Landtechnik

Der richtige Weg für die Rüben

Die Rübenernte erfordert einen erheblichen Maschineneinsatz und wird üblicherweise von landwirtschaftlichen Lohnunternehmen durchgeführt, die mit verschiedenen Maschinen arbeiten. Der besten Mittelweg zwischen Flächenleistung und Bodenschutz muss individuell gefunden werden.

Die Rüben trocknen zuerst einen Tag ab. Anschliessend werden sie mit dem Lader aufgenommen.

Publiziert am

Redaktor, UFA-Revue

Die Rübenernte findet jeweils in den letzten Monaten des Jahres statt. Dann, wenn ideale Erntebedingungen herrschen. Bei schlechtem Wetter kann die Ernte allerdings nicht unbedingt aufgeschoben werden. Und das ist ein Problem. Wie gelingt es, mehrere Dutzend Tonnen Zuckerrüben mit möglichst geringem Erdanteil und insbesondere wenig Bodenschäden aus der Parzelle zu entfernen? Eine Frage, die sich immer wieder stellt.

Bodenverdichtung

In unseren Nachbarländern haben die Produzenten bei der Rübenernte mit den gleichen Problemen zu kämpfen. Immer grössere Maschinen, die über ein erweitertes Ladebunkervolumen verfügen, weisen auch ein höheres Gesamtgewicht auf. Selbst wenn auf grössere und breitere Reifen gesetzt wird, hat das Gesamtgewicht der Maschine grosse Auswirkungen. Alle Untersuchungen zur Bodenverdichtung bestätigen, dass ein geringer Druck pro Quadratzentimeter die Verdichtung der Bodenoberfläche tatsächlich reduziert, aber das Gesamtgewicht in tieferen Erdschichten zu Verdichtungen führt. Die Bodenfeuchtigkeit ist ein weiterer Faktor, der zu berücksichtigen ist. Hinterlässt ein Maschineneinsatz tiefe Fahrspuren, gestaltet sich die anschliessende Bodenbearbeitung und die Erstellung eines flachen Saatbetts schwieriger. Bei der Rübenernte können nicht nur tiefe Fahrspuren entstehen, auch die Lagerung der Rüben am Feldrand kann Probleme verursachen. Und zwar hauptsächlich dann, wenn die Rüben nach einer Regenperiode verladen werden. Eine hohe Verdichtung kann die Bodenstruktur über Jahre schädigen.

Gezogener Rübenernter

Viele Rübenproduzenten besitzen einen eigenen gezogenen Rübenernter. Diese Maschinen haben den Vorteil, dass sie ein geringeres Gewicht aufweisen. Sowohl das Leergewicht als auch ein Fassungsvermögen von ungefähr zehn Kubikmeter erlauben ein bodenschonendes Arbeiten.

Zwischen der Reihenanzahl der Maschine und der Leistungsstärke vom Traktor muss ein Kompromiss gefunden werden. Auch Lohnunternehmer entscheiden sich für diesen Gerätetyp. «Ein Traktor mit 165 PS genügt vollumfänglich, um den Zweireiher von TIM, den wir hauptsächlich für die Futterrübenernte einsetzen, zu ziehen», erklärt Jean-Robert Ramuz aus Ropraz (VD). Für ihn bietet eine gezogene Maschine den Vorteil, dass sie vor allem bodenschonend arbeitet und wendiger ist, was gerade auf kleinen Parzellen zum Tragen kommt. «Die Kombination mit dem mit Xeobib-Reifen ausgestatteten Traktor und einer relativ leichten Maschine ist ideal», so Ramuz. Zudem wird mit der 540er Zapfwelle und einer reduzierten Motordrehzahl auch der Kraftstoffverbrauch gesenkt.

Das Radscharsystem funktioniert in den Augen des Lohnunternehmers ausgezeichnet und mit dem Sammelsystem wird die Anzahl Steine im Erntegut reduziert. In der Schweiz setzen verschiedene Lohnunternehmer zwei oder gar drei gezogene Maschinen ein.

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Eine gezogene Maschine ist leicht und wendig. Ein Vorteil auch in kleinen Parzellen. Bild: Lohnunternehmer Ramuz

Zweiphasen-Verfahren

Die Rübenernte kann auch in einem zweiphasigen Verfahren erfolgen. In einem ersten Schritt werden mit einem angebauten Roder die Blätter entfernt, die Rüben aus dem Boden gezogen und versetzt abgelegt. Das landwirtschaftliche Lohnunternehmen Chappuis aus Cuarnens wendet ebenfalls diese Methode mit den zwei Phasen an. Die Rüben lässt man einen Tag lang abtrocknen, bevor sie von einem selbstfahrenden Rübenlader eingesammelt und am Feldrand abgelegt werden. In dieser zweiten Phase fährt der Rübenlader neben den Spuren des Traktors vom ersten Arbeitsgang. «In einem Versuch im vergangenen Jahr wurde aufgrund dieser Abtrocknungszeit eine Reduktion des Erdanteils von rund fünf Prozent gemessen», erklärt Daniel Chappuis.

«Die Folgen einer Bodenverdichtung oder tiefen Fahrspuren bleiben über Jahre bemerkbar», bestätigt der Unternehmer, der nur bei guten Bedingungen Rüben erntet. Chappuis stellt zudem bei seinen Kunden ein steigendes Interesse für bodenschonende Massnahmen und das Zweiphasen-Verfahren bei der Rübenrodung fest.

Rübenvollernter

In der Schweiz und ihren Nachbarländern werden heute schätzungsweise bis 90 Prozent der Zuckerrüben mit einem Vollernter geerntet. Die grossen Modelle arbeiten zum Teil spurversetzt und können somit den Boden breitflächig befahren. Durch das grosse Bunkervolumen sind die Vollernter leistungsstark, können aber auch ein sehr hohes Gesamtgewicht erreichen. Um das Bodenverdichtungsrisiko zu senken, kann der Fahrer den Bunker entleeren, bevor er vollständig befüllt ist. Mit Blick auf die Flächenleistung ist ein selbstfahrender Rübenroder bei grossen Feldern unschlagbar. Diese hohe Leistung, gepaart mit einer guten Organisation, ermöglichen eine Ernte bei günstigen Bedingungen. «Ein kleiner und leichterer Vollernter ist eine gute Alternative zum Zweiphasen-Verfahren und einem sehr schweren Vollernter», erklärt der Unternehmer David Schärer aus Oppens (VD), der bis 2010 ein Zweiphasen-System angewendet hat.

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Ein leichter Rübenvollernter reduziert die Gefahr einer Bodenverdichtung.

Ein schwerer Anhänger, der neben dem Roder fährt und die Rüben transportiert, kann den Boden ebenfalls langfristig schädigen. Mit passenden Reifen ist eine Senkung des Bodenverdichtungsrisikos möglich. Die beste Massnahme, um Bodenschäden zu vermeiden, ist die Wahl des richtigen Erntezeitpunkts, unabhängig davon, welche Methode und Maschinen eingesetzt werden. 

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