Der Markt für Schweizer Früchte steht unter einem hohen Preis- und Kostendruck: Konsumentinnen und Konsumenten erwarten im Laden günstige Produkte, gleichzeitig sind ihre Ansprüche an Qualität sowie Nachhaltigkeit hoch. Dies bei steigenden Produktions- und Verarbeitungskosten. Um in diesem Umfeld zu bestehen, ist entlang der ganzen Wertschöpfungskette ein hohes Mass an Effizienz erforderlich. Inoverde kümmert sich um die Abnahme, Lagerung sowie Vermarktung der Früchte von rund 290 Produzentinnen und Produzenten in der Genferseeregion, im Wallis, in der Zentralschweiz, in der Ostschweiz sowie einigen angrenzenden Produktionsgebieten. Heute betreibt Inoverde dafür Leistungszentren an drei Standorten: Perroy (VD), Charrat (VS) und Sursee (LU). Der Standort Sursee steht auf dem Prüfstand.
Maximaler Produzentennutzen pro investierten Franken
Sursee ist der älteste und der kleinste der drei Standorte. Die historische Bausubstanz über zwei Geschosse führt zu teils aufwendigen Prozessen. In den kommenden Jahren stünden Investitionen in der Höhe von mehreren Millionen Franken an. Diese lassen sich aufgrund der verhältnismässig tiefen Mengen an Kern- und Steinobst, die am Standort verarbeitet werden, nicht rechtfertigen. Die grösseren Leistungszentren in Perroy und Charrat verfügen demgegenüber über eine zeitgemässe Infrastruktur und Potenzial für die Weiterentwicklung.
Inoverde ist Teil der Agrargenossenschaft fenaco. «Bei jeder Investition stellen wir uns die Frage, wo wir pro eingesetzten Franken den grössten Nutzen für unsere Produzentinnen und Produzenten erzielen», erklärt Michel Nick, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Inoverde. Samuel Wyssenbach, Category Manager Früchte und Mitglied der Geschäftsleitung von Inoverde konkretisiert: «Die Aufrechterhaltung des Standorts Sursee verursacht unverhältnismässig hohe Kosten. Je effizienter wir arbeiten, desto mehr Wertschöpfung können wir an unsere Produzentinnen und Produzenten weitergeben.»
Konsultationsverfahren gestartet
Bevor definitiv über die Zukunft des Standorts Sursee entschieden wird, führt Inoverde mit seinen Mitarbeitenden ein Konsultationsverfahren durch. Dieses dauert bis am 28. August 2026. Am Standort Sursee sind 44 Mitarbeitende beschäftigt. «Falls wir den Betrieb in Sursee einstellen, kommt ein Sozialplan zum Zug», betont Michel Nick. «Wir unterstützen die Mitarbeitenden aktiv bei der Stellensuche und prüfen Möglichkeiten für eine Weiterbeschäftigung an anderen Standorten der fenaco-LANDI Gruppe.»
Anschlusslösungen für Produzentinnen und Produzenten
Parallel dazu führt Inoverde mit den betroffenen Landwirtinnen und Landwirten Gespräche. «Wir haben Anschlusslösungen entwickelt, die wir unseren Obstproduzentinnen und Obstproduzenten anbieten können», so Samuel Wyssenbach. «Für uns ist entscheidend, dass wir die Kern- und Steinobstproduktion in den betroffenen Regionen nicht schwächen, sondern Strukturen etablieren, die deren langfristige Weiterentwicklung ermöglichen.»
Über Inoverde
Von A wie Aprikosen bis Z wie Zwiebeln: Inoverde bringt die Früchte, das Gemüse und die Kartoffeln von über 1000 Schweizer Landwirtschaftsbetrieben zu den Konsumentinnen und Konsumenten. Das Unternehmen in bäuerlicher Hand unterstützt die Produzentinnen und Produzenten bei der Anbauplanung, nimmt die wertvollen Erzeugnisse an und kümmert sich um die Lagerung, Aufbereitung sowie Verpackung. Als verlässliche Partnerin beliefert Inoverde den Schweizer Detail- und Grosshandel sowie die Lebensmittelindustrie. Die leistungsfähige und mit modernster Technologie ausgestattete Infrastruktur befindet sich an 14 Standorten mitten in den wichtigsten Anbaugebieten der Schweiz: Charrat (VS), Perroy (VD), Bercher (VD), Payerne (VD), Ins (BE), Bargen (BE), Bätterkinden (BE), Utzenstorf (BE), Herzogenbuchsee (BE), Sursee (LU), Frauenfeld (TG) und Marthalen (ZH). Inoverde beschäftigt über 400 Mitarbeitende und gehört zur fenaco Genossenschaft.







