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Landleben

Highland Games und Hochzeiten

Der Berner Hausberg Gurten ist ein Naherholungsgebiet für die Stadtberner und Musikbegeisterte pilgern Jahr für Jahr zum Gurtenfestival dorthin. Just unterhalb des Festivalgeländes liegt der Hof Aebersold, betrieben von Ruedi und Susanne Balsiger.

Susanne und Ruedi Balsiger: er der Macher an der Front, sie die starke Kraft im Hintergrund.

Susanne und Ruedi Balsiger: er der Macher an der Front, sie die starke Kraft im Hintergrund.

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Der Gurtenbauer

Hoch über Bern auf dem Gurten liegt der Betrieb von Ruedi und Susanne Balsiger. Dass der Hof an das Gelände des Gurtenfestivals grenzt, stört das Paar nicht. Die Schlafzone des Musikfestivals, wo die Besucher ihre Zelte aufschlagen und nächtigen, ist auf ihrem Land. Ruedi Balsiger hat schon vor 25 Jahren beim Aufbau der Infrastruktur des Anlasses mitangepackt und noch heute hilft er hin und wieder aus. Etwa wenn ein Lastwagen im Schlamm stecken bleibt. Warum der Hof den Zweitnamen «Highland Gurten» trägt, wird schnell klar: Ruedi Balsiger hat eine Vorliebe für Hochland-Rinder.

Beliebt für Events

Ruedi und Susanne Balsiger setzen neben der extensiven Mutterkuhhaltung mit den Hochland-Rindern auf Events auf dem Bauernhof. Was mit einem regelmässigen Brunch zum 1. August 1999 auf dem Hof begann, hat sich langsam und stetig zu einem wichtigen Standbein der Familie entwickelt. Geburtstagsfeiern, Firmenanlässe und Hochzeiten werden auf dem idyllisch gelegenen Hof abgehalten. Rund 100 Anlässe gehen hier im Sommer über die Bühne.

Ein beliebter Event, der auch auf dem Hof angeboten wird, sind die Highland Games. Die Organisation der Veranstaltung hat das Paar mittlerweile an das Aktivreisebüro Berger Events in Herrenschwanden ausgelagert, weil es viel Betreuung braucht. Bei den Highland Games schlüpfen die Teilnehmer schon mal in farbige Schottenröcke und versuchen sich im Traktor Pulling, Kuhmelken, Hufei-sen-, Baumstamm- oder Gummistiefelwerfen.

Bewährtes Konzept

Der Bauernhof ist sehr gepflegt, die Festtische liebevoll mit Blumen geschmückt und vor dem Schopf stehen grosse Kübel mit Olivenbäumen. Der grüne Daumen von Susanne Balsiger kommt hier zum Ausdruck. Sie legt viel Wert auf das gepflegte Aussehen des Hofes. Auch der extra für die Veranstaltungen umgebaute Maschinenschopf ist eine Augenweide. Geranien zieren die Hauswand und der Schopf wirkt wie ein neu gebautes Chalet. Im Inneren sind zahlreiche Holzstühle und Tische, alte Ski zieren die Wände. Man spürt die Liebe zum Detail und den innovativen Erfindergeist der beiden. Was bei den Anlässen von den Gästen auch immer wieder sehr geschätzt wird, ist die ungezwungene Art, sich verköstigen zu können. «Hier kann jeder so viel schöpfen, bis er genug hat», sagt Susanne Balsiger. Ein Plus ist zudem, dass nichts serviert wird. Alles wird in Buffetform auf den selber gefertigten, schön geschmückten Marktständen angeboten, Getränke können selber geholt werden. «Dieses unkomplizierte Konzept, bei dem sich jeder jederzeit seinen Nachschub oder Kaffee holen kann, hat sich mehr als bewährt», ist sich Ruedi Balsiger sicher. Auf den Teller kommen immer nur frische und regionale Produkte. Dazu gibt’s natürlich hofeigenes Highland-Beef vom Grill. Die Edelstücke verkaufen die Balsigers dem Restaurant Mille Sens in Bern. Damit Ruedi Balsiger das Know-how für die Küche hat, band er sich selber drei Winter lang die Schürze um und kochte in einem Berner Restaurant. «Damit ich weiss, was ich von den Frauen will», meint er schmunzlend. «Heute habe ich eine «Tätschmeisterin» für die Küche». Unmittelbar neben der Küche grenzt eine gemütliche kleine Bar an. Hier soll in rund einem Jahr die neuste Errungenschaft von Ruedi Balsiger seinen Absatz finden: der selbstgebrannte Whisky aus eigener Gerste.

Der Gurten ist autofrei und so muss der Gast nachdem er mit der Standseilbahn von Wabern aus bis zur Bergstation gefahren ist, 20 Minuten zu Fuss zurücklegen. Das ist kein Hindernis, sondern auch ein Verkaufsargument, findet Susanne Balsiger. Gerade das macht den Bauernhof mit den Events speziell. Hier muss jeder Gast erst einmal eine Runde gehen und kann die schöne Aussicht und die Natur geniessen. Für Bräute im weissen Hochzeitskleid wird da keine Ausnahme gemacht. 

AutorinLis Eymann, Landwirtschaftlicher Informationsdienst LID, Weststrasse 10, 3000 Bern 6, www.lid.ch

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