Landtechnik

Melkroboter und Käsereimilch

Zur Herstellung eines hochwertigen Käses ist nicht nur das Know-how des Käsers, sondern auch Qualitätsmilch gefragt. Der Melkroboter arbeitet regelmässig und bietet dem Bauern zahlreiche Erleichterungen, da für ihn die repetitive und mühevolle Arbeit erledigt wird. Dank dieser fortschreitenden Technologie ist auch die Produktion von hochqualitativer Milch möglich.

Der Melkroboter arbeitet regelmässig und bietet dem Bauern zahlreiche Erleichterungen

Gilbert Ramuz hat 2008 zwei Astronaut A3 Melkroboter installiert und bemerkte ein ruhigeres Tierverhalten.

(Jean-Pierre Burri)

Publiziert am

Redaktor, UFA-Revue

Die beiden Melkroboter Lely Astronaut A3, die seit zwölf Jahren im Stall von Gilbert Ramuz in Corcelles-le-Jorat im Einsatz stehen, bilden für den Produzenten von Käsereimilch einen Bestandteil der Hofentwicklung. Der Betrieb wurde in den letzten Jahrzehnten vergrössert, aber bereits die Vorgängergeneration tätigte regelmässig Investitionen, um die Arbeitsbelastung zu verringern und das Tierwohl zu erhöhen.

Melkroboter beeinflusst Arbeit

Der Ersatz des Melkstands durch zwei Melkroboter hat die Arbeit erheblich erleichtert. Die Zeit kann nun genutzt werden, um die Herde zu beobachten und die vom Roboter gesammelten individuellen Daten auszuwerten. «Wenn man mehr Zeit mit dem Beobachten der Tiere als mit dem Melken verbringt, fallen einem automatisch mehr Dinge auf. Das gleiche kann auch unser Tierarzt feststellen», erklärt Gilbert Ramuz bei einem Gespräch mit der UFA-Revue in seinem stets angepassten Stall.

«Dank des Roboters entfällt die für das Melken erforderliche Präsenzzeit, was zu Zeitgewinn führt. Zudem ist die Herde weniger gestresst und die Kühe können in Ruhe dann fressen, wenn sie wollen», ergänzt Vater Jean-Philippe Ramuz, der seit 2010 im Ruhestand ist, aber immer noch bei den Arbeiten auf dem Betrieb Hand anlegt.

Roboter und Käsereimilch

Die Käserei von Corcelles-le-Jorat kauft die Milch von elf Produzenten, darunter auch einigen Betriebsgemeinschaften, um jährlich 230 Tonnen Gruyère AOP herzustellen. «Dass über 20 Prozent der Milch, die die Milchgenossenschaft erhält, von einem Produzenten stammt, der einen Melkroboter einsetzt, hat Fragen aufgeworfen und zu Bedenken geführt», stellt Gilbert Ramuz fest. Aber die Qualität des Käses ist unverändert geblieben, und der Käser Didier Bovet hat 2014 und 2019 von der Branchenorganisation Interprofession du Gruyère zwei Goldmedaillen erhalten. In einem Zeitraum von fünf Jahren wurde er 60-mal bewertet und erhielt 44-mal die maximale Punktzahl. Trotz dieser erfreulichen Ergebnisse wurde den Gruyère-AOP-Milchproduzenten der Einsatz eines Melkroboters untersagt. Die Landwirte, die bereits vor dem Verbot einen Melkroboter installierten, unterliegen einem Moratorium, das am 2. Juli 2022 ausläuft.

Einfluss des Melkroboters

Der Einsatz eines automatischen Melksystems verändert die Arbeit des Milchproduzenten grundlegend. Die Kühe begeben sich selbstständig und ruhig zum Melkroboter, der programmiert ist, um ein Mindestintervall von achteinhalb Stunden zwischen den Melkungen einzuhalten. Die Maschine muss vom Bauern täglich kontrolliert werden und liefert eine Fülle nützlicher Informationen für das Herdenmanagement. Dadurch können allfällige Probleme früher erkannt und schneller Massnahmen ergriffen werden. Gilbert Ramuz schätzt die Beratung und den Service von Lely. «Die Melkroboter stehen seit über zehn Jahren im Einsatz und Pannen sind äusserst selten. Eine regelmässige Wartung sorgt dafür, dass die Maschine leistungsstark bleibt», erklärt Gilbert Ramuz. Daher ist eine gute Zusammenarbeit mit dem Hersteller unerlässlich.

«Die Kühe sollten sich frei bewegen können»

Die Gemeinde Corcelles-le-Jorat liegt zwischen Moudon und Lausanne auf 700 bis 900 m ü. M. Fast ein Drittel der Gemeindefläche ist vor allem in den höheren Lagen von Wald bedeckt. Die Dorfkäserei bietet in ihrem Laden lokale Produkte an und verarbeitet die Milch in Gruyère AOP. Gilbert Ramuz bewirtschaftet mit seiner Familie, zwei Angestellten und zwei Lehrlingen einen Landwirtschaftsbetrieb in einem Weiler der Gemeinde. Der Betrieb umfasst 12 ha Brotweizen, 6 ha Futtergetreide, 4 ha Zucker- und Futterrüben sowie 5 ha Raps. «15 ha Kunstwiesen sind für die 70 Milchkühe reserviert, 1,5 ha für Grünmaisfutter und die restliche Fläche für Dauerwiesen. Die erste Heubelüftung wurde in den 1960er Jahren installiert», berichtet Gilbert Ramuz anlässlich eines Besuchs auf seinem Betrieb.

Familie Ramuz hat stets in die Modernisierung von Gebäuden und Anlagen für die Milchproduktion investiert. In den 1960er Jahren entschied sich Jean-Philippe Ramuz, der Vater von Gilbert Ramuz, statt Sim-mental- Monbéliarde-Kühe zu halten. 1975 erstellte er einen Boxenlaufstall für 32 Kühe und einen Tandemmelkstand 2 × 2. Die Stallgebäude wurden 1992 erweitert, um die Herde zu vergrössern. 2002 übernahm Gilbert Ramuz den Betrieb und erhöhte schrittweise den Viehbestand. Im Januar 2008 wurden auf dem Betrieb, der seine Milch an die Dorfkäserei liefert, zwei Lely Astronaut A3 Melkroboter installiert.

Das Wohlbefinden der Tiere ist wichtig

Über den Kälber- und Liegeboxen wurde ein Stroheinstreusystem installiert.

(Jean-Pierre Burri)

Gilbert Ramuz hat 2013 einen Lely Juno Futterschieber für die Bereitstellung der Mischfutterration und auch für das Grünfutter an der Futterkrippe erworben. Mit einem automatischen Stroheinstreusystem über den Kälberboxen und den Liegeboxen für die Kühe wird das gehäckselte Stroh durch ein grosses Rohr verteilt. «Im Sommer gehen die Kühe möglichst oft auf die Weide, das Gras von etwas weiter entfernten Wiesen wird in der Futterkrippe verteilt. Im Idealfall sollten die Tiere die Möglichkeit haben, selber hinauszu gehen», erklärt Gilbert Ramuz, für den das Tierwohl ganz besonders wichtig ist. Das automatische Melksystem erleichtert nicht nur die Arbeit des Landwirts, sondern trägt auch zu einem höheren Wohlbefinden der Kühe bei, die den Melkroboter stressfrei eigenständig aufsuchen.

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