Landleben

Baustein des Wachstums

Regional sind sehr unterschiedliche Bodentypen anzutreffen. Die Struktur bestimmt, für welche Pflanzengruppen der Boden geeignet ist. Den Boden kennenzulernen und eventuelle Bodenpflegemassnahmen vorzunehmen, sind wichtige Voraussetzungen für ein gesundes Pflanzenwachstum in den Gärten.

Der Wald macht es vor: Ein immer bedeckter Boden weist eine gute Struktur auf. 

(Bild: Martin Kündig)

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Obergärtner und Fachlehrer Gartenbau, Wallierhof

Mit Hilfe einer Spatenprobe kann die Bodenstruktur einfach analysiert werden. Dabei kann unter anderem festgestellt werden, ob es sich um einen schweren oder leichten Boden handelt. Entsprechend der Ergebnisse müssen die richtigen Bodenpflegemassnahmen gewählt werden.

Schwere Böden auflockern

Schwere Böden besitzen eine ungenügende Luftführung. Sie neigen zu Staunässebildung, die Luftführung ist schlecht und die Bodenaktivität ist auf Grund der geringen organischen Substanz mässig. Mit einer Tiefenlockerung im Herbst / Winter kann die Bodenstruktur verbessert werden. Zusätzlich kann Sand oder Splitt als Lockerungsmaterial in den Boden eingearbeitet werden. Splitt hat gegenüber Sand den Vorteil, dass er weniger schnell in die Tiefe sinkt. Um die organische Substanz zu verbessern, kann mit der Tiefenlockerung Frischkompost in den Boden eingebracht werden. Für viele Pflanzengruppen, unter anderem für Beerenarten und Wurzelgemüse, sind schwere Böden ungeeignet.

Organisches Material für leichte Böden

Stark mineralische, leichte Böden sind zwar gut zu bearbeiten, erwärmen sich im Frühling schnell, kühlen aber auch rasch wieder ab. Der grosse Nachteil dieser Böden ist die mangelnde organische Substanz, die zu ungenügender Bodenaktivität und einer schlechten Wasserspeicherfähigkeit führt. Die Bodenverbesserungsmassnahmen bestehen darin, in diesen Boden organisches Material einzuarbeiten. Gut geignet als organisches Material sind zum Beispiel Humus, Kompost oder Mist. Leichte Böden eignen sich mehrheitlich für trockenliebende und schwachzehrende Steingarten- und Gewürzpflanzen.

Der optimale humose Gartenboden sollte laufend gelockert und gezielt mit organischem Material versorgt werden.

Vorbild Wald

Das Schaufenster für eine optimale Bodenpflege zeigt uns in der Natur der Waldboden auf. Die Bäume und Sträucher verleihen dem Boden eine gute Bodenstruktur: Die Krautschicht schützt den Boden vor dem Austrocknen, die herabfallenden Blätter und Äste verrotten und stehen so nach der Verrottungsphase dem Boden wieder als Nährstoffe zur Verfügung. Nur etwas braucht dieser Boden zur gesunden Entwicklung noch zusätzlich, nämlich Wasser – und dieses hat dem Wald in letzter Zeit gemangelt. Um das Bild des immer bedeckten Waldbodens zu kopieren, lohnt es sich also, im Garten vorwiegend mit mehrjährigen Pflanzen zu arbeiten und im Gemüsegarten überwinternde Gemüsearten einzusetzen. 

Hinweise zur Bodenpflege

Mulchen Mit einer Auflage aus organischem Material (z. B. Rasenabschnitt, Laubmaterial, Kompost, Rüstabfälle usw.) kann der Boden vor direkter Sonneneinstrahlung, Nährstoffauswaschung und intensiver Verunkrautung geschützt werden. Des Weiteren werden die Bodenaktivität und der Nährstoffhaushalt gefördert. Rüstabfälle und Rasenabschnitt wegen der Schneckenanlockung in angetrocknetem Zustand ausbringen.

Gründüngung Einjährige Gründüngungspflanzen wie Phacelia, Buchweizen und Gelbsenf (nicht in Verbindung mit Kohlgewächsen verwenden) können die Bodenstruktur verbessern, verhindern auf Leerflächen die Auswaschung von Nährstoffen und versorgen den Boden mit organischem Material. Aussaattermine von einjährigen Gründüngungspflanzen sind von April bis September.

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