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Landleben

Grüner Daumen im Winter

Mangelndes Tageslicht und trockene Heizungsluft machen Zimmerpflanzen zu schaffen. Angemessene Pflege und ein bisschen Aufmerksamkeit belohnen sie mit gesundem Wuchs und spenden wohltuendes Grün oder sogar bezaubernde Blüten in der kahlen Jahreszeit.

Energiespender: Mit mässig feucht gehaltener Erde blüht die Flamingoblume (Anthurie) rund ums Jahr.

Energiespender: Mit mässig feucht gehaltener Erde blüht die Flamingoblume (Anthurie) rund ums Jahr.

(Bild: Blumenbüro Holland)

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Freie Journalistin

Gesunde, robuste Gewächse überstehen die ungünstigen Bedingungen im Winter meist schadlos und werden kaum von Schädlingen befallen. Leichter gesagt, als getan, denn unsere Zimmerpflanzen stammen meistens aus tropischen Ländern. Hohe Luftfeuchtigkeit und kalkarmes Wasser sind dort die Norm. Also gilt es, diese Bedingungen möglichst gut zu improvisieren.

Giessen mit Gefühl

Pflanzen funktionieren wie «grüne Lungen». Sie verwandeln verbrauchte, kohlendioxidhaltige Luft in Sauerstoff und sind ausgezeichnete Luftbefeuchter. Wenn sie serbeln, heisst die häufigste Diagnose: zu viel Wasser! Denn auch Wurzeln müssen atmen können. Doch wie z. B. sollen sie das, wenn sie ständig mit den «Füssen» im kalten Wasser stehen? Für genügend Abstand zum Wasser im Unterteller oder Übertopf sorgen Flaschendeckeli oder Blähtonkügelchen, auf die man die Töpfe platziert. Damit die Knollen von Zyklamen nicht nass werden und faulen, giesst man die Pflanzen mit Vorteil in den Unterteller. Dies empfiehlt sich auch für Gewächse mit behaarten Blättern, etwa von Usambaraveilchen (St. Pauli) und Blattbegonien. Überschüssiges Wasser nach rund einer Stunde wegschütten.

Zinnkraut zur Stärkung

Leitungswasser kann weitgehend entkalkt werden, wenn man es einige Tage stehen lässt und den untersten Rest im Gefäss weggiesst. Ein gutes Stärkungsmittel für Zimmerpflanzen ist Zinnkrauttee (Schachtelhalm). Die enthaltene Kieselsäure schützt vor Pilzbefall. Einen Portionenbeutel oder einen gehäuften Teelöffel voll mit einem Liter heissem Wasser übergiessen. Auskühlen lassen, absieben und wöchentlich als Giesswasser verwenden.

Grüne Tipps für den Nutz- und Ziergarten

  • Klug ist, wer jetzt in Ruhe seine Gartengeräte und Hilfsmittel überprüft und ergänzt, Defektes repariert oder ersetzt – und den Rasenmäher warten lässt. 
  • Inventar vorhandener Samentütchen erstellen. Zur Keimprobe einige Sämchen auf einen Teller mit feuchtem Haushaltpapier streuen und bei Zimmertemperatur zum Keimen bringen. Falls nicht mindestens die Hälfte der Samen austreibt, ist das Saatgut wertlos. 
  • Aussaaterde an einen temperierten Platz stellen: Ende Januar ist Saattermin für Geranien, Petunien, Fleissige Lieschen und Rizinus. 
  • Zweige von Blütensträuchern und Obstbäumen über Nacht in einen Trog mit handwarmem Wasser legen. Dann schräg anschneiden und in einer Vase im Zimmer zum Blühen bringen.

Erfrischende Dusche

Gegen Staub, zur Erholung und bei Schädlingsbefall hilft eine Brause. Damit die Erde nicht durchnässt und ausgeschwemmt wird, das Gefäss in einen Plastikbeutel stellen und zubinden. Die Pflanze über der Badewanne mit handwarmem Wasser überbrausen, auch die Blattunterseiten. Grünpflanzen halten im Winter mit den wenigen Stunden Tageslicht Ruhezeit. Sie werden erst wieder im Frühling gedüngt. Ausnahme bilden Hydrokulturen sowie blühende Gewächse. Azaleen, Primeln, Orchideen und Farne lieben ein wöchentliches Tauchbad. Dazu den Topf in einen Eimer mit handwarmem Wasser stellen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Restwasser gut abtropfen lassen.

Wehret den Anfängen!

Auf ständig nasser Erde tummeln sich häufig Springschwänze. Das sind etwa zwei Millimeter lange, weisse Insekten. Abhilfe schafft das Umtopfen in neue Erde und spärlicheres Giessen. Allfällige Schädlinge kann man mit einer Lupe entdecken und bekämpfen, bevor sie grösseren Schaden anrichten. Gegen Weisse Fliegen und Trauermücken helfen Gelbtafeln. Die Plagegeister werden durch die gelbe Farbe angelockt und bleiben an den Tafeln kleben. Bei Thrips-Befall, einer kleinen Fliegenart, die an Blättern und Blüten saugt, helfen Blautafeln. 

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