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Landleben

Blümchen zum Verlieben

Einzeln sind Mauerblümchen zwar unscheinbar und winzig klein. Doch sie erscheinen so zahlreich und üppig, dass sie zauberhafte Blütenteppiche weben. Polsterstauden schmücken Steingärten, Trockenmauern, Rabatten – oder auch den Balkon.

Entzückende Pölsterli: Weisse Schleifenblumen, rosa Polsterphlox und gelbes Steinkraut.

Entzückende Pölsterli: Weisse Schleifenblumen, rosa Polsterphlox und gelbes Steinkraut.

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Freie Journalistin

Garten  Polsterstauden

Beton-Elemente sind zwar eine prima Sache, um einen Hang zu stützen. Zur Augenweide werden sie allerdings erst, wenn sie dicht mit Pflanzen überwachsen sind. Da kommen Polsterstauden wie gerufen: Sie nehmen mit wenig Erde vorlieb, benötigen kaum Pflege und blühen jedes Jahr verschwenderischer.

In zwei bis drei Jahren sind die Steine völlig überwuchert und betören mit traumhaft verwobenen Blütenschleppen. Dann bewundern sogar eilige Passanten die entzückenden Mauerblümchen. Doch leider werden sie viel zu selten gepflanzt. Dabei sind sie mehrjährig, pflegeleicht und auch im Winter grün.

Wo sie ihre Farbenpracht entfalten, muss weder gejätet noch gehackt werden, und natürlich auch kaum gegossen. Ausser ihrer lieblichen Schönheit haben die zierlichen Blümchen auch reichlich Nahrung für Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und andere Insekten zu bieten.

Wie eine Kaskade ergiesst sich ihr Blütenschleier von freihängenden Töpfen und Balkonkistchen. Als Schatten spendende Unterbepflanzung sind sie ideal für Gewächse, die Feuchtigkeit an den Wurzeln lieben. Beispiele sind Clematis, Lilien, Gladiolen, Dahlien und Rosen sowie Kübelpflanzen und Zierbäumchen.

Bescheiden und anspruchslos

Polsterstauden nehmen mit jedem Standort vorlieb, wenn er nur recht sonnig ist. Auf dem Weg zum Hauseingang begleiten sie Anwohner wie Besucher und finden am kleinsten Ort ein Plätzchen, wo sie sich üppig entfalten.

Neue «Pölsterli» deshalb mit mindestens 25 Zentimeter Abstand pflanzen. Ungestüm in die Breite wachsende Mauerblümchen können nach der Blüte mit einem Spaten geteilt werden. Einfacher ist es, einige Stecklinge mit der Schere abzuschneiden und sie büschelweise neu einzupflanzen.

In überhängenden Mauern und in Löffelsteinen wird das obere Pflanzdrittel mit den Jahren kahl. Dann einige Stecklinge herausschneiden und sie an der Anwuchsstelle der Mutterpflanze neu einpflanzen, damit das ganze Polster dicht und ansehnlich bleibt.

Problemlose Vermehrung

Alle Pflanzenästchen sind mit einem Wurzelstück versehen, die Vermehrung ist deshalb besonders einfach. Sie können auch Bekannte bitten, einige Stecklinge aus einer dichten Polsterstaude herauszuschneiden. Wenn sie verblüht sind, ist der Termin ideal.

Stecklinge können sofort am neuen Ort in die Erde oder in einen Topf gesetzt werden. Tüchtig einschwemmen und feucht halten, bis sie angewachsen sind. Polsterstauden sind auch hübsch in Balkonkistchen, wenn sie über die Brüstung oder ins Balkoninnere hängen. Eine herrliche Kombination sind Blaukissen, weisse Schleifenblumen ( Iberis) und gelbes Steinkraut ( Alyssum saxatile).

Hornkraut ( Cerastium) gibt es in mehr oder weniger wuchernden Sorten mit Wuchshöhen ab acht bis 25 Zentimeter Höhe. Die Pflanzen blühen weiss mit silbrigen Blättern und weben zauberhafte Blütenteppiche im Mai und Juni. Damit sind sie eine hübsche Unterbepflanzung zu Stauden wie Katzenminze oder Pfingstrosen. 

AutorinEdith Beckmann, Freie Journalistin BR aus Frauenfeld (TG), leidenschaftliche Gärtnerin mit Wurzeln in der Landwirtschaft.

Grüne Tipps für den Nutzund Ziergarten

• Lockerer Boden speichert Feuchtig keit besser als eine zugebackene Erdkruste. Also fleissig hacken!

• Offene Bodenflächen laufend mit Mulch aus dünn verteiltem Rasenschnitt oder Kompost abdecken.

• Wenn immer möglich, am Morgen giessen. Abendliches wässern lockt Schnecken an!

• Prima Giesswasser für Topf und Beet: Brennnesseln in die Kanne geben, mit Wasser auffüllen und 24 Stunden stehen lassen. Wasser jeweils erneuern, bis sich die Blätter zersetzt haben. Damit sie in der Kanne bleiben, Holzwolle in den inneren Ausguss stopfen.

• Vorbeugend gegen Krautfäule: Tomaten wöchentlich mit Milchwasser (1 Liter Milch, 1 Liter Wasser) spritzen. Um Bodenkontakt zu vermeiden, die untersten Blätter entfernen.

• Rosen im Juni ein zweites Mal düngen. Um die neue Knospenbildung zu fördern: Verwelkte Blüten unterhalb von zwei ausgebildeten Laubblättern abschneiden.

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