Noch braucht die Schweizer «Urmilch» Zeit

Migros-Tochter Elsa zeigt sich erfreut über die Entwicklung der Verkaufszahlen von A2-Milch, die vor etwa einem halben Jahr lanciert worden ist. Doch ob die «Urmilch» in der Schweiz jemals so bedeutend sein wird wie in Neuseeland und Australien, bleibt offen.

Aktuell ist die Aaremilch AG die einzige Produzentin von A2-Milch in der Schweiz. Verarbeitet wird die "Urmilch" bei der Migros-Tochter Elsa. (Produkteb...

Aktuell ist die Aaremilch AG die einzige Produzentin von A2-Milch in der Schweiz. Verarbeitet wird die "Urmilch" bei der Migros-Tochter Elsa. (Produktebild/Aaremilch AG)

(Aaremilch AG)

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Die Idee A2-Milch zu produzieren, entstand ursprünglich in Neuseeland. Dort und in Australien hat die A2 Milk Company bereits 2003/04 mit der Produktion dieser besonderen Milch begonnen. Und grossen Erfolg damit – in Australien hat die A2-Frischmilch einen Marktanteil von knapp 10 Prozent. Davon sind wir in der Schweiz noch weit entfernt. Erst vier Betriebe in der Schweiz haben vollumfänglich auf A2-Milchproduktion umgestellt. Einer davon ist der Betrieb von Beatrice Rufer, die in Deisswil BE gemeinsam mit ihrem Partner und ihrem Vater diesen Schritt gewagt hat.

Ein mutiger Schritt, weil erstens die Nachfrage in der Schweiz noch sehr gering ist und, weil zweitens die Studienlage zur besseren Verträglichkeit der A2-Milch noch immer unzulänglich ist. Wissenschaftlich ist bis heute nicht bewiesen, dass A2-Milch vom Menschen besser vertragen wird, A2-Produzenten müssen sich auf die Erfahrungsberichte der Konsumentinnen und Konsumenten verlassen. A2 bezieht sich dabei auf einen der beiden Milcheiweiss-Varianten, die bei heutigen Kühen vorkommen. Da A2 von unserem Körper anders verstoffwechselt wird als A1, soll erstere Variante besser verträglich sein.

Die Aaremilch AG hat für ein Pilotprojekt 13 Betriebe gesucht, die bereit wären, sich auf diese Abenteuer einzulassen. Beatrice Rufer war es. Doch seien die Kosten einer Umstellung – welche der Landwirt auf eigenes Risiko in Kauf nimmt – nicht zu unterschätzen, meint sie. So braucht es für die Übergangszeit einen zweiten Milchtank und auch die genetischen Untersuchungen des Nachwuchses im Stall auf A2 führen zu Mehrkosten. Zudem ist A2-Genetik bis jetzt nur beschränkt verfügbar. So entstehen Lücken im Stall und die Milchmenge, die an den Verarbeiter geliefert werden kann, sinkt.

Trotz all dieser Kosten kann sich die A2-Milchproduktion für die betreffenden Betriebe auf längere Sicht durchaus lohnen. Sie erhalten pro Kilogramm Milch eine zusätzliche Prämie von 15 Rappen. Getragen wird dies durch die Konsumenten, die für den Liter Milch beim Grossverteiler stolze 2.50 CHF bezahlen. Trotzdem wird die «Urmilch» gekauft. Der Absatz habe sich erfreulich entwickelt und liege sogar über den budgetierten Mengen, sagt Lukas Barth, Leiter Agrarpolitik beim Migros-Milchverarbeiter Elsa. Die Etablierung der A2-Milch brauche in der Schweiz einfach noch Zeit, wie andernorts auch. Eine Einschätzung, die sich durch einen Blick nach Down Under bestätigen lässt.

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Quelle: LID

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