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Nutztiere

Fettlebersyndrom bei Legehennen

Das Fettlebersyndrom bei Legehennen tritt in Zusammenhang mit hoher Leistung ab Mitte des Legezyklus auf. Die prophylaktische Unterstützung eines effizienten Stoffwechsels und einer normalen Leberfunktion hilft, einer Hepatischen Lipidose vorzubeugen.

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(Bild: Peter Röthlisberger)

Publiziert am

Die Leber des Geflügels ist ein zentrales Stoffwechselorgan, welches zusammen mit der Gallenblase und der Bauchspeicheldrüse die zur Verdauung notwendigen Enzyme liefert. Hühner haben vergleichsweise eine relativ grosse Leber. Sie liegt grossflächig dem Brustbein und den Rippen auf und tritt beim Eröffnen des Bauchraumes als erstes Organ in Erscheinung.

Die Farbe der Leber ist beim Schlüpfen des Kükens gelb (Dotterpigment). Beim ausgewachsenen Tier zeigt die Leber eine rotbraune bis hellbraune Farbe sowie eine weiche Konsistenz.

Das Fettlebersyndrom

Das Fettlebersyndrom (Hepatische Lipidose) tritt bei Legehennen in Verbindung mit sehr hoher Legeleistung auf. Es kommt zu einem plötzlichen Legeleistungsrückgang. Die Tiere sind übergewichtig, zeigen blasse Kopfanhänge und gelegentlich Gelbsucht.

Es kann zu plötzlichen Todesfällen kommen. Die Hennen sind verfettet, die Lebern vergrössert, gelblich bis grünlich verfärbt und von brüchiger Konsistenz. Bei unmittelbar verstorbenen Tieren weist die Leber Risse auf und es finden sich grosse Blutgerinnsel auf der Leber und in der Bauchhöhle.

Ursache

Die Hepatische Lipidose wird ausgelöst durch eine positive Energiebilanz der Tiere. Betroffen sind zumeist leistungsfähige Legehennen ab Mitte bis Ende des Legezyklus. Die in der Leber angesammelten Triglyceride übersteigen bei den vom Fettlebersyndrom betroffenen Tieren häufig den physiologisch tolerierbaren Bereich. Die zahlreichen freien Fettsäuren sowie die durch den Überschuss an Energie daueraktivierte Fettsäuresynthese lassen Sauerstoffradikale entstehen, die das Lebergewebe schädigen. Risse in der Leberkapsel führen dann zu den charakteristischen Blutungen.

Prophylaxe

Durch den frühzeitigen Einsatz von Zusatzprodukten kann der Leberstoffwechsel stimuliert und der erhöhte Bedarf an lipotropen Faktoren (Substanzen, die indirekt oder direkt am Fettstoffwechsel beteiligt sind) in Belastungssituationen abgedeckt werden. Das eingesetzte Zusatzprodukt sollte Cholin, Betain und allenfalls L-Carnitin enthalten. Cholin verhindert die Verfettung der Leber. Stresssituationen und hohe Leistungsansprüche führen schnell zu einer Cholin-Unterversorgung, die wiederum in einer hepatischen Lipidose endet. Betain ist an der Synthese von Carnitin und Kreatin beteiligt und es schützt die Enzyme der Leberzellen. L-Carnitin fungiert als Transporter von aktivierten Fettsäuren und fördert die Verstoffwechselung kurz- und mittelkettiger Fettsäuren als auch die Energiegewinnung aus Kohlenhydraten.

Die prophylaktische Zugabe von geeigneten Zusatzprodukten kann über das Futter oder das Trinkwasser ab Legespitze verabreicht werden, unterstützt den Leber-Stoffwechsel der Legehennen und verhindert im optimalen Fall die Entstehung eines Fettlebersyndroms.

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