Blattdünger haben sich in den letzten Jahren zu wichtigen Helfern in der Landwirtschaft entwickelt, denn sie schliessen rasch Nährstofflücken in kritischen Wachstumsphasen. Durch die Anwendung auf die Blattmasse kann das träge System Boden teilweise umgangen werden, und die Nährstoffaufnahme erfolgt somit schneller.
Aus Effizienzgründen werden Blattdünger oft nicht als Einzelgabe ausgebracht, sondern in Tankmischungen mit anderen Nährstoffen oder mit Pflanzenschutzmitteln kombiniert. Beim Erstellen solcher Tankmischungen lohnt sich Vorsicht: Inkompatible Produkte können zu Ausfällungen, Verstopfungen der Düsen und zu Wirkungsverlusten führen.
Aus Effizienzgründen werden Blattdünger oft nicht als Einzelgabe ausgebracht.
Welche Komponenten gemischt werden dürfen
Die gute Nachricht vorweg: Die meisten Blattdünger sind ohne Probleme mit anderen Nährstoffen oder mit Pflanzenschutzmitteln mischbar. Damit dies der Fall ist, müssen folgende Punkte beachtet werden: – die Inhaltsstoffe – die Formulierung der Produkte – die Dosierung in der Tankmischung
Calcium, Phosphor und Schwefel in Form von Sulfaten sind Nährstoffe, die am ehesten zu Problemen in Tankmischungen führen können. Produkte mit diesen Nährstoffen sollten deshalb nicht unbedacht miteinander vermischt werden.
Blattdünger liegen am häufigsten als Suspensionen oder Emulsionen vor, teils auch als Lösungen. Den Unterschied erkennt man in der Regel auf den ersten Blick: Lösungen sind klare, lichtdurchlässige Flüssigkeiten, die transparent oder gefärbt sein können. Emulsionen und Suspensionen dagegen sind trübe Flüssigkeiten und können ebenfalls verschiedene Farben haben. Als Faustregel gilt: Lösungen sind untereinander in der Regel gut mischbar, ebenso Emulsionen und Suspensionen untereinander.
Die Reihenfolge: Von fest zu flüssig
Die Dosierung ist für die Stabilität der Mischung wichtig, da das in der Feldspritze enthaltene Wasser als Puffer dient. Je weniger Blattdünger in einer Tankmischung enthalten ist, desto besser kann dieser Puffer wirken. Eine Rolle spielt dabei auch der pH-Wert der Spritzbrühe: Produkte wie Borstar oder Nitrostar haben eher hohe pH-Werte, dagegen sind Produkte mit Phosphorsäure wie Patastar stark sauer. Grosse pH-Unterschiede in der gleichen Mischung können die Stabilität und die Pflanzenverträglichkeit beeinträchtigen.
Blattdünger sollten in der gleichen Reihenfolge wie Pflanzenschutzmittel in die Spritzbrühe eingefüllt werden. Es gilt der Grundsatz «von fest zu flüssig». Grob gilt folgende Regel:
1. Feste Stoffe (Granulate, wasserlösliche Salze)
2. Emulsionen und Suspensionen (trübe Flüssigkeiten)
3. Lösungen (klare Flüssigkeiten)
4. Restliche Wassermenge und allenfalls ergänzend N-Sol als Flüssigdünger
Mischtest im Glas
Bei Mischungen mit neuen oder bislang nicht erprobten Produkten hilft ein Mischtest im Glas. Dafür eignen sich Utensilien aus dem Haushalt. Ein Behälter von etwa 500 ml Volumen (wie ein Einmach- oder Honigglas), ein Rührstab und eine Spritze genügen meistens. Wichtig ist, dass der Mischtest im gleichen Verhältnis durchgeführt wird, wie später die Produkte auch auf dem Feld eingesetzt werden sollen. Damit keine komplizierten Berechnungen nötig sind, können die Einheiten von l / ha einfach in Milliliter umgerechnet werden.
Eine Mischung gilt als stabil, wenn auch nach 15 – 30 Minuten Standzeit keine Veränderungen wie Ausflockungen, Schlieren, starke Schaumbildung oder deutliche Temperaturveränderungen auftreten. In der Praxis empfiehlt es sich in jedem Fall, das Rührwerk dauernd laufen zu lassen, um Sedimente zu vermeiden und damit das Zusetzen von Filtern und Düsen zu verhindern. Mit diesem Glastest kann rasch Sicherheit gewonnen werden, ob eine Mischung in der Spritzbrühe stabil ist oder nicht. Aber auch eine stabile Mischung kann auf den Pflanzen Schäden verursachen. Daher müssen auf jeden Fall die Anweisungen auf den Produktetiketten befolgt und im Zweifelsfalle Expertenrat eingeholt werden.
Unterschiede zwischen Emulsion, Suspension und Lösung
Eine Emulsion entsteht, wenn zwei eigentlich nicht mischbare Flüssigkeiten wie Wasser und Öl fein verteilt vorliegen.
Von einer Suspension spricht man, wenn feste Teilchen in einer Flüssigkeit schweben.
Eine Lösung liegt vor, wenn sich ein Stoff vollständig in einem anderen auflöst und ein homogenes Gemisch bildet.







