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Mehr Speisehafer aus der Schweiz

Hafer ist im Trend. Dennoch wird in der Schweiz kaum Speisehafer angebaut. Mit einem Zuschlag bei der Vergütung möchte fenaco dies ändern.

Landwirt Marc Lehmann im Gespräch mit Fortunat Schmid von fenaco GOF. Dank der Starthilfe der fenaco für den Schweizer Hafer profitieren die Bauernfamil...

Landwirt Marc Lehmann im Gespräch mit Fortunat Schmid von fenaco GOF. Dank der Starthilfe der fenaco für den Schweizer Hafer profitieren die Bauernfamilien.

(Samuel Eckstein)

Publiziert am

fenaco Genossenschaft / Leiter Public Relations

Hafer zählt zu den ernährungsphysiologisch besonders hochwertigen Getreidesorten. Er ist leicht verdaulich und weist einen hohen Gehalt an B-Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen auf. Als pflanzlicher Eisenlieferant ist er in der vegetarischveganen Ernährung beliebt. Zudem wirkt sich der Konsum von Hafer positiv auf den Cholesterinspiegel aus. Hafer fällt aufgrund dieser Eigenschaften in die Kategorie der «Superfoods» und wird zunehmend nachgefragt. Zu den klassischen Haferflocken haben sich in den Ladenregalen zahlreiche Trendprodukte wie Haferdrinks, Haferjoghurts, Haferflakes oder Hafercookies gesellt.

Schweizer Speisehafer heute noch eine Nische

Die Schweiz deckt ihren Haferbedarf zurzeit in erster Linie mit Importen. Jährlich werden rund 50 000 Tonnen eingeführt, mehrheitlich aus Finnland, Deutschland, Frankreich und Tschechien. In der einheimischen Landwirtschaft spielt das wertvolle Getreide mit einer Anbaufläche von rund 1700 Hektaren eine untergeordnete Rolle. Das Getreide mit dem nussigen Geschmack benötigt zur Kornausbildung lange und kühle Sommertage. Dies macht den Anbau von Qualitätshafer in der Schweiz durchaus anspruchsvoll. Wohl auch deshalb setzen zurzeit nur wenige Landwirtinnen und Landwirte auf Speisehafer. Der grösste Teil der Produktion wird verfüttert.

«Milchalternativen im veganen Bereich werden gesucht.»

Marc Lehmann, Landwirt

Positive Erfahrungen auf dem Hof Lehmann

Marc Lehmann aus Oberbottigen (BE) ist einer der ersten Bauern in der Schweiz, die gezielt Speisehafer anbauen. Er führt einen Hof mit 60 Kühen und produziert über eine halbe Million Kilogramm Kuhmilch auf 600 m ü. M. im Westen der Stadt Bern. Aber Lehmann glaubt auch an das Potenzial von Hafer und sieht ihn nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zur Kuhmilchproduktion. «Fakt ist, Milchalternativen im veganen Bereich werden gesucht», sagt Lehmann. «Wir Bauern sind innovativ und unternehmerisch. Wir wollen neue Bedürfnisse von Vegetariern und Veganern abdecken. Und zudem ziehe ich persönlich ein Getränk aus Schweizer Hafer den Soja- oder Mandelmilchdrinks aus importierten Rohstoffen vor.» Lehmann ist von den Vorteilen des Hafers überzeugt, baute ihn bisher allerdings nur als Futtermittel an. «Der Hafer eignet sich gut als Gesundheitsfrucht in der Getreidefruchtfolge: Er überträgt keine Fruchtfolgekrankheiten. Zudem ist die Pflanze sehr anspruchslos, sie braucht vergleichsweise wenig Dünger oder Pflanzenschutzmittel – auch dies passt sehr gut in unsere Zeit, in der die Konsumentinnen und Konsumenten verstärkt eine ökologische Produktion einfordern», sagt Lehmann. Ab Ernte 2022 profitiert er von besseren Abnahmekonditionen für Speisehafer der fenaco Genossenschaft.

