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Pflanzenbau

Starke Marktnachfrage in der Schweiz

Die Nachfrage nach einheimischem Öl ist gross. Das ist eine gute Nachricht für die Schweizer Landwirtschaft, die sich den Anforderungen des Marktes stellen muss. Für die Ernte 2020 prognostizieren die Ölmühlen einen Bedarf von 106 000 Tonnen, was einer Erhöhung von mehr als 15 Prozent entspricht.

Untersaat bei Raps

So sieht eine optimale Untersaat bei Raps mit der Mischung UFA Colza Fix aus.

(Bild: Lukas Aebi)

Publiziert am

Aktualisiert am

Mitarbeiter Region Westschweiz, UFA-Samen

Es ist wichtig, die Fruchtfolge jetzt sorgfältig zu planen und genügend Rapsfläche vorzusehen. Die Zielmenge pro Betrieb wird durch die Fläche, vor allem aber durch die Regelmässigkeit des Hektarertrags erreicht. Die Kampagne 2019 hat vielerorts die Grenzen des Systems aufgezeigt. Manche Exten-so-Parzelle hätte Pflanzenschutzmassnahmen benötigt, um einen akzeptablen physischen und finanziellen Ertrag zu erbringen. Schäden durch den Rapserdfloh, den Rapsstengelrüssler und den Rapsglanzkäfer können die Ertragsaussichten mindern oder zu einem Totalausfall führen, wenn die Kultur vernichtet und ersetzt werden muss.

Verwurzelung bringt den Ertrag

Damit der Raps sein volles Ertragspotenzial ausschöpfen kann, muss das Saatbett mit besonderer Sorgfalt vorbereitet werden. Die Pfahlwurzel des Rapses braucht einen bis in die Tiefe gelockerten Boden. Nur dann kann sich der Raps richtig verwurzeln und von der in den tiefen Bodenschichten eingelagerten Feuchtigkeit profitieren. Die Trockenheit im Jahr 2018 hat auch deutlich gemacht, dass eine adäquate Bodenbearbeitung, die die Kapillarität bewahrt, einen guten Anwuchs gewährleistet.

Im Keimblattstadium bis Anfang Winter reagiert die Wurzel empfindlich auf physische Hindernisse. Strohmatten – auch gehäckselte – oder schlecht zersetzter Mist müssen unbedingt regelmässig eingearbeitet werden. Es gilt zu verhindern, dass auf der Oberfläche eine Schicht an organischem Material zurückbleibt. Bei Vegetationsbeginn fängt der Raps an zu schossen und kann einen im Herbst entstandenen allfälligen Rückstand bei der Verwurzelung nur teilweise aufholen.

Ziel vor dem Winter

Der Raps sollte zu Winterbeginn mindestens das Achtblatt-Stadium erreicht haben sowie einen Wurzelhalsdurchmesser von zehn Millimeter und eine Wurzellänge von 20 cm aufweisen. In diesem Stadium ist er am kälteresistentesten. Sind die Wachstumsbedingungen im Herbst gut, besteht die Gefahr, dass der Raps zu schossen beginnt, was ihn gegen Kälte empfindlicher macht.

In diesem Fall hat ein Fungizid auf der Basis von Metconazol oder Tebuconazol gegen Wurzelhals- und Stängelfäule einen positiven Einfluss auf das Wachstum der Hauptwurzel. Es vergrössert die Wurzelmasse, verlangsamt das Schossen und verbessert die Kälteresistenz. Die Behandlung muss im Vier- bis Sechsblatt-Stadium erfolgen. Die Saat mit der Einzelkornsämaschine führt zu einem regelmässigeren Auflaufen.

Rapssorten 2019: Leader sind RGT Trezzor, Leopard und V316 OL

Die Sorte Leopard hat in den Versuchen ihr hohes Ertragspotenzial bewiesen. Sie ersetzt die inzwischen veraltete Sorte Avatar. Leopard hat eine hohe Standfestigkeit und ist wenig anfällig gegenüber Phoma. Ihr Ölgehalt stellt für die Ölmühlen ein Plus dar.

Die Sorte RGT Trezzor ist sehr produktiv und zeigt eine gute Standfestigkeit sowie eine hohe Resistenz gegenüber Phoma. Sie ersetzt die für die Aussaat 2019 nicht mehr verfügbare Sorte RGT Attletick.

Die Sorte DK Exlibris ist die Neuheit 2020 und muss sich in der Praxis noch bewähren. Ihre Stärken sind das Ertragspotenzial und die Frühreife. Sie ist weniger standfest und anfälliger für Phoma als Leopard und RGT Trezzor. Die Regelmässigkeit muss sich noch erweisen.

