Landtechnik

Vollausgerüstet und für Hanglagen

Massey Ferguson erweitert sein Traktorensortiment um eine Bauserie im Unter-100-PS-Sektor. Ein Landwirt aus dem Emmental hatte Gelegenheit, den MF 3709 AL während einer Woche auf seinem Betrieb zu testen und mit den grösseren Modellen der 5000er-Serie zu vergleichen, die er seit Jahren einsetzt und gut kennt.

Serie 3700 AL «Alpine»

Massey Ferguson bietet in der Serie 3700 AL «Alpine» drei Kompakt-Traktoren an.

(Bild: Jean-Pierre Burri)

Publiziert am

Redaktor, UFA-Revue

Anfang September hatte Alexander Beer, Landwirt in Zollbrück im Emmental, die Möglichkeit, einen Traktor der neuen 3700 AL «Alpine»-Serie von Massey Ferguson auf seinem Betrieb zu testen. Diese Serie setzt sich aus den drei Modellen 3707, 3708 und 3709 mit einer jeweiligen Leistung von 75, 85 und 95 PS zusammen. Diese Kom-pakt-Traktoren wurden für Arbeiten in Hanglagen und den täglichen Einsatz auf dem Hof konzipiert.

Motor und Getriebe

Die neue MF 3700er-Serie ist mit einem FPT 3,4-Liter-Vierzylinder-Motor ausgerüstet. Dieser Motor erfüllt die Emissionsnormen Tier 4 Final dank eines Partikelfilters und benötigt keine Zugabe von AdBlue. Die Traktoren der MF 3700er-Serie sind mit einem PowerShuttle-Getriebe von Massey Ferguson ausgerüstet, das über SpeedShift, eine zweistufige Lastschaltung, verfügt. Dies ermöglicht eine einfache Bedienung von acht «kupplungslosen» Schaltvorgängen in jedem der drei Bereiche über Tasten am Schalthebel. Das Wartungsintervall beträgt 600 Stunden für den Motor und 1200 Stunden für das Getriebe. «Mit seinen 95 PS ist dieser Traktor stark genug. Ich bin noch nicht an dessen Grenzen gestossen», erklärt Alexander Beer.

Fahrerkabine und Steuerung
multifunktionaler Hebel

Der multifunktionale Hebel ermöglicht die Kontrolle der Hydraulik und des Antriebs. Er enthält zwei programmierbare Tasten.

(Bild: Jean-Pierre Burri)

Beim Modell MF 3700 wurde die Kabine auf 140 cm erweitert. Der luftgefederte Fahrersitz ermöglicht eine komplette Rundumsicht. Zu den vielen Optionen gehören Klimaanlage, Radio mit USB-Anschluss, DAB / Blue-tooth-Funk und elektrische Spiegeleinstellung. Die höhen-, nach vor und hinten verstellbare Lenksäule sichert eine komfortable Fahrweise.

Das von Alexander Beer getestete Modell 3709 AL ist mit einer Stan-dard-Kabine mit einem ebenem Kabinenboden ausgerüstet. Die neue Serie «Alpine» ist auch mit einer besonders niedrigen Kabine erhältlich. Die Traktorhöhe mit den gleichen 540 / 65 R30-Pneus erreicht dann eine Höhe von 2,44 m anstatt deren 2,55 m beim ebenen Kabinenboden. Die sich auf der rechten Seite befindende Konsole ist mit einem Multi fun ktionsjoystick ausgerüstet. Mit dieser kann das Fronthubwerk, die Hydrauliksteuerung, der Fahrtrichtungswechsel und die Lastschaltung bedient werden. Anhand eines Drehknopfs am Armaturenbrett kann die Aggressivität der Fahrtrichtungsänderung eingestellt werden.

Fahr- und Hubwerk
MF 3700 AL «Alpine»

Der MF 3700 AL «Alpine» ist mit einem ebenen Kabinenboden oder als besonders niedrige Kabine erhältlich.

