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Nutztiere

Histomonadose – was hilft dem Geflügel?

Die beim Geflügel als Schwarzkopf bekannte Krankheit ist eine Infektionskrankheit, die durch Darmparasiten verursacht wird. Es gibt weder eine Impfung noch eine zugelassene medikamentöse Behandlung. Mit geeigneten Managementmassnahmen können jedoch wirtschaftliche Verluste minimiert werden.

Histomonadose – was hilft dem Geflügel?
(iStock)

Publiziert am

Gallivet SA

 

Die Histomonadose wird durch den Einzeller Histomonas meleagridis verursacht. Empfänglich sind vor allem Hühnervögel, insbesondere Truten. Immer häufiger tritt die Krankheit auch in Legehennenherden während oder kurz nach der Startphase auf. Die Symptome sind bei Legehennen weniger stark ausgeprägt als bei Truten.

Einzelliger Parasit mit komplexer Übertragung

Histomonas meleagridis ist ein winziger, einzelliger Parasit. Ausserhalb des Tieres kann er allein nicht überleben, da ihm Sauerstoff, Trockenheit und Extremtemperaturen schaden. Deshalb nutzt er Zwischenwirte zur Übertragung. Der wichtigste Zwischenwirt ist der Spulwurm Heterakis gallinarum, der in den Blinddärmen des Geflügels lebt. Die Histomonade gelangt in den Spulwurm, wird mit dessen Eiern über den Kot ausgeschieden und kann so weitere Tiere anstecken. Auch Regenwürmer spielen eine Rolle: Sie nehmen Spulwurmeier auf und wirken vor allem auf der Weide als Transportwirt der Infektion.

Symptomatik und Diagnose

Die klinischen Symptome sind bei Truten besonders stark ausgeprägt. In betroffenen Beständen kann die Mortalität bis zu 80% betragen. Bei den Legehennen sind die Hauptsymptome ein Rückgang der Legeleistung während oder direkt nach der Startphase sowie vermehrte Abgänge. In einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium kann durch einen zusätzlichen Befall der Leber deren Funktion beeinträchtigt werden. Häufig tritt die Histomonadose in Kombination mit E.-Coli-Infektionen auf. Die Diagnose kann anhand der klinischen Symptome sowie durch die Sektion verendeter Tiere gestellt werden. Die PCR-Diagnostik im Labor bestätigt die Verdachtsdiagnose abschliessend.

Biosicherheit

Da es weder eine Impfung noch Medikamente gegen Histomonadose gibt, muss die gesamte Aufmerksamkeit auf die betriebsspezifische Biosicherheit gelegt werden. Dabei spielt unter anderem das Weidemanagement eine grosse Rolle. Histomonaden überleben in Regenwürmern und Wurmeiern mehrere Jahre. Der Wintergarten, Schlechtwetterauslauf sowie die Weide können vorbeugend mit Branntkalk behandelt werden.

Prophylaxe bei neuen Herden

Eine gründliche Reinigung und Desinfektion des Stalles während der Leerzeit ist unumgänglich. Während des Umtriebes wird die regelmässige Kotuntersuchung auf Wurmeier empfohlen und bei erhöhtem Druck ist eine frühzeitige Entwurmung sinnvoll. Feuchte Einstreu sollte zudem regelmässig entfernt werden. Zusätzlich kann die Darmflora durch die gezielte Verabreichung von Probiotika unterstützt werden. Der regelmässige Einsatz von Oreganoöl, insbesondere über das Tränkewasser, hilft vorbeugend. Mit betriebsspezifischen Managementmassnahmen kann dem Parasiten der Kampf angesagt werden, um die Herde gut durch die Startphase zu bringen. 

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