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Landtechnik

Sämaschinen und schonende Bodenbearbeitung

Vereinfachte Anbauverfahren tragen dazu bei, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und gleichzeitig das Risiko der Erosion oder Bodenverdichtung zu minimieren. Damit diese Verfahren zum Erfolg führen, sind insbesondere bei der Direktsaat spezielle Maschinen und grosses Know-how erforderlich.

Bei der Direktsaat dürfen maximal 25 Prozent der Bodenoberfläche bewegt werden.

Bei der Direktsaat dürfen maximal 25 Prozent der Bodenoberfläche bewegt werden.

(Joel Petermann, Alphatec)

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Redaktor, UFA-Revue

Sämaschinen gibt es in verschiedensten Ausführungen und Betriebsarten. Alle haben jedoch die gleiche Aufgabe, nämlich eine genaue Menge an Saatgut pro Hektar auszubringen, die Körner in einer vorbestimmten Bodentiefe abzulegen und das Saatgut gleichmässig zu verteilen.

Die Sämaschinen lassen sich in zwei Hauptgruppen unterteilen, die sich durch die Art der Saatgutförderung und -ausbringung unterscheiden: mechanische Sämaschinen, bei denen die Saatgutablage per Schwerkraft erfolgt, und pneumatische Sämaschinen, die das Saatgut mittels Gebläse verteilen.

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Scheibenscharen eignen sich für konventionelle wie auch vereinfachte Anbauverfahren.

(Jean-Pierre Burri)
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Der elektrische Dosierantrieb ermöglicht eine sehr präzise Einstellung der Aussaatmenge.

(Jean-Pierre Burri)

Mechanische vs. pneumatische Sämaschine

Die Stärke der mechanischen Sämaschinen liegt in der einfachen und präzisen Dosierung des Saatguts sowie im Preisvorteil gegenüber pneumatischen Modellen. Die Befüllung mit Big-Bags ist möglich, das Fassungsvermögen des Saatgutbehälters ist jedoch geringer. Scheibenscharmaschinen bieten eine hohe Präzision, ohne bei heterogenen Böden oder Pflanzenrückständen zu Verstopfungen zu neigen.

Bei den pneumatischen Sämaschinen erlauben die eckigere Form und der grossvolumige Saatgutbehälter ein müheloses Befüllen mittels Big-Bags. Die komfortable Steuerung der Saatgutmenge und die hohe Präzision sind weitere Vorteile. «Der elektrische Dosierantrieb sorgt für eine präzise Saatgutablage, auch bei hoher Fahrgeschwindigkeit. Er bietet sehr geringe bis hohe Saatmengen und gewährleistet eine schnelle und einfache Verstellung», so der Gerätehersteller Lemken. Die Arbeitsbreite der pneumatischen Sämaschinen ist im Gegensatz zu den mechanischen Sämaschinen nicht auf drei oder vier Meter begrenzt.

Säeinheiten

Ältere Modelle sind meistens mit Schleppscharen ausgerüstet. Diese benötigen aufgrund der robusten und einfachen Bauweise generell nur wenig Wartung. Bei hohen Mengen an Pflanzenrückständen verlieren die Schleppscharen jedoch an Effizienz. Je nach Scharform kann es zu mehr oder weniger erheblichen Verstopfungen kommen.

Am Markt sind mehrere Arten von Ein- und Doppelscheibenscharen erhältlich, die sich zudem durch ihr Gewicht unterscheiden. Diese Säeinheiten eignen sich für konventionelle wie auch vereinfachte Anbauverfahren. Durch ihren etwas komplexeren Aufbau fallen aber höhere Unterhaltskosten an. Die schweren Varianten sorgen beim Einsatz mit Direktsaatmaschinen für ein zuverlässiges Zerschneiden von Pflanzenrückständen.

Die Ausführungen mit federnden oder starren Zinken für die pfluglose Aussaat gewährleisten auf gut eingeebneten Böden eine äusserst gleichmässige Tiefenführung mit in der Regel einfachen Einstellfunktionen. Je nach Ausführung zeigen Zinkenscharen einen geringeren Verschleiss als Scheibenscharen auf und benötigen auch weniger Leistung.

