Mentoring unterstützt Betriebe in Krisensituationen

Psychische Belastung, wirtschaftlicher Druck und soziale Isolation bringen einzelne Betriebe an ihre Grenzen. In der Romandie setzen Kantone auf Mentoring, um Betroffene zu entlasten.

Symbolbild: Austausch kann entlasten und bei Entscheidungen unterstützen. Frühzeitige Hilfe ist entscheidend.

Symbolbild: Austausch kann entlasten und bei Entscheidungen unterstützen. Frühzeitige Hilfe ist entscheidend.

(Bild: ChatGPT)

Publiziert am

Die Belastung in der Landwirtschaft kann existenzielle Ausmasse annehmen. Hohe Arbeitsbelastung, administrative Anforderungen und finanzielle Unsicherheiten führen laut einem Bericht des Westschweizer Fernsehens RTS dazu, dass einzelne Landwirtinnen und Landwirte psychisch stark unter Druck geraten. In solchen Situationen greifen zunehmend Mentoring-Angebote, die Unterstützung im Alltag und bei Entscheidungen bieten.

Ein Beispiel ist ein Landwirt aus dem Kanton Waadt, der seinen Betrieb allein führt und gleichzeitig mit gesundheitlichen und finanziellen Problemen konfrontiert ist. Wie er gegenüber RTS schildert, habe er erst Hilfe gesucht, als Schlafprobleme und anhaltender Druck zunahmen. Gespräche mit einem Mentor hätten ihm geholfen, die Situation einzuordnen und neue Perspektiven zu entwickeln.

Wenn die Belastung zu gross wird

Auch eine Betriebsleiterin aus derselben Region wandte sich nach einer Scheidung an ein Mentoring-Angebot. Sie führt einen Betrieb mit Milchkühen und Ackerbau, betreut zwei Kinder und arbeitet zusätzlich ausserhalb des Betriebs. Laut ihren Aussagen gegenüber RTS führten wirtschaftliche Schwierigkeiten und Fehlentscheide zu einer Überlastung. Die regelmässige Begleitung helfe ihr, betriebliche Abläufe zu überprüfen und schrittweise zu verbessern.

Die Unterstützung ist kostenlos und reicht von Gesprächen bis zu konkreten betrieblichen Fragestellungen.

Im Kanton Freiburg existiert ein solches Mentoring-System bereits seit 2019. Jährlich werden dort rund 30 Betriebe unterstützt, wie RTS berichtet. Das entsprechende Angebot im Kanton Waadt wurde vor zwei Jahren als Pilotprojekt von Prométerre und Caritas lanciert. Die Unterstützung reicht von Gesprächen bis zu konkreten betrieblichen Fragestellungen, etwa in der Betriebsführung oder bei sozialen Problemen.

Unterstützung wirkt, wird aber spät genutzt

Ein pensionierter Landwirt, der als Mentor tätig ist, stellt fest, dass einzelne Fälle «wirklich gravierend» seien. Viele Betroffene fühlten sich missverstanden und hätten Mühe, über ihre Situation zu sprechen. Auch Personen ohne landwirtschaftlichen Hintergrund engagieren sich als Mentoren und bringen vor allem Zeit und Verständnis ein.

Betroffene berichten, dass der Austausch entlastet und hilft, Entscheidungen vorzubereiten. Gleichzeitig zeigt sich, dass Unterstützung oft erst spät in Anspruch genommen wird. Laut den Aussagen der begleiteten Landwirte sei es entscheidend, frühzeitig Hilfe zu suchen.

sg

Agrar-Quiz: Mechanische Unkrautbekämpfung
Agrar-Quiz: Mechanische Unkrautbekämpfung

Testen Sie Ihr Wissen. Machen Sie mit am Agrar-Quiz der UFA-Revue. Die Fragen beziehen sich auf die Unkrautbekämpfung und Maschinen zur mechanischen Unkrautbekämpfung.

Zum Quiz

Meistgelesene Artikel