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Landtechnik

Schonende Ernte

In den Futterernteketten sind Bandschwader immer häufiger anzutreffen. Mit technischen Lösungen ist es möglich, das Gras oder Heu ohne Verunreinigungen vom Boden aufzunehmen und über ein Band zu transportieren. Mit einem Bandschwader im Frontanbau wird das Mähgut nicht überfahren, und somit werden auch Bröckelverluste reduziert.

Das Überfahren des trockenen Futters und Verluste werden vermieden. 

Das Überfahren des trockenen Futters und Verluste werden vermieden. 

Publiziert am

Redaktor, UFA-Revue

Konserviertes Raufutter ist ein wichtiger Bestandteil der Tierfütterung. Häufig ist es schwierig, Schwaden mit möglichst wenig Erdrückständen und Steinen und gleichzeitiger Schonung des Ernteguts vorzubereiten oder zusammenzulegen. Mit Blick auf den Nährwert sind die Pflanzenblätter unerlässlich und müssen im Erntegut verbleiben. Ist die mechanische Arbeit zu aggressiv, brechen die empfindlichen Blätter und fallen zu Boden. Erfolgt der Arbeitsgang aber mit einem optimal eingestellten Bandschwader, können derartige Verluste vermieden werden.

Maschinentypen

Beim Thema Bandschwader denkt man oft an gezogene Maschinen mit grosser Arbeitsbreite, die in unseren Nachbarländern auf riesigen Feldflächen zum Einsatz kommen. Diese Geräte eignen sich tatsächlich gut für grosse Flächen und erlauben sehr hohe Fahrgeschwindigkeiten. Die Futterqualität bleibt aber auch für die kleineren Betriebe relevant, und die Wahl einer kleineren Maschine im Frontanbau bringt ebenfalls Vorteile. Zwar bleibt die Aufnahmetechnik die gleiche, aber der Traktor fährt nicht mehr über das Mähgut. Punkto Flächenleistung sind sich die Hersteller einig: «Ein Frontschwader mit einer Arbeitsbreite von drei Meter ersetzt einen Doppelrotorschwader allein durch die höhere Arbeitsgeschwindigkeit.»

Quer gelesen

Bandschwader: Vor- und Nachteile

+ Futter wird geschont, weniger Verluste und bessere Qualität 

+ Sauberes Futter, weniger Erdrückstände und Steine 

+ Mähgutablage links oder rechts (auch beidseitig bei Kuhn) 

+ Für alle Futterpflanzen anwendbar 

+ Hydraulischer Antrieb von Pick-up, Förder- und Querband 

+/– Schwere Maschine, mit Entlastung ausgestattet 

+/– Limitierte Arbeitsbreite, aber mit Heckanbau kombinierbar 

– Hohe Anschaffungsinvestition

Die Vorteile

Das Erntegut wird dank einer Pick-up schonend vom Boden aufgenommen. Anschliessend wird es auf ein Querförderband befördert und in Schwaden abgelegt. Mit einem herkömmlichen Schwader hingegen wird das Futter über den Boden gezogen. Zudem sichern Gleitteller oder Räder die genaue Höhenführung der Pick-up. Gekrümmte Zinken, die einen negativen Winkel zum Boden bilden, tragen ebenfalls zu einer schonenden Futterbehandlung mit weniger Bröckelverlusten bei. Bei geraden Zinken dagegen besteht eine grössere Gefahr, den Boden aufzukratzen und die Blätter der Jungpflanzen abzureissen. Weiter kann aufgrund des Hydraulikantriebs die Geschwindigkeit der Pick-up und des Förderbands in Abhängigkeit der Mähgutmenge angepasst werden.

Ein Drei-Meter-Frontbandschwader ersetzt einen Doppelrotorschwader.

Als Minuspunkt ist das relativ hohe Eigengewicht dieser Maschinen zu erwähnen. Folglich verfügen Bandschwader über ein Entlastungssystem, um den Bodendruck auf ein Minimum zu reduzieren. Und wenn der Preis eines Bandschwaders jenen für eine Rotormaschine übersteigt, muss immer auch der höhere Futterwert berücksichtigt werden. Wie bei allen Maschinen gilt auch hier: Die Investition ist in Abhängigkeit der bearbeiteten Fläche zu betrachten.

