Landtechnik

Raupentransporter

Wozu eignen sich Raupentransporter in der Landwirtschaft? Und welches sind die Vorteile eines hydrostatisch angetriebenen Modells im Vergleich zu einem Modell mit mechanischem Antrieb? Zahlreiche Hersteller bieten Fahrzeuge mit unterschiedlichen Ladekapazitäten, Verbrennungs- oder Elektromotoren an.

Ein Raupenfahrzeug kann auf einer kleinen Fläche drehen und ermöglicht  das Arbeiten zwischen engen Reihen. 

Publiziert am

Redaktor, UFA-Revue

Reben liegen oft an Hängen, die bisweilen schwer zugänglich sind. Zur Arbeitserleichterung hilft eine entsprechende Mechanisierung. Die über das Jahr anfallenden Arbeiten lassen sich am besten mit einem Weinbautraktor verrichten – falls sein Einsatz überhaupt möglich ist. In Anlagen mit eng gepflanzten Rebenreihen leistet der Raupentransporter wertvolle Hilfe, insbesondere bei den Pflanzenschutzbehandlungen. Sehr oft kommen diese Fahrzeuge auch auf Alpen zum Einsatz. Für alle Transportarbeiten sind eine gewisse Ladekapazität, eine gute Bodenhaftung und eine ausgewogene Gewichtsverteilung gefragt. Es gibt eine breite Palette solcher Fahrzeuge für den Hobbygebrauch, während die Auswahl bei den professionellen Geräten geringer ausfällt.  

Pritsche oder Dumper

Ob man sein Raupenfahrzeug mit einer Pritsche oder mit einer Dumpermulde ausstattet, hängt davon ab, wie man das Gerät einsetzen möchte. Mehrere Anbieter führen Pritschen mit ausziehbaren Seitenwänden, sodass Länge und Breite der Ladefläche einstellbar sind. Dies ist besonders nützlich, wenn Material oder Kisten transportiert werden. Dumpermulden eignen sich besser für das Entladen von Schüttgut wie beispielsweise Mist auf der Alp. Raupenfahrzeuge können auch für Pflanzenschutzbehandlungen in den Reben ausgerüstet werden. «Mit dem Schnellkupplungssystem des Honda HP 500 lassen sich per Handgriff auf einfache Weise eine Spritze oder ein anderes Gerät auf das Raupenfahrzeug montieren», erklärt Frank Siffert, Landwirt und biologischer Weinbauer aus Bonvillars im Kanton Waadt. «Die Zuverlässigkeit des Motors ist ein weiteres entscheidendes Merkmal», fährt er fort. «Am Ende der Reihe braucht der Raupentransporter nur sehr wenig Platz zum Wenden und beschädigt die Grasnarbe deutlich weniger als ein Fahrzeug mit Rädern». 

Motor und Antrieb

Die einfach konstruierten Raupenfahrzeuge sind auch in schwierigem Gelände sicher einsetzbar. «Das Gewicht des beladenen Gefährts muss gleichmässig verteilt sein und der Transporter soll genügend Leistung erbringen», erklärt Martin Jungen, Geschäftsführer bei der Schmid und Mägert AG in Reichenbach, Importeur der Marke Ibea. «Die IBT Raupentransporter sind mit Subarumotoren ausgestattet und werden sehr oft im steilen Gelände auf der Alp eingesetzt. Der 5000 DHZ ist unser meistverkauftes Modell», erklärt Jungen weiter.

Die Hersteller Honda und Iseki bieten mittlerweile auch Modelle mit Hydrostat-Antrieb an. Dank der stufenlos regulierbaren Fahrgeschwindigkeit fährt der Transporter gleichmässiger. Die Höchstgeschwindigkeit liegt allerdings unter derjenigen der Fahrzeuge mit drei Vorwärtsgängen. «Im Vergleich zum mechanischen Modell XG35 zeichnet sich der neue Hydro-stat-Transporter XV55 durch einen verbesserten Fahrkomfort, eine grös sere Ladekapazität und eine längere sowie grössere Auflagefläche der Raupen am Boden aus», erklärt Pascal Baeriswyl, Verkaufsleiter von Iseki für die Westschweiz und das Tessin. Zur Erleichterung des Entladens kann der Transporter zudem mit einem hydraulischen Kippsystem ausgestattet werden (Modell XV55H). Diese Ausführung hat einen deutlich erweiterten Kippwinkel, allerdings erhöht sich damit auch das Gewicht des unbeladenen Transporters. 

Elektrofahrzeuge

Verschiedene Anbieter führen Elektro-Raupentransporter deren Ladekapazitäten mit denjenigen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren gleichziehen. Das Modell Power Track 1460 des Herstellers Active ist mit Batterien ausgerüstet und bringt eine Leistung von drei kW. Wie bei allen Elektrofahrzeugen ist die begrenzte Batterielaufzeit der Schwachpunkt. Die Laufzeit reduziert sich stark, wenn das Fahrzeug mit hoher Leistung eingesetzt wird. «Wir haben einen Raupentransporter mit Zusatzbatterien ausgestattet, speziell für Arbeiten in den Rebanlagen. Das Fahrzeug verfügt auch über ein Sprühgerät für die Behandlungen in den Reben», erklärt Sébastien Corbaz der mechanischen Werkstatt Mécacorbaz in Mont-sur-Lausanne. Ein Elektrofahrzeug bietet den Vorteil, dass es weder Lärm verursacht noch Schadstoffe ausstösst und relativ schnell vorankommt.

 

Diese polyvalenten Transporter werden dort genutzt, wo der Einsatz von Spezialfahrzeugen nicht möglich ist. In alten Rebanlagen ist der Reihenabstand bisweilen so gering, dass nur ein Gefährt mit einer Breite von ca. 70 bis 80 cm eingesetzt werden kann. In diesem Fall ersetzt der Raupentransporter die «Handarbeit» des Winzers, der andernfalls seine Reben mit der Rückenspritze behandeln müsste. Je nach Einsatz kann die Fortbewegungsgeschwindigkeit – vorwärts und rückwärts – ein wichtiges Kriterium sein. Zudem lassen sich mit dem Raupenantrieb sogar Treppenstufen überwinden. Auf vielen Alpen ist der Raupentransporter das einzige Motorfahrzeug, das auf schwer zugänglichen Alpweiden für den Transport von Zaunmaterial oder Mist eingesetzt werden kann. 

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