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Nutztiere

Die Laktation verfolgen

Innerhalb einer Laktation durchläuft die Kuh verschiedene Phasen mit unterschiedlichen Ansprüchen an die Versorgung mit Nähr- und Mineralstoffen. Für eine gesunde und leistungsfähige Kuh muss je nach Phase auch der Stoffwechsel entsprechend unterstützt werden. Dabei gibt es einige Knackpunkte, welche zu beachten sind.

Die Milchkühe durchlaufen verschiedene Laktationsphasen mit unterschiedlichen Bedürfnissen.

Die Milchkühe durchlaufen verschiedene Laktationsphasen mit unterschiedlichen Bedürfnissen.

(Bild: Jonas Salzmann)

Publiziert am

Ressortleiter Marketing, UFA AG

Die neue Laktation startet am Tag der Abkalbung. Wer aber die Laktation nachhaltig positiv beeinflussen will, beachtet bereits im letzten Drittel der vorherigen Laktation einige Punkte. In dieser Phase kann die Körperkondition der Kuh noch beeinflusst werden. Kühe mit wenig Körperfettreserven müssen an Gewicht zulegen, weshalb die Energieversorgung hochgehalten werden soll. Die gezielte Energieversorgung kann als Investition in die nächste Laktation betrachtet werden, denn Kühe mit einem BCS unter 3 beim Galtstellen geben deutlich weniger Milch in der Folgelaktation. Haben Kühe bereits eine gute Körperkondition (BCS 3 bis 3,5), sollte diese mittels einer angepassten Proteinversorgung gehalten werden, damit die Kühe nicht verfetten.

Galtphase: Grösste Wirkung

Einen grossen Einfluss auf eine erfolgreiche Laktation hat die Galtphase. Die Galtzeit sollte, wenn immer möglich, in zwei Phasen eingeteilt werden. Die Far-off-Phase beinhaltet den Zeitraum vom Galtstellen bis drei Wochen vor dem Abkalben. Die Close-up-Phase beinhaltet die drei letzten Wochen bis zum Abkalben. Ein hoher TS-Verzehr ist die effektivste Massnahme, um Stoffwechselkrankheiten wie Ketose und Milchfieber vorzubeugen. In der Far-off-Phase werden 15 kg und in der Close-up-Phase je nach Ration zwischen 12 und 14 kg TS-Verzehr angestrebt.

Weiter muss die Mineralstoffversorgung bestmöglich gehandhabt werden. Entweder wird über die gesamte Galtphase eine Ration mit tiefen Kalziumgehalten (unter 4 g Ca / kg TS) verfüttert, oder die Ration wird in den letzten drei Wochen gezielt mit sauren Salzen angesäuert. Beide Methoden erzielen, dass die Kalziummobilisation aus den Knochen gefördert und Milchfieber vorgebeugt wird. Das Verhindern dieser Türöffner-Krankheit, die ab der dritten Laktation fast die Hälfte aller Kühe betrifft, trägt wesentlich zur erfolgreichen Laktation bei.

Ob die Galtphase erfolgreich war, zeigt sich unmittelbar nach dem Abkalben.

Achtsam bleiben

Ob die Galtphase erfolgreich war, zeigt sich unmittelbar nach dem Abkalben. Wenn die Geburt ohne oder nur mit leichter Geburtshilfe erfolgte, ein vitales Kalb bei der Kuh liegt, die Nachgeburt innerhalb von sechs bis zwölf Stunden abgeht, die Kolostrumqualität hoch ist und die Kuh viel frisst, wurde vieles richtig gemacht.

In den ersten 100 Tagen der Laktation (Startphase) müssen ebenfalls einige Stellschrauben betätigt werden. Bei zu hohen Ergänzungsfuttergaben direkt nach dem Abkalben, in Kombination mit einem geringeren Grundfutterverzehr in den ersten Wochen danach, steigt die Gefahr von Pansenazidose. Deshalb ist die Anfütterung vor dem Abkalben und die kontinuierliche Steigerung der Ergänzungsfütterung nach der Geburt wichtig, um ein stabiles Pansenmilieu zu fördern.

Der Gefahr von Pansenazidose wird auch entgegengewirkt, indem ein möglichst hoher TS-Verzehr in der Galtphase angestrebt wird. Spezifische Startphasenfutter mit einer hohen Nährstoffdichte liefern bereits mit einer tiefen Einsatzmenge die benötigte Energie. Wenn diese einen erhöhten Bypass-Anteil enthalten, entlastet das den Pansen zusätzlich.

Besamen ja, aber wann?

Eine optimale Laktation zeichnet sich auch durch eine gute Fruchtbarkeit aus. Hormonell ist die Kuh so gesteuert, dass erst bei einer gesunden Stoffwechsellage wieder eine Trächtigkeit möglich ist. Deshalb ist die Besamung ein weiterer Eckpunkt innerhalb der Laktation und wird durch die betriebsleitende Person gesteuert. Die Regel «ein Kalb pro Kuh und Jahr» ist heute je nach Leistungsniveau nicht mehr das Ziel. Datenauswertungen aus Deutschland zeigen, dass die höchste Anzahl an Laktationen bei einer Zwischenkalbezeit von 390 bis 420 Tagen erreicht wird. Allerdings sollte eine Kuh bereits früh nach der Abkalbung, das heisst nach rund 30 Tagen, wieder in einen Zyklus kommen.

Persistenz zahlt sich aus

Das lateinische Verb persistere, aus dem sich die Persistenz ableitet, bedeutet fortbestehen oder beharren. In Bezug auf die Laktationskurve steht die Persistenz somit für das Fortbestehen der Milchproduktion und sagt, wie schnell die Tagesmilchmenge innerhalb der Laktation zurückgeht. Während Mehrlaktierende den Milchpeak um den 60. Laktationstag erreichen, haben Erstlaktierende ihren Peak zwischen dem 80. und dem 100. Laktationstag. Somit sollte eine mehrlaktierende Kuh von der ersten zur zweiten Milchwägung die Milchleistung steigern und bis zur dritten Wägung halten.

Je tiefer die Persistenz einer Kuh, desto grösser sind die Herausforderungen. Eine (zu) hohe Milchleistung in den ersten Laktationswochen lässt das Risiko für Stoffwechselstörungen steigen, und eine zu tiefe Milchleistung im letzten Laktationsdrittel erhöht die Gefahr von Verfettung. Auf genetischer Ebene korreliert die Persistenz leicht negativ mit der Milchleistung. Wird also auf eine hohe Milchleistung gezüchtet, sinkt die Persistenz. Je besser die Persistenz ist, desto grösser ist auch der wirtschaftliche Erfolg. Bis zum 150. Laktationstag erzielt eine Kuh den Grossteil des Erlöses. Je besser die Persistenz, desto höher ist der wirtschaftliche Erfolg der Produktionsphase. 

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