Landleben

Faire Partnerschaft

Im Verein Regioterre arbeiten Konsumenten und Bauern zusammen. Die einen erhalten frisches Bio-Gemüse aus der Region, die anderen faire Preise.

Beim Verein Regioterre erhalten die Produzenten von den Konsumenten eine Abnahmegarantie.

(Ruth Bossert)

Publiziert am

freie Journalistin

Wenn Katharina Jud ihre gefütterte Jutetasche im Depot in St.Gallen abholt und zu Hause auspackt, wird sie Äpfel, Kartoffeln, Federkohl, Apfelsaft, Zuckerhut- und Nüsslisalat vorfinden. Typisches Wintergemüse, alles in Bio-Knospe-Qualität, knackig frisch und unter fairen Bedingungen produziert. Katharina Jud ist Vorstandsmitglied im Verein Regioterre. «Eine Mitgliedschaft im Verein ist Bedingung, wenn man ein Gemüseabo abschliessen möchte», erklärt sie. Katharina Jud entschied sich für Regioterre, weil sie die Idee der solidarischen Landwirtschaft, der direkten Zusammenarbeit von Produzenten und Konsumenten und speziell der Verbindlichkeit zwischen den beiden Partnern hervorragend findet.

Produzent im Vorstand

Selma und Peter Fust-Hengartner bewirtschaften einen Bio-Knospehof. Sie betreiben Milchwirtschaft, haben 50 Hühner und zwei Schweine. Auf 250 Hochstamm bäumen wächst Tafel- und Mostobst, auf einer halben Hektare pflanzen sie Gemüse an. Ihre Produkte verkaufen sie im Hofladen, auf dem Markt und liefern an Regioterre. Peter Fust ist seit dem Start von Regioterre im Jahr 2011 dabei – als Produzent und Vorstandsmitglied. Wie seine Vereinskollegin Katharina Jud bekräftigt auch er, dass faire Preise, eine garantierte Abnahme und sichere Verträge die Basis der Zusammenarbeit sei. Mit dem Logistikverantwortlichen Romano Andreoli arbeiten die Produzenten hervorragend zusammen. Zweimal im Jahr findet eine Produktionssitzung statt, wo die Produzenten ihre Kulturen angeben. Ansonsten melden sie sich telefonisch bis spätestens am Sonntagmorgen beim Logistiker, welche Produkte am Dienstagmorgen geliefert werden.

«Die abgemachten Preise gelten das ganze Jahr.»

Peter Fust, Landwirt

Volle Transparenz

Durch die vertraglich abgesicherten Abnahmen wissen Fusts ein Jahr im Voraus, wie viel sie einnehmen. An der Hauptversammlung melden die Produzenten ihre Produkte und den jeweiligen Preis. «Es hat noch nie eine Diskussion gegeben wegen der Preise», sagt Peter Fust. Die Preise werden vorgängig an die Mitglieder verschickt, damit sie sich mit ihnen auseinandersetzen können. Die abgemachten Preise gelten dann für das ganze Jahr, auch wenn Hagel, Hochwasser, Trockenheit oder andere witterungsbedingte Ausfälle passieren und sich dadurch die Handelspreise massiv verändern können. Dem Vorstand, der ehrenamtlich arbeitet, ist es wichtig, dass die Produzenten fair entschädigt werden und die Konsumenten zu einem fairen Preis frisches Gemüse erhalten. 

Gemeinsam mehr erreichen

Zusammenarbeit bietet viele Vorteile – ob im Einkauf, in der Produktion oder bei der Vermarktung. Nach dem Motto «Gemeinsam gehts besser» arbeiten Bäuerinnen und Bauern immer häufiger zusammen.

Unter www.lid.ch finden Sie zu diesem Beitrag noch zusätzliche Inhalte.

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