Nutztiere

Ackerbohnen als alternative Eiweissquelle

Ackerbohnen sind im Biolandbau wertvolle Eiweisslieferanten für die Fütterung von Nutztieren. Auch dank ihren positiven Fruchtfolgewirkungen sind sie eine gefragte Kultur. In welchem Mass können sie als Ergänzung oder Alternative zu Bio-Soja dienen?

Die Ackerbohne Tiffany auf einem Versuchsfeld.

(Bild: UFA AG)

Publiziert am

Leiter UFA-Marketing

Der Anbau von Ackerbohnen wurde in der Schweiz innerhalb von zehn Jahren vervierfacht auf rund 1000 ha. Mit geringen Klimaansprüchen, als Eiweisslieferantin und weil die Ackerbohne als Leguminose mit ihren Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft binden kann, wertet sie jede Fruchtfolge auf. Insbesondere im Biolandbau, wo ab 2022 für Rindvieh nur noch Schweizer Futter eingesetzt werden darf, steigt die Bedeutung der Bohne für die Futterversorgung.

Nebst dem tieferen Nährstoffgehalt (Rohprotein, Aminosäurenmuster) limitieren aber Glucoside den Einsatz für Schweine und Geflügel. Durch Züchtung gibt es Sorten, bei denen der Gehalt der Glucoside Vicin und Convicin reduziert ist. In einem Projekt haben UFA-Samen, fenaco Getreide, Ölsaaten, Futtermittel, die LANDI BippGäuThal und UFA mit Biobauern der Region gezielt die neue Sorte «Tiffany» produziert und auf dem Versuchsbetrieb UFA-Bühl bei Mastgeflügel und Schweinen eingesetzt, um die Wirkung auf Leistung und Gesundheit zu prüfen.

Pouletmast

Es wurden verschiedene Mischfutter mit fünf bis zehn Prozent Ackerbohnen verglichen mit einem Standardfutter ohne Ackerbohnen. Es konnten im konventionellen Bereich vergleichbare Resultate erzielt werden, hingegen wurde es unter Bio-Bedingungen nicht getestet. Die Tiere der Versuchsvarianten mit fünf bis zehn Prozent Ackerbohnen erzielten sogar einen leicht höheren Tageszuwachs und brauchten etwas weniger Futter je kg Zuwachs als die Kontrollgruppe. Hingegen waren die Abgänge etwas höher, sowie die Einstreuqualität und Fussballengesundheit schlechter.

Ebenfalls war die Schlachtkörperqualität tendenziell schlechter. Die Futterkosten je Kilogramm Schlachtgewicht fielen trotz der höheren Futterpreise durch den Einsatz von Ackerbohnen für alle Varianten gleich aus und unterschieden sich nur marginal von der «Kontrolle».

Schweinemast

In der Schweinemast wurde der Einsatz von «Tiffany» im Austausch zu standardmässig eingesetzten Bio-Ackerbohnen, wie auch in einem maximalen Anteil von 30 Prozent in der Rezeptur eines Universalmastfutters für Bio-Schweine geprüft. Mast- und Schlachtleistungen ergaben wenig gesicherte Variantenunterschiede.

Weder die unterschiedlichen Sorten, noch der Anteil an Ackerbohnen hatten einen Einfluss auf die Futteraufnahme. Aufgrund der Ergebnisse können Bio-Ackerbohnen als ein Teilersatz zu übrigen Proteinquellen (Soja) bei Mastschweinen eingesetzt werden, was heute bereits üblich ist. Die Sorte scheint dabei keine Rolle zu spielen.

Rindvieh

Als Eiweissquelle im Bio-Rindviehfutter wird heute nach wie vor mehrheitlich Sojakuchen eingesetzt. Ab 2022 wird dies zu einer Herausforderung werden, da die inländisch produzierte Menge an Bio-Sojabohnen nicht ausreicht. Für die Rindviehfutter wird die Bedeutung der Ackerbohne steigen, da es nach Soja in Bezug auf den Rohproteingehalt der wichtigste Rohproteinträger ist.

Wiederkäuer haben verdauungstechnisch kein Problem mit Glucosiden. Es kann aber sein, dass die Schmackhaftigkeit aufgrund der Tannine beeinträchtigt ist. 

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