Landleben

Der heimische Wurzelkletterer

Als Fassadenbegrüner unbeliebt, als Bodendecker praktisch und für Tiere eine wertvolle Nahrungsquelle – der Gemeine Efeu. Hinter dem immergrünen Gewächs steckt jedoch noch einiges mehr.

Efeu

Efeu ist ein anspruchsloser Bodendecker.

(Bild: Livia Nigg)

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Landschaftsgärtnerin und Umweltingenieurin, Liv Gärten

Rankenefeu, Baumtod, Immergrün, Wintergrün und Mauerewig sind einige der zahllosen Namen für den Gemeinen Efeu (Hedera helix), welche auf seine vielen Eigenschaften hinweisen. Die immergrüne Pflanze ist in ganz Europa verbreitet und der einzige heimische Wurzelkletterer Europas. Mit seinen Haftwurzeln kann er bis zu 20 Meter hoch klettern. Tückisch ist, dass der Efeu zuerst als Bodendecker gepflanzt werden kann und sobald er ein Hindernis (z.B. Fassade, Mauer, Bäume) erreicht, beginnt er zu klettern. Gerade an Fassaden ist es immer wieder eine rege Diskussion, ob der Efeu bleiben darf oder entfernt werden soll.

Grüne Tipps für den Nutz- und Ziergarten

  • Obstbäume, Wildhecken, Sträucher etc. setzen. Nun sind einige Gehölze sogar als wurzelnackte im Angebot (z. B. Rosen, Obstbäume) 
  • Frühjahrsgeophyten wie Tulpen, Narzissen, Krokusse setzen 
  • Dahlien und Gladiolenzwiebeln ausgraben und trocken gelagert überwintern 
  • Blumenwiesen und Rasen nochmals mähen 
  • Frostempfindliche Pflanzen in ein helles Winterquartier stellen 
  • Laub zusammennehmen, wenn möglich als Winterquartier für Tiere anhäufen

Vorsicht bei Fassaden

Eine von Efeu befreite Fassade ist mit Haftwurzeln übersät und manchmal kommt beim Entfernen etwas Verputz mit, vor allem bei älteren Häusern. Zudem können die Triebspitzen in beschädigtes Mauerwerk oder unter das Dach eindringen. Sie wachsen auch ohne Licht weiter und wo Pflanzen hineinkommen, werden auch Tiere den Weg finden. Hinzu kommt, dass beim Entfernen oder beim Zurückschneiden Staub freigesetzt wird, was zu unangenehmen Folgen auf der Haut, in den Augen oder Atemwege führen kann.

Von Tieren geschätzt

Aber der Efeu hat auch viele gute Eigenschaften. Als immergrüne Pflanze bietet er unzähligen Tieren einen Lebensraum: als Nistmöglichkeit für Vögel, als Unterschlupf für Nachtfalter oder als Jagdgebiet für Spinnen, auch gerne mal grössere Exemplare. Im September beginnen die zu kugelförmigen Dolden gebündelten Blüten zu blühen. Unzählige Insekten werden von der späten Nektarquelle angelockt. Neben Wespen, Schwebefliegen und Honigbienen (es gibt sogar eine Efeu-Seidenbiene) sind auch Schmetterlinge, Hornissen, Käfer etc. an den Blüten zu entdecken. Daher sollte der Efeu – falls es nötig ist – im Frühjahr geschnitten werden. Die schwarz-bläulichen Beeren werden von Vögeln sehr geschätzt, wenn sie nicht als Dekomaterial in Weihnachtskränzen gelandet sind. Aber Vorsicht, für Menschen sind die Beeren schwach giftig.

Im Garten ist der Efeu ein anspruchsloser Bodendecker, der kaum Unkraut aufkommen lässt und wenig Pflege braucht. Es gibt ihn auch als Kleinstrauch, wobei diese Arten nicht mehr klettern. Sie lassen sich hervorragend in Gruppen oder einzeln verwenden und durch seine Schnittverträglichkeit kann er in Form gehalten werden (z.B. niedere Hecke, kleine Kugel oder flächendeckende Bepflanzung). 

Wertvolle Nahrungsquelle

Die Strauchform des einheimischen Efeus (Hedera helix Arborescens) ist eine ideale Pflanze, um die Biodiversität in einem Garten zu erhöhen. Vor allem durch die späte Blüte wirkt sie wie ein Magnet für Insekten und andere Tiere.

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