(Bild: Jean-Pierre Burri)

Die Bezeichnung «Alpine» ergibt sich aus dem längeren und breiteren Fahrwerk, das in Hanglagen für mehr Stabilität sorgt. Dennoch fällt der Traktor in die Kategorie Kom-pakt-Traktoren. Das elektronisch betriebene Heckhubwerk ist in der Lage, 3000 kg zu stemmen.

In der Standardversion ist die 3700 AL Serie mit einer 540 / 540E Zapfwelle ausgerüstet und kann optional über eine 540 /1000 U / min Zapfwelle verfügen. Zwei elektrohydraulische Steuerventile sind Standard, während es eine Option für bis zu vier gibt. «Ich schätze die Kabine, weil sie für einen Traktor dieser Grös se wirklich geräumig ist. Zudem bietet dieser Traktor genug Platz zum Anhängen der Maschinen», erklärt Alexander Beer, der mit dem Service des regionalen Vertriebspartners, welcher nur einige Kilometer von seinem Betrieb entfernt ist, sehr zufrieden ist. 

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«Ein vielseitiger und wendiger Traktor»

Das Dorf Zollbrück gehört zur Gemeinde Lauperswil im Emmental. Alexander Beer bewirtschaftet dort zusammen mit seiner Ehefrau Margreth und den drei Kindern, die zwischen zwei und sieben Jahre alt sind, einen Landwirtschaftsbetrieb. Margreth Beer ist ausgebildete Krankenschwester und arbeitet Teilzeit im Spital Langnau. Ein Lernender im zweiten Lehrjahr arbeitet ebenfalls auf dem Betrieb. Im Jahr 2001 übernahm Alexander Beer den elterlichen Betrieb in Zollbrück, der in der Silozone auf 639 m ü. M. liegt. Im gleichen Jahr stellte er auf biologische Landwirtschaft um. Auf den 20,5 Hektar LN des Betriebs hält er 26 Milchkühe und Jungvieh in einem Stall, dessen Umbau 2018 vollendet war. Alexander Beer baut zudem auf 2,5 Hektar Silomais und 2,5 Hektar Wintergetreide – oft Weizen – an. Mit seinem Nachbarn führt er Arbeiten für Dritte aus (Schnitt, Rundballen und Wicklung). Die Pouletmast stellt einen weiteren wichtigen Produktionszweig dar. «Sind die Eintagsküken auf meinem Betrieb, so bleiben diese während drei Wochen in einem mit 100 m 2 Solarzellen gedeckten und beheizten Gebäude. Dann werden die Poulets in die zwölf Häuschen verlegt, die ich regelmässig verschiebe», erklärt Alexander Beer beim Besuch der UFA-Revue auf seinem Betrieb.

«Zwei Wochen vor der Abfahrt der Poulets in den Schlachthof erhalte ich eine neue Serie Eintagsküken», erklärt Alexander Beer weiter.

Alexander Beer besitzt bereits zwei Traktoren von Massey Ferguson und kauft die meisten seiner Maschinen bei Toni Siegenthaler in Schwanden im Emmental, einem Vertriebspartner der GVS-Agrar. Beer war einer der ersten Kunden, der sich für das neue Modell MF 3700 AL interessierte. «Stehen meine beiden MF der Serie 5000 im Einsatz, möchte ich einen vielseitigen Traktor besitzen, um Futterernte- und Hofarbeiten zu verrichten», sagt Alexander Beer. Er erhielt dann die Möglichkeit, den ersten Traktor der neuen Serie 3700 AL zu testen. «Dieser vielseitige Traktor ist natürlich leichter als die Serie 5000, aber mit einer Leistung von 95 PS stark genug für sämtliche Arbeiten, die ich in diesen Tagen verrichtet habe. Ich habe festgestellt, dass sich der Hebel zur Änderung der Zapfwellendrehzahl hinten am Traktor befindet und die Handbremse bei vorhandenem Beifahrersitz nicht leicht zu bedienen ist. Die Sicht nach hinten ist hingegen bemerkenswert und die Wendigkeit für die Saat, den Striegel oder die Hacke ist hervorragend», präzisiert Alexander Beer.


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