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Muscaris stärkt die Vielfalt im Rebberg

Vor drei Jahren hat Rutishauser-DiVino die schweizweit grösste zusammenhängende Fläche mit der widerstandsfähigen Rebsorte Muscaris bepflanzt. Seit diesem Jahr ist das Resultat in der Flasche. Der nachhaltige Wein überzeugt mit seiner Aromatik.

Mit seinen fruchtigen Noten hat der Muscaris die besten Voraussetzungen, gut zu schmecken.

Mit seinen fruchtigen Noten hat der Muscaris die besten Voraussetzungen, gut zu schmecken.

(Rutishauser-DiVino)

Publiziert am

Unternehmenskommunikation fenaco

In Stadel-Mörsburg bei Winterthur (ZH) befindet sich ein ganz besonderer Rebberg: Auf 2,2 ha stehen 10 000 Pflanzen der robusten Rebsorte Muscaris. Die pilzwiderstandsfähige Rebsorte (Piwi) benötigt weniger Pflanzenschutzmittel im Rebberg und kann besser mit den Herausforderungen des Klimawandels umgehen als herkömmliche Sorten. Sie wurden 2023 gepflanzt. Trotz des aussergewöhnlich nassen Frühlings entwickelten sich die jungen Reben in den beiden Folgejahren sehr erfreulich. Im September 2025 fand die erste Vollernte statt: 18 480 kg konnten Jürg Schönenberger, Leiter Kulturen von Rutishauser-DiVino, und sein Team einkellern. «Dies ist für dreijährige Reben ein ausgezeichnetes Ergebnis. Auch die Qualität der Trauben hat uns überzeugt. Mit rund 80 Öchsle haben wir den optimalen Lesezeitpunkt getroffen», sagt Jürg Schönenberger.

Interview

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Linda Böbel, Product Managerin und Einkäuferin Wein bei Rutishauser-DiVino

«Die Rebsorte weckt Neugier»

Nach den ersten Muscaris-Weinen zieht Linda Böbel, Product Managerin von Rutishauser-DiVino, Bilanz und erklärt, wie die Rebsorte bei Kundschaft und Weinbau ankommt.

Was schätzen Kundinnen und Kunden am Muscaris besonders?

Besonders geschätzt werden das ausgeprägte Aromaprofil, die fruchtigen Noten und die frische Stilistik der Weine. Viele Menschen, welche die Rebsorte erstmals kennenlernen, reagieren sehr positiv darauf. Auch an Degustationen zeigt sich, dass Muscaris viele bereits beim ersten Probieren überzeugt. Übrigens: Der Goldenberg Muscaris Winterthur AOC Zürich ist bereits nahezu ausverkauft.

Wie nehmen Winzerinnen und Winzer die Rebsorte Muscaris auf?

Das Interesse ist gross. Die Rebsorte wird aufgrund ihrer Zukunftsaussichten aufmerksam verfolgt. Gleichzeitig zeigt sich, dass der Anbau eine sorgfältige Bewirtschaftung erfordert. Der erhöhte Aufwand bei den Laubarbeiten ist für einzelne Betriebe eine Herausforderung. Doch die Offenheit gegenüber Muscaris und weiteren Piwi-Rebsorten wächst. Ein erfreuliches Zeichen dafür ist, dass wir schon heute von Weinbaubetrieben aus der Region mit Muscaris-Trauben beliefert werden.

Wie geht es weiter?

Muscaris ist für uns ein langfristiges Projekt. Wir wollen das Potenzial der Rebsorte weiter nutzen und gleichzeitig auch anderen robusten Sorten eine Plattform bieten. Dazu haben wir eine neue Marke namens Freiraum lanciert. Sie ist eigenständig, modern, frech, anders und soll so aus der klassischen Weinlinie ausbrechen. Wir möchten sie Schritt für Schritt auch für andere Piwi-Sorten – beispielsweise Souvignier Gris – und für Weine von Weiss bis Rot einsetzen. Unser Ziel ist es, die Bekanntheit von Muscaris und weiteren Piwi-Rebsorten zu steigern.

Ausgeprägte Aromatik

Dank seiner ausgeprägten Aromatik sowie dem harmonischen Zusammenspiel von Süsse und Säure bietet der Muscaris im Keller vielfältige Möglichkeiten: vom frischen, trockenen Weisswein über Schaumwein bis hin zu edelsüssen Spezialitäten. Je nach Ausbaustil kann er im Stahltank oder auch im Barrique reifen, wobei Holz und Hefe weitere Nuancen ermöglichen. Für das Kellerteam von Rutishauser-Di-Vino jedoch ist entscheidend, was die Kundinnen und Kunden mögen und wie der Wein zu den bestehenden Weinlinien passt. «Heute im Trend sind Weissweine, die nicht zu schwer sind und zu geselligen Apéros passen», erklärt Linda Böbel, Product Managerin bei Rutishauser-DiVino. Entsprechend hat das Kellerteam einige Ausbauvarianten getestet.

Diesen Frühling lancierte Rutishauser-DiVino drei Muscaris-Weine, welche die Vielfalt der Rebsorte zeigen – vom unkomplizierten Apéro-Wein bis zum charaktervollen AOC-Wein – und damit auch verschiedene Zielgruppen ansprechen. «Die neuen Produkte werden sehr positiv aufgenommen und ermöglichen es uns, mit ihren unterschiedlichen Stilrichtungen eine breite Bandbreite an Konsumentinnen und Konsumenten anzusprechen», sagt Linda Böbel. Jürg Schönenberger ergänzt: «Der Muscaris macht einfach Spass. Wenn nachhaltige Weine unseren Kundinnen und Kunden Freude bereiten, haben wir vieles richtig gemacht.»

Wichtiges Zeichen

Für den Schweizer Weinbau sind solche Erfahrungen wertvoll. Widerstandsfähige Rebsorten gelten als wichtiger Baustein für eine ressourcenschonendere Weinproduktion. Muscaris ist demnach eine geeignete Botschafterin. Gleichzeitig erweitert diese Traube die Sortenwahl im Hinblick auf die Herausforderungen des Klimawandels. Nebst der ressourcenschonenden Bewirtschaftung der Rebflächen kann sie auch unter anspruchsvollen Bedingungen hochwertiges Traubengut liefern. «Die Vorteile werden auch die Produzentinnen und Produzenten überzeugen», sagt Linda Böbel. Mit den Anbautests und der Vermarktung der ersten Weine möchte Rutishauser-DiVino Erfahrungen sammeln und das Potenzial robuster Rebsorten für den Schweizer Markt aufzeigen. 

«Heute sind Weissweine im Trend, die nicht zu schwer sind und zu geselligen Apéros passen.»

Linda Böbel Product Managerin bei Rutishauser-DiVino

Muscaris: Kreuzung zur robusten Rebsorte

Muscaris wurde so gezüchtet, dass seine Weine an das warm-würzige, leicht süssliche und aromatisch-intensive Geschmacksprofil von Muskat oder Muskateller erinnern. Die neue Rebsorte ist eine Kreuzung der beliebten Traubensorten Solaris – eine pilzwiderstandsfähige Sorte (Piwi) – und Gelber Muskateller.

Piwi-Pflanzen verfügen über eine besonders starke Widerstandskraft gegen die häufigsten Rebkrankheiten Echter und Falscher Mehltau sowie Graufäule.

Bekannte robuste Rebsorten sind Johanniter, Solaris und Souvignier Gris (weiss), Divico und Cabernet Jura (rot).

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