Anforderungen an Haferproduzentinnen und Haferproduzenten

Gemeinsam mit den örtlichen LANDI sucht fenaco Getreide, Ölsaaten, Futtermittel (fenaco GOF) nach Landwirtinnen und Landwirten, die in die Vertragsproduktion von Speisehafer einsteigen möchten. Folgende Bedingungen müssen erfüllt sein:

1. Aussaat von zertifiziertem Weisshafer-Saatgut gemäss Liste der empfohlenen Sorten LES

2. Einhaltung der Produktionsricht linien für Suisse Garantie inkl. Anmeldung via Agrosolution (durch LANDI mittels Anbauverein barung)

3. Anwendung der Zu-/Abschläge-Skala Hektoliter von Swiss Granum, mindestens 50 kg / hl

4. Kein Schwarz- und Gelbhafer enthaltend

5. Gesunde, den Übernahme bedingungen von Swiss Granum entsprechende Ware

Nach der Aufbereitung in der Sammelstelle darf der Hafer maximal 14,5 % H 2 O und 2 % Fremdbesatz aufweisen. Interessierte Produzentinnen und Produzenten wenden sich an ihre LANDI für den Abschluss einer Anbauvereinbarung im Maxi-System.

Steigerung der Produktion dank besserer Vergütung

Damit die Schweizer Landwirtschaft verstärkt Speisehafer anbaut, steigt fenaco Getreide, Ölsaaten, Futtermittel (fenaco GOF) mit produzentenfreundlichen Konditionen in den Vertragsanbau von Hafer ein. «In der Schweiz beginnt die Wertschöpfungskette von Hafer heute bei der verarbeitenden Lebensmittelindustrie. Unser Ziel ist es, sie bis auf den Acker auszudehnen», erläutert Fortunat Schmid, Mitglied der Geschäftsleitung von fenaco GOF, die Idee hinter der Initiative.

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Jährlich werden rund 50 000 Tonnen Hafer in die Schweiz importiert. Das will die fenaco ändern und sucht mit den LANDI nach Landwirtinnen und Landwirten, die Speisehafer anbauen wollen.

fenaco GOF garantiert den Landwirtinnen und Landwirten die Abnahme ihrer Produktion und stellt die Vermarktung an die Verarbeitungsbetriebe sicher. Neu vergütet fenaco GOF den LANDI den aufbereiteten Speisehafer, welcher die Qualitätsrichtlinien erreicht, mit einem Zuschlag von Fr. 10.– pro 100 Kilogramm gegenüber dem Richtpreis für Futterhafer. «So wird der Anbau von Speisehafer für die Bauernbetriebe auch ausserhalb der Nische wirtschaftlich interessanter», erklärt Schmid. Dieser Zuschlag entspricht einer Erhöhung des Abnahmepreises um über 30 Prozent. Schmid ist von den Erfolgsaussichten des Schweizer Speisehafers überzeugt. «Swissness liegt im Trend. Die Konsumentinnen und Konsumenten fordern regionale Produkte und weniger Importe. Aber natürlich müssen wir gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten unsere Hausaufgaben machen: Der Schweizer Speisehafer muss die nötige Qualität haben, wir müssen in die Sortenwahl investieren, Anbauformen verbessern und auch die Aufbereitung in den Sammelstellen optimieren.»

Nach der Ankündigung der neuen Konditionen im Juli 2021 vermeldet fenaco GOF ein reges Interesse. «Es sind die Early Adopters, die schnell einsteigen wollen. Mit unserer Starthilfe für den Schweizer Hafer sprechen wir aber mittelfristig breitere Kreise in der Landwirtschaft an», sagt Schmid. Nach ersten Erfahrungen in den Ernten 2020 und 2021 soll es ab 2022 mit dem Vertragsanbau losgehen. Die Annahme des Hafers erfolgt über die Getreidesammelstellen beteiligter LANDI. Diese suchen zurzeit Landwirtinnen und Landwirte, die sich für den Speisehaferanbau interessieren. 

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