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Landleben

Kraftprotz aus Hollywood

Was bei uns im Advent das Tannengrün, ist in englischsprachigen Ländern «Holly», die Stechpalme. Die US-Film-Metropole Hollywood bedeutet somit «Stechpalmenwald». Der einheimische und pflegeleichte Strauch hat denn auch durchaus das Zeug zum Star.

Stechpalme geschmückt mit Eiskristallen

Pickfein und das ganze Jahr grün: Stechpalme geschmückt mit Eiskristallen.

(Bild: Ines Voigt / pixelio.de)

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Freie Journalistin

In Nordamerika gedeihen Stechpalmen auf riesigen Plantagen. Ihre Zweige werden für Weihnachtsdekoraktionen geschnitten und verkauft. Sie gelten als Symbol für ewiges Leben, Frieden und Glück. Mit ihrem sattgrünen Laub und den leuchtend roten Beeren repräsentieren sie die klassischen Farben des Advents.
Die grosse Nachfrage in der Weihnachtszeit ist unseren einheimischen Stechpalmen denn auch zum Verhängnis geworden. Zwar sind die glänzenden, lederartigen Blätter mit wehrhaften Stacheln besetzt. Damit schützen sie sich erfolgreich gegen hungrige Tiermäuler, aber nicht vor dicken Gartenhandschuhen. Die natürlichen Bestände sind masslos geplündert worden. Deshalb stehen wildwachsende Stechpalmen inzwischen unter Naturschutz.
Im eigenen Garten kann man bedenkenlos einige Zweige schneiden. Stechpalmen sind gut schnittverträglich und können mit der Gartenschere auf die gewünschte Höhe und Form gestutzt werden. Aber Vorsicht: Die hübschen Beeren sind giftig und verleiten kleine Kinder zum Naschen!

Stechpalmen in Varianten

Gärtner nennen das vor Kraft strotzende Gehölz «Ilex» und führen in ihrem Angebot verschiedenste Sorten. Die meisten Stechpalmen sind zweihäusig: Fehlt der männliche Partner als Pollenspender, so tragen die weiblichen Pflanzen kaum Beeren. Allerdings gibt es auch Solisten, die über und über mit Beerenschmuck behangen sind. Etwa die 1895 gezüchtete Sorte Ilex aquifolium «J.C. van Tol». Ihre dunkelgrünen Blätter sind nur spärlich mit Stacheln besetzt. Bei anderen Stechpalmen ist der Fall klar: Zur weiblichen Ilex-Sorte «Blue Princess» (Blaue Prinzessin) gehört als Partner die Stechpalme «Blue Prince» (Blauer Prinz) für reichen Beerenschmuck. Das Blau bezieht sich auf die blaugrüne Blattfarbe.

Prima Ersatz für Buchs

Blätter wie Buchsbaum hat die japanische Stechpalme Ilex crenata Convexa. Der schattenverträgliche Strauch eignet sich perfekt für den Formschnitt und ist damit ein sehr guter Ersatz für Buchs, der vom Zünsler und von Pilzkrankheiten bedroht ist. Besonderen Zierwert haben Stechpalmen mit zweifarbigem Laub. Es gibt Sorten mit gelb oder weiss panaschierten Blättern. Diese bunten Stechpalmen sind besondere Lichtblicke im kahlen Garten und möbeln Schattenplätze auf.

Haltbarer Beerenschmuck

Varianten gibt es auch bei den Beerenfarben. Ausser den erbsengrossen Roten sind auch gelbe, orange und schwarze Sorten vertreten. Für kleine Gärten, Kübel und Tröge empfiehlt sich die Säulenstechpalme (Ilex crenata «Fastigiata»), die gerade mal einen Meter Höhe erreicht. Zierlich sind auch ihre wintergrünen Blätter, die Beeren leuchtend schwarz. In der Floristik besonders beliebt sind die Zweige von Ilex verticillata: Die Beeren dieser Stechpalmenart haften besonders lange an den Ästen. Allerdings sind sie kahl; ihre Blätter färben sich im Herbst gelbrot und fallen ab. Dies im Gegensatz zu ihren Schwestern, die das ganze Jahr mit sattgrünem Laub protzen.

Grüne Tipps für den Nutz- und Ziergarten

  • Bei Trockenheit immergrüne Gehölze giessen, wenn der Boden nicht gefroren ist. Sie verdunsten auch während der kalten Jahreszeit reichlich Wasser. 
  • Mehrjährige Kräuter wie Melisse, Salbei, Thymian und Minze zur Vermehrung an frostfreien Tagen teilen und neu einpflanzen. 
  • Beetrosen kniehoch zurückschneiden; der Hauptschnitt erfolgt im Frühjahr. Erde anhäufeln und mit verrottetem Mist oder Kompost abdecken. Erst mit Reisig abdecken, wenn längere Kälteperioden drohen. 
  • Amaryllisknollen so eintopfen, dass ein Drittel aus der Erde ragt und durchdringend giessen. Erst wieder wässern, wenn der Blütenschaft deutlich sichtbar ist, andernfalls bleibt er gerne stecken. 
  • Zum Treiben geeignete Hyazinthen auf Gläser setzen und nur so viel Wasser ein- oder nachfüllen, dass es die Zwiebel nicht berührt.
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