Da keine neuen Wirkstoffe zugelassen werden, bleibt im Rapsanbau nur eine begrenzte Auswahl an Mitteln. Umso wichtiger sind die Details: Entscheidend für eine erfolgreiche Bekämpfung sind eine korrekte Applikation und die Wasserqualität der Spritzbrühe. Sauer ist besser: Viele Insektizide und Fungizide wirken bei pH 5 am besten. Der Grund liegt in der Halbwertszeit: Wirkstoffe werden mit der Zeit abgebaut – manchmal noch bevor sie vom Schadorganismus aufgenommen werden. Ein zu hoher pH-Wert beschleunigt diesen Abbau; zudem können Wirkstoffe bereits in der Spritzbrühe gebunden werden und stehen für die Aufnahme nicht mehr zur Verfügung. Abhilfe schaffen Wasserkonditionierer oder phosphorhaltige Blattdünger, die das Wasser ansäuern und gleichzeitig puffern. Der pH-Wert lässt sich mit einem Messgerät schnell kontrollieren. Besonders bei Blattdüngern mit Borkomponenten ist das Ansäuern wichtig, da solche Produkte den pH-Wert deutlich anheben können: Zuerst das Bormittel ins Wasser geben, erst danach den pH-Wert mit Konditionierer auf den Zielbereich einstellen.
Expertentipp
Wie lässt sich die Wirkung sicherstellen?
Injektordüsen sind beim Insektizideinsatz unverzichtbar, benetzen aber weniger gut. Netzmittel wie Heliofix (0,5 l / ha) oder Sticker (0,15 l / ha) verbessern die Verteilung. Für eine sichere Knospenbenetzung sind mindestens 300 l / ha Wasser einzuplanen.
Wann ist der optimale Behandlundszeitpunkt?
Eine Gelbschale ist dafür zentral: Wer die Fänge regelmässig auszählt, erkennt den Haupteinflug. Sobald die Schadschwelle erreicht ist und die Sonderbewilligung vorliegt, lässt sich die Behandlung optimal platzieren.
Was sind die Vorteile von TopPhos?
TopPhos liefert nicht nur Phosphor, sondern auch Kalium und Magnesium – ideal als Starterblattdünger. Der schnell verfügbare Blatt-Phosphor überbrückt die Phase zwischen frühem Bedarf und der verzögerten Freisetzung im Boden. Zudem senkt TopPhos den pH-Wert und eignet sich damit besonders für Mischungen mit Insektiziden – für eine zuverlässige Wirkung.
Ist Weissstängeligkeit überhaupt ein Problem?
In den letzten Jahren hat sich die Krankheit in vielen Beständen wieder häufiger gezeigt. Auf dem eigenen Feld wird das Ausmass oft erst bei der Ernte sichtbar: Weisse Stängel zwischen grünen geben einen guten Hinweis auf den Befall. Besonders bei nass-feuchter Witterung während der Blüte steigt das Risiko, weil kontaminierte Blütenblätter in die Blattachseln fallen und dort genügend Zeit haben, ins Gewebe einzudringen. Zur Bekämpfung stehen weiterhin Fungizide zur Verfügung, die ab BBCH 57 bzw. 61 eingesetzt werden können.
Cyrill Rennhard, Product Manager bei Stähler Suisse SA







