendung der Zu-/Abschläge-Skala Hektoliter von Swiss granum, mindestens 50 kg / hl.

• Nach der Reinigung in der Sammelstelle: Besatz maximal 2 %, Feuchtigkeit maximal 14,5 %.

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