Kicker zeichnet sich durch eine bessere Resistenz gegenüber Phoma, ein gutes Ertragspotenzial und eine gute Standfestigkeit aus. Bei Abreife sollte sie nach dem Weizen gedroschen werden, um ihr volles Potenzial zu entfalten.

Avatar und RGT Attletick sollten durch Leopard und RGT Trezzor ersetzt werden.

HOLL-Sorten

V 316 OL zeichnet sich durch einen sehr guten Allgemeinzustand aus. Ihre aussergewöhnliche Standfestigkeit und ihr Ertragspotenzial sind vergleichbar mit den besten konventionellen Sorten.

Für den Anbau dieser Sorte muss ein Vertrag mit einer LANDI-Sammelstelle vorliegen. Um ein qualitativ hochstehendes Öl mit hohem Ölsäuregehalt und einem Linolensäuregehalt von unter drei Prozent zu erzielen, gilt es Folgendes zu beachten: 

  • Zwischen einer klassischen und einer HOLL-Sorte ist eine physische Trennung unerlässlich 
  • Der Auswuchs klassischer Rapssorten in der Kultur ist zu verhindern 
  • Eine systematische Trennung der Ströme zwischen konventionellem und HOLL-Raps von der Aussaat bis zur Lieferung muss sichergestellt sein.

Hauptschädlinge im Herbst

Vom Auflaufen bis zum Drei-blatt-Stadium muss der Einflug des grossen Rapserdflohs unbedingt mit einer Gelbschale überwacht werden. Sobald 50 Prozent der Pflanzen befallen sind, ist die Schadschwelle erreicht. Eine Behandlung mit einem Produkt aus der Gruppe der Pyrethroide ist möglich, wenn eine Sonderbewilligung des kantonalen Pflanzenschutzdienstes vorliegt. Dringen die Larven ins Herz der Pflanze vor, wird die Entwicklung des Vegetationspunktes und damit die Entwicklung der gesamten Pflanze beeinträchtigt. Aufgrund des Minierfrasses an den Blattstielen durch die Larven reagieren die Pflanzen im Allgemeinen empfindlicher auf Kälte. Das Wasser dringt in die Stängel ein. Bei Frost entstehen Risse, durch die Pilze leicht in die Pflanze eindringen können.

Der grosse Rapserdfloh ist die Hauptursache für den drastischen Rückgang der Rapsflächen in den beiden wichtigsten Erzeugerländern der EU-28, nämlich Deutschland und Frankreich.

Schnecken verursachen grosse Schäden vom Keimen bis zum Vier- bis Fünfblatt-Stadium. Sie gefährden insbesondere Parzellen, die sich neben Weiden befinden, auf denen das Saatbett unsorgfältig vorbereitet wurde oder wenn an der Oberfläche Ernterückstände vorhanden sind. Es empfiehlt sich, in diesem Fall Schneckenkörner einzusetzen.

Untersaat: Flächen nehmen zu

  • Parzellen mit erhöhtem Unkrautdruck, insbesondere durch frühkeimende, breitblättrige Unkräuter sind zu vermeiden 
  • Eine Gräserherbizid-Behandlung kann notwendig werden 
  • Der Boden kann gepflügt oder mit reduzierten Verfahrenbearbeitet werden. In letzterem Fall ist ein Aufgehen der Unkräuterdurch eine Bodenbearbeitung unmittelbar vor der Aussaat zuvermeiden. 
  • Ein zehn bis 15 Tage früherer Saatzeitpunkt ist vorzusehen, umden Anwuchs der Begleitpflanzen zu gewährleisten, vor allem beireduzierter Bodenbearbeitung; denn jeder Tag zählt.

Anbaupotenzial

Die Nachfrage ist gross und das Ertragspotenzial hoch. Die Kultur erfordert eine konsequente Schädlingskontrolle. Kommen Schädlinge in grosser Zahl vor, verringert sich das Ertragspotenzial rasch. Der Anbau von Raps mit Untersaat hat sich als Möglichkeit zur Unkrautbekämpfung bewährt. 

Empfohlene Untersaatmischung

UFA-Samen empfiehlt die Mischung UFA Colza Fix, die sich in der Praxis auf mehr als 1000 ha bewährt hat. Sie besteht hauptsächlich aus Leguminosen wie Alexandrinerklee, Sommerwicken, Saatlinsen und Saatplatterbsen. Die Mischung wird durch Ramtillkraut und Buchweizen komplettiert. Die empfohlene Saatmenge beträgt 30 kg / ha. Die Kombination dieser Arten ist der Garant für den Erfolg der Mischung und erlaubt es, die Risiken zu verteilen.

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