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Landtechnik

Der Vector bereitet auch Dürrfutterrationen zu

In der Landwirtschaft erhält das Arbeitsmanagement einen immer höheren Stellenwert. Selbst wenn wichtige tägliche Aufgaben von einem Roboter übernommen werden, hängt der Betriebserfolg grundsätzlich von Menschen ab. Ein Beispiel dazu liefert der Fütterungsroboter Lely Vector, der das Futter automatisch und bedarfsgerecht verteilt.

Der Lely Vector mischt, misst und schiebt. Er wird automatisch befüllt und verteilt das Futter bedarfsgerecht an die Tiere.

Der Lely Vector mischt, misst und schiebt. Er wird automatisch befüllt und verteilt das Futter bedarfsgerecht an die Tiere.

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Redaktor, UFA-Revue

Wie sind in einem auf Ackerbau spezialisierten Betrieb zusätzlich 100 Milchkühe zu versorgen? Martin Blaser ist Landwirt in Granges-Paccot und hat mit dem Vector eine Lösung gefunden, die seine Anforderungen erfüllt. Der Betriebsleiter bewirtschaftet seinen Mischbetrieb mit Ackerbau und Milchwirtschaft mit der Unterstützung von drei Vollzeitangestellten sowie zwei Lernenden. Er investiert viel Zeit in die Ausbildung seiner Lehrlinge, weiss aber auch, dass er auf den Einsatz seiner Mitarbeitenden mit landwirtschaftlicher Ausbildung zählen kann und sie massgeblich am Betriebserfolg beteiligt sind.

Verschiedene Rationen

Nachdem er den Stall im freiburgischen Noréaz mit 100 Kühen übernommen hatte, konnten nach einem relativ einfachen Umbau und der automatisierten Fütterung mit dem Fütterungsroboter Lely Vector die Hofarbeiten rationell gestaltet werden. Die Tiere sind ruhig, und es gibt keine Stresssituationen am Fressgitter. «Erwähnenswert an dieser Fütterungsform ist, dass der Roboter drei verschiedene Dürrfutterrationen vorbereitet. So erhalten die laktierenden Kühe, die Galtkühe und die trächtigen Kühe, zwei Wochen vor dem Geburtstermin, rund um die Uhr je die passende Futterration», erklärt Martin Blaser. Die Fruchtfolge besteht aus Zuckerrüben, Raps, Getreide, Mais und Karotten sowie Kartoffeln. Ein Teil davon wird in der Fütterung der Kühe verwertet.

«Top Fütterung bedingt eine homogene Ration.»

Martin Blaser

Homogene Rationen

Der Vector-Fütterungsroboter bereitet Rationen von rund 220 kg auf. Rund 70 Prozent der TS besteht aus Heu und Emd. Weiter werden Maiskolbenschrot, Trockenschnitzel, Kartoffeln sowie Maismehl und Rapskuchen beigemischt. «Die grösste Herausforderung besteht darin, eine homogene Ration zu erhalten», erklärt Blaser. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Heu und Emd kurz geschnitten werden müssen, bevor sie in den Vector gelangen. Ausserdem hat die Reihenfolge, in der die einzelnen Komponenten hinzugefügt werden, einen sehr grossen Einfluss. Martin Blaser tüftelt immer noch an den Rezeptverbesserungen, um eine gleich homogene Ration zu erhalten, wie sie mit der Silage möglich wäre. «Nach der nun einjährigen Fütterung mit dem Roboter ist die Milchproduktion um etwa zwei Liter pro Kuh und Tag gestiegen», erklärt der Landwirt, der vorher mit einem gezogenen Futtermischwagen arbeitete.

Fütterung an den Roboter delegiert

Hervorzuheben ist zudem, dass der Vector rund alle 20 Minuten beim Zuschieben ans Fressgitter für jede Tierkategorie die Futterhöhe misst. Anschliessend platziert er sich unterhalb der Futterküche, die sich im Obergeschoss befindet, und bereitet eine Ration für jene Gruppe zu, für die Futter fehlt. Ein besonderes Augenmerk legt der Betriebsleiter auf die tägliche Kontrolle und das Nachfüllen der Futterküche alle drei bis vier Tage. «Die Anpassung und Überwachung der Rationskosten ist tatsächlich ein grosser Pluspunkt dieser automatischen Fütterung», meint Blaser. Weiter hält er fest, dass der Roboter zuverlässig arbeitet, das Futter kaum verweigert wird, die Tiere das Futter nicht sortieren und sich ruhig verhalten, da auch rangniedrige Tiere Zugang zu frischem Futter haben. 

«Am Morgen ist das Futter bereits verteilt»

Im Januar 2021 übernahm Martin Blaser in Noréaz FR einen für 100 Milchkühe ausgelegten Stall in Pacht. Dieser war bereits mit zwei Melkrobotern Lely Astronaut A4 bestückt. Nach einigen Einrichtungs- und Umbauarbeiten hat er dort seine Herde vom Familienhof in Granges-Paccot bei Freiburg untergebracht. Die Milch wird von Cremo zu Vacherin Fribourgeois AOP verarbeitet. «Die landwirtschaftlichen Nutzflächen rund um den Stall sind vorwiegend dem Futterbau gewidmet. Der Ackerbau wird auf den Betrieb in Granges-Paccot konzentriert», erläutert Martin Blaser bei einem Besuch der UFA-Revue in seinem Stall. Die Kartoffelproduktion erfolgt in Zusammenarbeit mit zwei anderen Landwirten und ist ein wichtiger Produktionszweig. Der Landwirt kümmert sich mit Herzblut ums Management und einen reibungslosen Ablauf aller Arbeiten sowohl auf dem Feld als auch mit den Tieren. «Entscheidend ist, dass man bei allem, was man tut, mit Leidenschaft bei der Sache ist», führt der Ackerbauexperte aus, der sich mittlerweile auch bestens mit der Haltung und Fütterung von Kühen auskennt.

Vor einem Jahr standen zwei Optionen zur Diskussion: wie bis anhin mit einem Futtermischwagen 100 Kühe füttern oder umstellen auf ein automatisches Fütterungssystem. «Der Preis eines 30-m 3 -Mischwagens mit einem 150-PS-Traktor war ein Problem», erklärt Blaser. «Und ich wollte keine Abgase und keinen Lärm mehr im Stallinnern haben». Da er bereits Kontakt zu Lely hatte und um die Zuverlässigkeit des Unternehmens wusste, entschied er sich für den automatischen Fütterungsroboter Lely Vector. Für die Milch, die zur Käseherstellung verwendet wird, übernimmt dieses Gerät die Zubereitung der Dürrfutterrationen. «Der wichtigste Umbau im Stall war die Erstellung einer Futterküche oberhalb der Kühe zum Befüllen des Vectors», führt Blaser aus. «Das Gerät ist Tag und Nacht in Betrieb, und wenn man morgens den Stall betritt, sind die Kühe bereits am Fressen.»

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