Schonende Bodenbearbeitung

Fruchtbarer Boden ist eine der wichtigsten Grundlagen für die Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln und der zentrale Produktionsfaktor der Landwirtschaft. Mit einer standortgerechten Bodenbearbeitung und geringem Hilfsstoffeinsatz bleibt die Bodenfruchtbarkeit langfristig erhalten, indem Verdichtung, Erosion und Schadstoffanreicherung vermieden werden. Für die schonende Bodenbearbeitung werden gemäss Direktzahlungsverordnung Beiträge ausbezahlt; bei zusätzlichem Verzicht auf Herbizide wird ein Zusatzbeitrag gewährt.

Die Art der Bodenbearbeitung wird anhand der bewegten Bodenoberfläche bestimmt. Folgende Arten der Bodenbearbeitung sind beitragsberechtigt:

Vereinfachte Anbauverfahren

Die Hauptvorteile der Direktsaat sind die permanente Bodenbedeckung, die das Bodenleben fördert, sowie die höhere Wasserspeicherkapazität. Damit während der Bodenbearbeitung nicht mehr als 25 Prozent der Bodenoberfläche bewegt werden, sind die Maschinen mit Scheiben-, Zinken- oder Kreuzschlitzscharen (Cross Slot) ausgerüstet. «Die Direktsaat ist eine anspruchsvolle Anbautechnik, die gelernt sein will. Wir stellen unsere eigenen Maschinen her und bieten dem Kunden eine kontinuierliche Betreuung bei der Einstellung der zahlreichen Parameter, die zur Erreichung eines guten Ergebnisses erforderlich sind», erklärt Joel Petermann, Geschäftsführer der Firma Alphatec. Ziel ist eine tiefe Bodenbearbeitung, die zur Bildung von Schollen und zu einer Ansammlung von Pflanzenresten wie vor allem Stroh führen kann, zu vermeiden, um eine natürliche und stabile Struktur zu konservieren. Durch die Unterstützung von Regenwürmern wird der Boden gemischt und durchlüftet.

Die von mehreren landwirtschaftlichen Lohnunternehmern angebotene Streifenfrässaat stellt für schwere oder relativ uneinheitliche Böden eine Alternative zur Direktsaat dar. «Bei diesem Sävorgang werden höchstens 50 Prozent der Bodenoberfläche bearbeitet. Diese Methode eignet sich gut für den Anbau von Raps, Mais, Sonnenblumen und Zuckerrüben», führt der Spezialist für diese bodenschonenden Verfahren weiter aus. Der Erhalt der Kapillarwirkung ist ein wesentlicher Aspekt dieser Methode.

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Durch die Trichterform des Saatgutbehälters ist die benötigte Saatgutmenge bei Saatende sehr gering.

(Jean-Pierre Burri)

Die Mulchsaat ist die am häufigsten angewendete Methode zur reduzierten Bodenbearbeitung. Die Bodenoberfläche wird vorzugsweise unter Einsatz von Maschinen ohne Zapfwellenantrieb ganzflächig bearbeitet. Eine flache Stoppelbearbeitung und eine Saatgutablage in die oberflächennahe Mulchschicht gewährleisten optimale Keimbedingungen für die Saat.

Das Ziel der vereinfachten Anbauverfahren besteht darin, durch die Verbesserung der Tragfähigkeit und die Minderung von Fruchtbarkeit der bewirtschafte-Erosion oder Verdichtung die ten Böden zu erhalten. Das Regenwasser kann besser einsickern und bleibt im Wurzelbereich, sodass die Kulturen weniger unter der sommerlichen Trockenheit leiden. Falls die Prognosen des Klimawandels wie erwartet eintreten, dürfte zudem die Niederschlagsverteilung ändern. Die Niederschläge werden im Winter zu- und im Sommer abnehmen, was sich zugunsten dieser Anbaumethoden auswirken wird. 

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