Landtechnik

«Die Agrama muss die Schweizer Bedürfnisse wahrnehmen»

Die UFA-Revue wollte vom Veranstalter der Ausstellung wissen, welche Trends im Landmaschinenmarkt im Kommen sind und warum die Agrama für die Schweizer Landwirte wichtig ist.

und den eingesetzten Landmaschinen Daten ermittelt. Verknüpft mit den GPS-Positionen kann nun eine gezielte Saat, Düngung und Bewässerung der Pflanzen erfolgen. Somit kann speziell auf die Bedürfnisse der einzelnen Feldteilfläche eingegangen werden, was beachtliche Einsparungen bei den Betriebsmitteln, dem Energieverbrauch und der Arbeitszeit bewirkt. Durch den geringeren und präzisen Einsatz von Herbiziden und mineralischen Düngern werden zudem weniger Umweltgifte eingesetzt. Entsprechend können auch die kleineren Landwirtschaftsbetriebe von der Digitalisierung profitieren und ökonomischer arbeiten.  Die Schweizer Landwirtschaft hat schon bessere Zeiten erlebt, wie sind die Aussichten im Bereich der Mechanisierung? Jürg Minger ist Geschäftsführer der Bucher Landtechnik AG und gleichzeitig SLV-Präsiden

Jürg Minger ist Präsident der SLV/ASMA

(jpb)

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Jürg Minger ist Geschäftsführer der Bucher Landtechnik AG und gleichzeitig SLV-Präsident. Die UFA-Revue wollte vom Veranstalter der Ausstellung wissen, welche Trends im Landmaschinenmarkt im Kommen sind und warum die Agrama für die Schweizer Landwirte wichtig ist. 

UFA-Revue: Die Digitalisierung geht auch in der Landwirtschaft schnell vorwärts, was sind die Trends in diesem Bereich? 

Jürg Minger: Die Palette der digitalen Möglichkeiten in der Landwirtschaft wird immer breiter. Das beginnt beispielsweise beim datengestützten Farm Management: Eine automatische Dokumentation aller Prozesse und Arbeiten auf dem Hof und auf dem Feld spart Zeit und führt zu transparenten und effizienten Betriebsabläufen. Mithilfe von Datenanalysen lassen sich zudem Wege- und Einsatzzeiten, Maschinen- und Betriebsmittel sowie wesentliche Kostentreiber detailliert identifizieren und damit genau planen. Smart Data sei deshalb eine Schlüsselaufgabe für intelligentes Farm Management in der Schweiz, sagen Experten.

UFA-Revue: In der Praxis sind auch zurückhaltende Stimmen bezüglich Datenerfassung und -sammlung zu hören. Was bringt die Digitalisierung für einen typischen Familienbetrieb in der Schweiz?
Minger: Jedes System hat seine Vor- und Nachteile. Wer zukünftig in der Ernährungswirtschaft mitwirken will, muss sich mit der Digitalisierung auseinandersetzen. So werden zum Beispiel beim  Precision Farming vom Boden, den Pflanzen, der Wasserversorgung und den eingesetzten Landmaschinen Daten ermittelt. Verknüpft mit den GPS-Positionen kann nun eine gezielte Saat, Düngung und Bewässerung der Pflanzen erfolgen. Somit kann speziell auf die Bedürfnisse der einzelnen Feldteilfläche eingegangen werden, was beachtliche Einsparungen bei den Betriebsmitteln, dem Energieverbrauch und der Arbeitszeit bewirkt. Durch den geringeren und präzisen Einsatz von Herbiziden und mineralischen Düngern werden zudem weniger Umweltgifte eingesetzt. Entsprechend können auch die kleineren Landwirtschaftsbetriebe von der Digitalisierung profitieren und ökonomischer arbeiten.

UFA-Revue: Die Schweizer Landwirtschaft hat schon bessere Zeiten erlebt, wie sind die Aussichten im Bereich der Mechanisierung? 
Minger: Die Schweizer Landwirtschaft hat schon viele Tiefs und Hochs erlebt und gerade aus diesem Grund wird der zukunftsorientierte Landwirt vermehrt in neue Technologien investieren, um seinen Betrieb noch effizienter ökologisch und ökonomisch zu führen.   

UFA-Revue: Braucht es die Agrama in Zeiten der Digitalisierung überhaupt noch und warum findet die Agrama eigentlich nicht jährlich, sondern nur alle zwei Jahre statt?
Minger: Aus Kostengründen hat der SLV vor Jahren entschieden, die Agrama nur noch alle zwei Jahre, also in den Zwischenjahren der Agritechnica in Hannover und der Sima in Paris, durchzuführen. Dieses System hat sich bewährt und wird auch in Zukunft so fortgeführt. Selbstverständlich machen wir uns stetig Überlegungen wie die Agrama in Zukunft aussehen wird und ob Veränderungen, speziell hinsichtlich der Digitalisierung, nötig sind.

UFA-Revue: Welche Bereiche sollten Ihrer Meinung nach an der Agrama erweitert werden?
Minger: Es ist nicht entscheidend, dass die Agrama erweitert wird, wichtig ist, dass die Schweizer Bedürfnisse wahrgenommen werden. Aus diesem Grund werden in allen Bereichen der Landwirtschaft Neuheiten zu sehen sein.

UFA-Revue: Was wünschen Sie sich für die Besucher der diesjährigen Agrama?
Minger: An der diesjährigen Agrama haben die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, noch viel mehr dieser digitalisierten Landtechnik-Trends, speziell an die Gegebenheiten der Schweizer Landwirtschaft angepasst, kennen zu lernen und sich von deren Möglichkeiten inspirieren zu lassen. Aber auch altbewährte Landtechnik kann hier in neuer Form erlebt und begutachtet werden. 265 Aussteller freuen sich darauf, ihre Produkte den Besuchern präsentieren zu dürfen.

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