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Nutztiere

Hilfe vom Tierarzt: Welche Bedeutung hat die Entwurmung in der Schweineproduktion?

In den meisten Schweinezucht- und Schweinemastbetrieben wird routinemässig entwurmt. Ist dies nötig? Und wie geht man dabei vor?

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Publiziert am

PigVets GmbH, Praxis für Schweinebestandesbetreuung

Die regelmässige Entwurmung der Schweine kostet Geld und ist mit zusätzlicher Arbeit verbunden. Der wirtschaftliche Schaden verwurmter Schweine besteht aber bei weitem nicht nur aus Leberkonfiskaten im Schlachthof. Schäden an der Darmschleimhaut, geringere Futterverwertung und reduzierte Masttageszunahmen können zu deutlichen Verlusten führen. Verwurmte Tiere sind anfälliger für andere Erkrankungen, da ihr Immunsystem stärker belastet ist.

Zwei häufige Parasiten

Unter den zahlreichen bei den Schweinen vorkommenden Darmparasiten werden in der Schweiz am häufigsten zwei nachgewiesen: Der Spulwurm (Ascaris suum), dessen Larven vom Darm auch durch die Leber (Entstehung von weissen Flecken, sogenannte «Milkspots») und weiter durch die Lunge wandern und dort Organschäden verursachen. Der Peitschenwurm (Trichuris suis) bleibt im Darm und richtet dort Schäden an der Schleimhaut an. Bei starkem Befall kann es zu Blutarmut, selten auch zu Todesfällen kommen.

Parasitenbelastung erkennen

Kotuntersuchungen liefern einen Anhaltspunkt über die aktuelle Parasitenbelastung im Bestand. Wurmeier werden aber nicht permanent ausgeschieden. Eine mehrmalige Untersuchung bringt mehr Sicherheit, ist aber aufwendig und zeigt nur die aktuelle Situation einer bestimmten Tiergruppe. Rückmeldungen vom Schlachthof über Leberkonfiskate sind vorsichtig zu interpretieren, oft wird nicht differenziert zwischen parasitär bedingten Läsionen und anderen Ursachen. Eine routinemässige Entwurmung ist oft einfacher und lohnt sich.

Wann entwurmen?

Die Behandlung ist sowohl über das Futter als auch über das Trinkwasser möglich. In der Schweiz stehen zwei verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung. Betriebsindividuell angepasste Entwurmungskonzepte haben sich bewährt. Einige wichtige Grundsätze sollten dabei beachtet werden: Eine Behandlung über fünf bis zehn Tage ist einer eintägigen Behandlung vorzuziehen, um nicht nur ausgewachsene Parasiten, sondern auch Larven abzutöten. Zuchtsauen werden optimalerweise zirka 14 Tage vor dem Umstallen in die Abferkelbucht entwurmt, damit keine Parasiteneier in den Abferkelstall eingeschleppt werden. Alternative Behandlungszeitpunkte, zum Beispiel im Deckzentrum, sind möglich. Eine gleichzeitige terminorientierte Behandlung des gesamten Bestandes zwei- bis dreimal jährlich kann betriebsindividuell oft besser ins Umtriebskonzept integriert werden. Mastschweine sollten bereits wenige Tage nach der Einstallung entwurmt werden. Bei Direktzuweisungen kann auch der Zuchtbetrieb die Mastjager entwurmen.

Gute Hygiene ist wichtig

Nicht zu vernachlässigen ist ein optimales Hygienemanagement, um den Parasitendruck möglichst tief zu halten. Dazu gehören allgemeingültige Massnahmen wie das Rein-Raus-Verfahren, konsequente Reinigung der Abteile nach jeder Belegung, Sauberhalten der Stallungen und das Waschen der Sauen vor dem Umstallen in die Abferkelbucht. Zur Desinfektion sollten Mittel mit dem Wirkstoff Kresol verwendet werden (siehe DVG-Liste). 

Haben Sie auch eine Frage an den Tierarzt oder die Tierärztin? 

Senden Sie uns eine E-Mail mit dem Betreff «Tiergesundheit» an: redaktion@ufarevue.ch

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