Technische Aspekte

Um einen gleichmässigen Futterfluss auf dem Förderband sicherzustellen, sind diese Maschinen mit einem Fördersystem ausgestattet. Der Merge Maxx 440 F von Kuhn verwendet eine Pick-up mit geringem Durchmesser und einem Windguard-Rollenniederhalter, der sich automatisch auf die vorhandene Futtermenge einstellt. Die Futterablage kann entweder links oder rechts oder auf beide Seiten erfolgen. «Mit dieser einzigartigen Lösung kann ein grosses Schwad zweigeteilt werden», erklärt Ulrich Strauss, Verkaufsleiter bei Bucher Landtechnik. «Der Frontschwader funktioniert auch bestens in Kombination mit einem Heckmodell, da bei Aufteilung des Futters vom Frontschwader eine gleichmässige Mittelschwadbildung beim Heckschwader entsteht.» Dies ist speziell beim nachfolgenden Einsatz von Pressen entscheidend.

Der Schweizer Hersteller Mettler Maschinen AG hat eine leichte Maschine mit einem innovativen Prinzip in der Kategorie der Bandschwader entwickelt. Bei seinem Modell BS 300 treibt die Zapfwelle zwei Hydraulikmotoren an, welche die Pick-up, das Förderband und ein Ansaugsystem ansteuern. Das Förderband besteht aus einem Kunststoffnetz, unter dem sechs Ventilatoren installiert sind. Ein Teil der Luft wird in Richtung der Pick-up geblasen, und das Futter wird von den Ventilatoren auf das Band gesaugt. «Dieses einzigartige System ermöglicht es, das Futter am Hang auch aufwärts zu fördern», erklärt Ulrich Mettler, Geschäftsführer des Unternehmens. Die Maschine ist grundsätzlich für Zweiachsmäher entwickelt worden.

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Der Bandschwader überzeugt mit sauberem Mähgut und hoher Fahrgeschwindigkeit. Bild: Reiter

Geballte Technologie

Der österreichische Hersteller Reiter verbindet bei der Ausgestaltung seiner Respiro-Serie einige besondere Merkmale miteinander. «Eine flexible Pick-up mit kleinem Durchmesser ist die Grundlage für eine optimale Bodenanpassung», schreibt der Hersteller. Eine schleppende Zinkengeometrie trägt zu sauberem Futter bei, und es gelangen keine Steine oder Güllepartikel ins Futter. Ein anderer wesentlicher Punkt sind die Gleitteller an der Unterseite der Pick-up nahe an den Zinken, mit denen die Aufnahmehöhe angepasst wird. «Die Kinematik der Maschine stellt sicher, dass die Arbeitseinheit von unten gestossen wird», erklärt Reiter. Dies verringert den Verschleiss und fördert eine schonende Arbeitsweise. «Beim Modell Respiro R3 compact mit kürzerem Anbau liegt der Schwerpunkt noch näher am Traktor», erklärt der Hersteller.

Der slowenische Hersteller SIP verfügt über eine eigene Entwicklung. Unter Lizenz wird auf den Bandschwader auch die Technologie von Reiter verwendet (flexi ble Pick-up, Förderrotor über der Pick-up). Diese Maschine mit einer hydropneumatischen Entlastung verfügt zudem über eine schleppende Zinkenmontage mit Verlustsicherung.

Das Sortiment des italienischen Herstellers Roc, eher für grosse Maschinenbreiten bekannt, hat ebenfalls ein Frontmodell im Angebot. Da der RT 380 weder Fördersystem noch Schwadrolle besitzt, ist er ein eher leichteres Modell. Eine sechsreihige Pick-up mit gebogenen Zinken sammelt das Mähgut ein. Bei den Zinken angebrachte Gleitkufen und gefederte Tasträder sorgen für die Bodenanpassung. Die verlängerte Rückwand hält das Futter während des Transports durch das Quer förderband zurück. Die Maschine zeichnet sich zudem durch eine kurze Bauweise aus.

Der wichtigste Vorteil dieser Maschinen ist die schonende Behandlung des Futters, was dessen Qualität sichert. Da keine Steine im Futter bleiben, ist der Bandschwader auch günstig für Maschinen, die in der Erntekette folgen und bei denen weniger Schäden zu vermerken sind. Von der schonenden Technik profitieren nicht nur Luzerne und Klee, sondern auch alle Dürrfutter und Silagen. Und müssen Schwaden zusammengefasst werden, ist zum Kompensieren der geringen Breite eines Frontschwaders die Kombi nation mit einer Maschine im Heckanbau ideal.

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