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Nutztiere

Eine interessante Lagerungsalternative

Vermehrt schwören Landwirte auf den Einsatz von Treber-Schlauchsilage. Das Silieren im Schlauch ist eine kostengünstige Alternative zu Hoch- oder Fahrsilos. Beliebt ist die Treber-Schlauchsilage vor allem wegen dem einfachen Handling und der hohen Flexibilität. In der Fütterung werden Treber als milchtreibend beschrieben, auch die stopfende Wirkung wird als positiv angesehen.

Lagerung auf einer Betonfläche

Lagerung auf einer Betonfläche.

(Bild: Monika Grossenbacher, Tobias Brantschen)

Publiziert am

Aktualisiert am

Produktverantwortliche Treber, fenaco Raufutter

Produktverantwortliche Treber, fenaco Raufutter

Frische Bier- und Malztreber sind je nach Umgebungstemperatur nur wenige Tage haltbar und müssen rasch verfüttert werden. Aus Transportkostengründen ist die Frischverfütterung vor allem in der Nähe von Produktionsstandorten (Calanda, Chur oder Wander AG, Neuenegg und andere) wirtschaftlich sinnvoll. Siloschläuche ermöglichen eine kostengünstige Lagerung mit maschineller Entnahme und haben nur eine kleine Anschnittfläche (fast kein Silierverlust). Die üblichen Silierregeln treffen auch auf Treber zu.

Einsatzbereich

Insbesondere im silierten Zustand sind Treber eine geeignete, alternative und günstige Eiweissquelle in energiereichen Rationen für Milchund Mastrinder. Hervorzuheben sind der hohe Anteil an pansenbeständigem Eiweiss und die positive Wirkung auf den Verdauungsprozess. Sie passen gut in maisanbauende Betriebe mit hoher tierischer Leistung und in Mischrationen. 

Vier Fragen

A| Wie sind Sie auf den Treberschlauch aufmerksam geworden? 

B| Welches sind Ihrer Meinung nach die Vorteile einer Treberschlauch-Silage? 

C| Gibt es auch Nachteile, wenn ja wie gehen Sie damit um? 

D| Aus welchen Gründen haben Sie sich für den Einsatz von Bier-und Malztreber in Ihrer Fütterung entschieden?

Bamert Anton 8856 Tuggen

28 ha Nutzfläche, 40 Milchkühe und Aufzucht, 400 000 l Milchertrag, Pferdepension

A| Durch Inserate in den Agrar-Zeitungen bin ich auf das Produkt gestossen. In der LANDI wurde ich über die Lieferbedingungen informiert.

B| Das Handling ist einfach, der Einsatz einer Silofräse ist nicht nötig. Das Produkt ist kompakt einsiliert und trocknet gut ab. Nach der Herstellung durch den Transporteur kann der Treber sofort verfüttert werden. Im Sommer, auch bei höheren Temperaturen, bleibt die Qualität dank der kleinen Anschnittfläche konstant.

C| Bei andauernder Kälte gefriert die Silage gerne, zirka 4 – 5 cm waren diesen Winter betroffen. Das gefrorene Futter trennen wir ab und lassen dieses im Stall auftauen. Probleme mit Krähen welche die Silofolie beschädigen, hatten wir zum Glück keine.

D| Herkömmliche Eiweissquellen waren zeitweise sehr teuer, aus diesem Grund haben wir uns nach einer preisgünstigeren Alternative umgeschaut. Treber ergänzen unsere anderen Futterkomponenten ideal. Treber haben auch eine stopfende Wirkung und lassen die Milchleistung positiv ansteigen.

Urfer Simon 3115 Gerzensee

Generationengemeinschaft, 30 ha Nutzfläche, Milchwirtschaft und Ackerbau, 40 Milchkühe und Aufzucht, 380 000 l Milchertrag

A| Durch Beratung in der LANDI.

B| Der Platz für den Siloschlauch kann frei gewählt werden. Die Ware muss nicht aus einem Hochsilo entnommen werden, sondern kann direkt mit dem Hoflader aufgeladen werden. Zuerst haben wir die Silage zirka zwei Wochen gären lassen. Wir haben aber auch die Erfahrung gemacht, dass es möglich ist direkt mit dem Verfüttern anzufangen.

C| Bei Kälte gefriert die Silage gerne, wir lassen das Futter dann zirka einen halben Tag im Stall auftauen. Im Sommer steigt der Aufwand der Futterentnahme an, da durch die höheren Temperaturen jeden Tag Futter gemischt werden muss, statt jeden zweiten Tag.

D| Der Einsatz von Treber ermöglicht es mir, weniger herkömmliche Eiweisskomponenten einzusetzen. Die stopfende Wirkung ist sehr positiv, auch haben unsere Tiere sehr wenig Probleme mit der Verdauung. Durch den Einsatz der Treber-Silage ist die Milchmenge angestiegen.

Merkpunkte

Bezug und Vertrieb von Bier-/Malztreber

Liefermöglichkeiten

  • zirka 20 t: mit Pumpfahrzeug (mit bis 20 m Schlauchlänge istfast jedes Silo erreichbar) 
  • zirka 20 t: mit Pumpfahrzeug (Siloschlauch) 
  • zirka 20 t: mit Anhängerzug (auf Anfrage mitKranablad) 
  • zirka 26 t: mit Kipp- oder Schubbodenfahrzeug (Gesamtgewichtzirka 40 t)

Qualitäten und Herkunft

  • zirka 20 % Trockensubstanz (TS): diverse Brauereien (z. B.Feldschlösschen, Eichhof) 
  • zirka 28 % TS: Brauerei Calanda in Chur  
  • zirka 30 % TS: Wander AG in Neuenegg (Malztreber)

Empfohlene Einsatzmengen

bis 8 kg/Kuh/Tag, bis 1.5 kg/100 kg Mischung in der Munimast.

Lagerung und Platzbedarf für Siloschlauch

Als Ablageplatz eignet sich jeder Ort, an dem eine saubere Futterentnahme möglich ist, z. B. Beton-, Schotter-, sowie Wiesenflächen mit einer befestigten Zufahrt. Wichtig ist, dass der Platz kein Gefälle aufweist. Der Schlauch wird zirka 2 m breit und zirka 20 – 22 m lang. Seitlich vom Siloschlauch muss genügend freier Platz vorhanden sein (mindestens 0.5 bis 1 m).

Günstigste Bezugstermine

Frühjahr und Frühsommer (direkt ab Produktion, solange Vorrat)

Produktalternativen

Auch erhältlich sind schon gefertigte Silosäcke (Malztreber) oder Rundballen gemischt mit Mais (50% Anteil) oder Luzerne (15% Anteil). Diese eignen sich bei einem geringeren Grundbedarf oder bei fehlendem Silo- oder Ablageplatz. Auch der Einsatz von Trockentreber, zum Beispiel in der Siloverbotszone, ist überprüfenswert.

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