Landleben

Biodiversität durch einheimische Sträucher

Der Mehrwert der einheimischen Sträucher liegt darin, dass sie vielen Lebewesen Unterschlupf und Nahrung bieten. Der Weissdorn beispielsweise bietet zirka 160 Insekten- und 30 Vogelarten Nahrung.

Sanddorn ist besonders wertvoll aufgrund der Inhaltsstoffe Vitamin C und Karotin.

(Carole Kündig)

Publiziert am

Obergärtner und Fachlehrer Gartenbau, Wallierhof

Ein sonniger bis halbschattiger Platz mit eher durchlässigem und humosem Boden ist ein idealer Standort für Sträucher. Sofern genügend Raum im Garten vorhanden ist, kann in Form einer naturnahen Hecke gepflanzt werden, ansonsten in Gruppen oder in Einzelstellung. Bei allen Verwendungsbereichen gilt es, darauf zu achten, die Abstände von Pflanze zu Pflanze oder zu Objekten und Grenzen zu berücksichtigen.

Schnittmassnahmen

Eventuelle Schnittmassnahmen erfolgen von November bis März. Es wird dabei ausserhalb der Vogelbrutzeit geschnitten, wobei die Beeren als Nahrung stehen gelassen werden sollten. Ein Auslichtungs-, respektive Verjüngungsschnitt trägt dazu bei, dass sich die Sträucher wieder erholen und verjüngen können. Insbesondere bei naturnahen Hecken kann der Schnitt in unregelmässigen Abständen erfolgen. So wird der Lebensraum der Fauna nicht gestört.

Wert der Wildsträucher

Anfang März erscheinen die ersten sternförmigen, weissen Blüten des Schwarzdorns; dies ist auch ein Unterschiedsmerkmal zum Weissdorn, der seine Blüten erst nach dem Laubaustrieb bildet. Der Volksmund besagt, dass den, der die ersten Blüten des Schwarzdorns verzehrt, das ganze Jahr hindurch kein Fieber befällt. Wenn Mensch oder Vieh sich an Schwarzdorn stechen, besteht Entzündungsgefahr. Die schwarzen, essbaren, kugeligen Früchte des Schlehdorns zeigen sich im Herbst mit herbem Geschmack. Nach ein paar Frösten sind sie milder. Auch an der sehr früh blühenden gelben Kornelkirsche (auch Tierlibaum genannt) erfreut sich die Insektenwelt. Die Kornelkirsche bildet einen sehr sparrigen Wuchs, das Holz ist sehr hart. Wer im August und September gerne die wertvollen roten Früchte ernten möchte, sollte, damit es zu einer besseren Bestäubung kommt, zwei Sträucher in den Garten pflanzen. Die Früchte sind reich an Vitamin C und Pektin. Beim Ernten hilft es, ein Tuch unter den Strauch zu spannen und dann zu schütteln. Da nicht alle Früchte zur gleichen Zeit ausreifen, muss der Vorgang wiederholt werden. Das Pfaffenhütchen zählt zu den dankbaren Kleinsträuchern. Das besondere Merkmal sind die vierkantigen, grünen Zweige. Im Alter färben sie sich grau- bis rotbraun. Die gelbgrünen Blüten erscheinen im Mai. Die karminroten Fruchtkapseln enthalten zwei bis vier Samen. Sie sind in einen gelbroten Samenmantel eingebettet. Es ist aber Vorsicht geboten, da die Samen und der Pflanzensaft giftig sind! 

Hinweise zum Sanddorn

Der Sanddorn ist ein typisch trocken bis wechselfeucht liebender, graulaubiger Strauch, der oft in der bekannten Walliser Felsensteppe anzutreffen ist. Es ist zu beachten, dass der Sanddorn starke Wurzelausläufer bildet. Der Strauch ist zweihäusig. Damit es zur Befruchtung kommt, müssen männliche und weibliche Pflanzen immer zusammen gepflanzt werden. Die orangen, Vitamin-C- und Karotin-haltigen Früchte können im Herbst geerntet werden. Die Ernte zwischen dornigen Zweigen ist nicht sehr einfach. Tipp: Fruchtzweige abschneiden, einfrieren und im gefrorenen Zustand die Früchte mit einem harten Gegenstand abklopfen.

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