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Landtechnik

Strom und gezielte Ausbringung gegen Unkraut

Im Innovagri-Projekt von Agroline und LANDI werden drei innovative Methoden für den nachhaltigen Pflanzenschutz erprobt. Landwirtinnen und Landwirte bestellen und testen die innovativen Alternativen als komplette Dienstleistung tageweise oder bei punktuellem Bedarf. Mit diesen Innovationen kann der Pflanzenschutzmittel-Einsatz stark reduziert oder gar ganz ersetzt werden.

Mit Crop.zone verbessert eine biologische Leitsubstanz die Wirksamkeit der Stromladung.

Mit Crop.zone verbessert eine biologische Leitsubstanz die Wirksamkeit der Stromladung.

(Agroline)

Publiziert am

Die Unkrautregulierung soll ökologischer und ökonomisch effizienter werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde von Agroline und den LANDI Genossenschaften unter anderem das Projekt Innovagri geschaffen. 13 LANDI Genos senschaften nehmen am Pilotprojekt teil und bieten ihren Mitgliedern eine oder mehrere zukunftsweisende Technologien gegen Unkraut an.

Ökologisch gegen Unkraut

Das erste Wirkungsprinzip ist der Einsatz von Strom in der Unkrautregulierung. xPower zerstört Unkraut in Obstbauanlagen bis in die Wurzeln mit elektrischen Ladungen. Dabei wird mit einer Geschwindigkeit von rund drei km / h eine Arbeits- und Applikationsbreite von 3,5 m respektive 1,1 m eine Dosis elektrische Energie via Elektroden auf das Pflanzenge webe des Unkrauts übertragen. Im xPower sind ein Generator, acht Hochspannungsumrichter und ein Schaltschrank verbaut. Zusätzlich sind Sensoren wie der Radar-Bewegungssensor zur Unterbrechung der Stromabgabe bei Stillstand, Ultraschall-Sensor zur Bodenabstandskontrolle, Signalsäule zur Zustandskontrolle und GPS-Antenne eingebaut.

Mit Crop.zone bietet Innovagri eine zweite Maschine, welche mit Strom unerwünschte Vegetation zerstört. Diese Maschine wird in der Krautvernichtung der Kartoffelkultur eingesetzt. Somit bietet Crop.zone eine Alternative zu den Reglonen (noch bis 1. Juli 2022 erlaubt), dem Abflammen oder Krautschlag im Kartoffelbau an. Um effizienter den Strom zu leiten, wird vor dem Auftragen des Stromes auf die Krautmasse eine biologische Leitsubstanz mit einer Frontanbauspritze appliziert. Somit ist Crop.zone in der Lage mit einer Geschwindigkeit von fünf km / h und Applikationsbreite von zwölf Metern zu operieren. Die Flächenleistung beträgt rund sechs Hektar pro Stunde.

Gezielte Applikation

Mit EcoRobotix bekommt die künstliche Intelligenz (KI) ihr Debüt auf dem Acker. Bei dieser Technologie handelt es sich um einen Anhänger bestehend aus drei Modulen mit je zwei Meter Arbeitsbreite. Jedes Modul ist bestückt mit einem Kamerasystem und 52 Düsen, die mit einer Präzision von 24 cm 2 das vom Algorithmus erkannte Unkraut spritzt. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln kann mit der gezielten Ausbringung um bis zu 90 Prozent reduziert werden. Mit insgesamt sechs Meter Applikationsbreite und fünf km / h Fahrgeschwindigkeit kommt dieses System auf eine Flächenleistung mit bis zu vier Hektar pro Stunde.

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Die Maschine von EcoRobotix spritzt gezielt nur das Unkraut.

Effizienter Einsatz

Bei der KI respektive EcoRobotix scheinen die Möglichkeiten grenzenlos. «Heutzutage sind wir in der Lage Algorithmen in der Landwirtschaft einzusetzen, die spezifische Unkräuter identifizieren und mit Chemie behandeln», erklärt Michael Graf, Leiter Precision Center der Bucher Landtechnik AG, welche für den Vertrieb von ecoRobotix zuständig ist. «Dabei kann dieses System auch genutzt werden, um spezifisch eine Blattapplikation auf die Kulturpflanze zu applizieren. Somit sind wir in der Lage Pflanzenschutz dort einzusetzen wo es ihn auch benötigt», so Michael Graf weiter.

Der flächenmässig respektive mengenmässig effizientere Einsatz könnte jedoch die Wirkung des Pflanzenschutzmittels negativ beeinflussen. Um diese agronomisch wichtige Fragestellung zu beantworten, sind dieses Jahr Versuche in verschiedenen Kulturen geplant.

Beim Einsatz von Strom, sieht man speziell im Obstbau gegenüber chemischen Mittel viele Vorteile. Zum Beispiel können Herbizide bei schönem und heissem Wetter durch zu schnelle und starker Verdunstung die Baumkultur negativ beeinflussen. Zudem kann gezielt durch das Unterbinden der Bodenbearbeitung eine unerwünschte Förderung der Mineralisierung von Nährstoffen speziell im Herbst eingedämmt werden. Somit hat man mit Strom keine Bodenbearbeitung, kein Abdriften und keine Resistenzen.

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xPower zerstört das Unkraut in Obstbauanlagen bis in die Wurzeln mit Strom.

Alternative Technologien

Agroline stellt den Landwirtinnen und Landwirten mit diesen Technologien risikofreie und innovative Alternativen zur Verfügung. Dabei setzen zwei der drei Technologien auf den Einsatz von Strom zur Unkrautregulierung. Die dritte Technologie bedient sich der KI und identifiziert punktgenau Unkräuter und behandelt diese. Zurzeit befinden sich alle diese innovativen Maschinen in einem Prototypenstadium und werden nicht in grossem Stil hergestellt. Innovagri reduziert dank Agroline und den LANDI Genossenschaften das unternehmerische Risiko für die Einführung neuer Technologien bei den Landwirtinnen und Landwirte. Andererseits bietet das Pilotprojekt jungen Unternehmen einen schnellen Markteintritt und praxistaugliche Prüfung ihrer Produkte für eine nachhaltige Landwirtschaft. 

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