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Landtechnik

Die Kunst der flachen Bodenbearbeitung

Die Stoppelbearbeitung nach der Ernte hat viele Vorteile. Wird der Boden mit Scheiben oder Spezialscharen durchmischt, fördert dies die Keimung vorhandener Samen. Angesichts des breiten Sortiments und unterschiedlichster Bedingungen fällt die Wahl der richtigen Maschine nicht leicht.

Eine extraflache Stoppelbearbeitung fördert die Keimung der Samen und vermischt Ernterückstände mit der feinen Erde. 

Eine extraflache Stoppelbearbeitung fördert die Keimung der Samen und vermischt Ernterückstände mit der feinen Erde. 

Publiziert am

Redaktor, UFA-Revue

Ob mit Scheiben oder Zinken, angebaut oder gezogen – die erste Massnahme nach der Ernte muss flach erfolgen. Ziel der oberflächigen Stoppelbearbeitung ist stets das Gleiche: die Keimung von Durchwuchs und Unkräutern zu fördern, die Zersetzung von Ernteresten zu beschleunigen, die Schneckenbekämpfung voranzutreiben und die Aussaat von nachfolgenden Zwischen- oder Hauptkulturen zu erleichtern.

Extraflache Stoppelbearbeitung

Seit über zwanzig Jahren besteht ein Trend hin zur flachen Stoppelbearbeitung. Je nach Bodentyp, Anbaumethode und Arbeitsintensität muss die dazu am besten geeignete Maschine gefunden werden. Aus agronomischer Sicht werden durch die flache Stoppelbearbeitung die oft sehr kleinen Unkrautsamen in einer geringen Bodentiefe belassen, was deren Keimung gewährleistet. Bei trockenen Bedingungen kann durch mechanisches Bearbeiten in einer Tiefe von zwei bis vier Zentimeter auch die Wasserverdunstung aus dem Boden verringert werden. Das Verfahren besteht darin, den Boden und die Wurzeln auf der gesamten Fläche in einer geringen Tiefe zu durchtrennen und krümelige Erde zu erzeugen, damit sich die Zersetzungsprozesse verbessern.

Voraussetzung für ein erfolgreiches Vorgehen ist eine flache Bodenoberfläche. Unebenheiten oder tiefe, durch die Maschinen verursachte Fahrspuren können nicht ausgeglichen werden. Die meisten Hersteller haben sowohl Kurzscheibeneggen als auch mit Zinken ausgestattete Maschinen im Angebot, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Dadurch wird die Auswahl möglicher Geräte noch erweitert und die Palette an verfügbaren Werkzeugen besonders vielfältig.

Scheibeneggen

Der Hersteller Amazone hat mit dem Modell Catros angebaute oder gezogene Maschinen im Angebot, die eine Arbeitsbreite zwischen 2,5 und 12 m aufweisen. «Es gibt vier unterschiedliche Scheibentypen, von glatten Scheiben für flache Arbeitstiefen bis zu grob gezackten und natürlich die neue X-Cutter Disc», erklärt Thomas Hofer, Produktmanager bei Ott. Die Bodenanpassung wird durch eine individuelle Scheibenmontage mit integrierter Überlastsicherung ermöglicht. Beim Catros 03 wird die Arbeitstiefe durch das Drehen der kompletten Scheibenreihen eingestellt (Smart Frame System). Zudem sind auch zahlreiche Vorwerkzeuge erhältlich (z. B. Messerwalzen), die vor den Scheiben platziert werden.

CrossCutter Disc

Väderstad eröffnet mit der CrossCutter Disc neue Möglichkeiten zur Bodenbearbeitung in ultraflachen Arbeitstiefen von zwei bis drei Zentimeter. Die spezielle, stark gewellte Form sorgt für einen 11,5 cm breiten Schnitt pro Scheibe und über die gesamte Arbeitsfläche. Die CrossCutter Disc ist auf die Carrier-Scheibeneggen – selbst auf die sehr breiten Modelle – zugeschnitten. «Für Zwischenfrüchte, Raps- oder Getreidestoppeln und auf gepflügten Böden ist sie bestens geeignet und erstellt ein ideales Saatbeet», bestätigt Lukas Keller von Keller Technik AG. Die Carrier-Scheibeneggen sind in angebauter sowie in gezogener Ausführung lieferbar. Sie umfassen unter anderem ein CrossBoard, Walzen der Runner-Baureihe zur Tiefenanpassung und punkten durch geringen Verschleiss.

Grubber

Der Grubber Karat 9 verfügt über elf Zinkenarme mit 27 cm Abstand. Für die extraflache Stoppelbearbeitung hat Lemken die Del-taCut-Schare (KG35) im Angebot, die ein breites Überlappen ermöglicht. «Das Schnellwechselsystem der Scharfüsse erfolgt ohne Werkzeug und ermöglicht es, den Grubber für eine flache Bodenbearbeitung oder eine tiefere Stoppelbearbeitung leicht umzurüsten», erklärt Andreas Rutsch, Verkaufsleiter bei Lemken für die Ostschweiz. Mit der Maschine kann eine flache Bodenbearbeitung unmittelbar nach der Ernte und eine zweite einige Wochen später durchgeführt werden. Die DeltaCut-Scharen mit Hartmetallbeschichtung weisen eine bis zu fünfmal längere Lebensdauer auf.

Eine extraflache Bodenbearbeitung verringert auch die Wasserverdunstung.

Präzisionsarbeit

Um die Bodenbearbeitung ab einer Tiefe von zwei Zentimeter sicherzustellen, ist eine Präzisionsmaschine unerlässlich. Mit den Treffler-Gänsefussscharen werden die Wurzeln genau und auf der gesamten Fläche geschnitten. Anschliessend legt ein Striegel die Keimlinge auf den Boden, damit sie besser austrocknen. «Die Tan-dem-Tasträder vorne bewirken eine gleichmässige Arbeitstiefe», versichert Rémy Vaucher, Verkaufsleiter bei Agrar Landtechnik AG für die Westschweiz. «Dieses System verringert die Bodenunebenheiten oder Maschinenfahrspuren um die Hälfte.» Die Maschine gibt es als angebaute oder aufgesattelte Variante mit Standard-Gänsefussscharen, Feinschnitt- oder gezahnter Hartmetallschare.

Vor der Stoppelbearbeitung ist abzuklären, welche Art von Maschine am besten geeignet ist. Überfahrten, die quer zu den Saatreihen verlaufen, liefern in jedem Fall ein besseres Ergebnis. Das Gleiche gilt für die Montage mehrerer Geräte auf dem gleichen Rahmen, wodurch sich die positiven Effekte jedes einzelnen Geräts kombinieren lassen. Aber auch hier gilt, den Verschleiss der Scheiben oder Scharen regelmässig zu kontrollieren. 

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