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Nutztiere

Effizient und ressourcenschonend füttern

Futterharnstoff ist nicht gleich Futterharnstoff. Zwischen den verschiedenen Produkten gibt es relativ grosse Unterschiede. Langsam wirkende Produkte sind in der Wiederkäuerfütterung sinnvoll, da die Verwertung effizienter ist und weniger Stickstoff ausgeschieden wird.

Futterharnstoff

Eine kontinuierliche Freisetzung des Stickstoffes ist beim Futterharnstoff entscheidend. 

(UFA-Revue)

Publiziert am

Aktualisiert am

UFA AG

Ressortleiter Rindvieh, UFA-Beratungsdienst

Damit Wiederkäuer Grundfutter effizient in Milch oder Fleisch umwandeln können, muss der Pansen gut gefüttert werden. Das heisst, die Pansenmikroben müssen jederzeit bedarfsgerecht mit Nährstoffen versorgt werden, um Höchstleistungen zu erbringen. Es gibt aber immer wieder Situationen, in denen im Grundfutter die vorhandenen Nährstoffe nicht optimal aufeinander abgestimmt sind und entsprechend ergänzt werden müssen. Beispielsweise haben Futterrationen mit viel schnell verfügbarem Zucker einen höheren Bedarf an schnell fermentierbarem Rohprotein (SFRP) im Pansen, damit die Mikroben die Energie verbrauchen können. Wird der Ausgleich nicht gemacht, drohen unnötige Verluste.

Kleine Menge, grosse Wirkung

Sucht man Produkte, welche ein hohes Ausgleichspotenzial in Bezug auf das schnelle Protein haben, sind dies vor allem Produkte wie Futterhefen, Mycoprotein oder Rapskuchen. All diese Rohkomponenten erhöhen aber den Rohproteingehalt der Ration, was nicht immer erwünscht ist oder andere Nachteile wie die Verfügbarkeit am Markt mit sich bringt. So landet man unweigerlich beim Futterharnstoff als ideale Form für schnelles Protein für die Mikroben. Diese sind in der Lage, den Futterharnstoff in Ammoniak umzuwandeln und daraus die vom Organismus benötigten Aminosäuren aufzubauen. Dieser Prozess ist sehr effizient. Futterharnstoff hat ein 25-fach höheres Ausgleichspotenzial als Rapskuchen, was die Einsatzmenge deutlich reduziert. Auf der anderen Seite hat Futterharnstoff den Nachteil, dass der Stickstoff bei Kontakt mit Feuchtigkeit sehr schnell freigesetzt wird und zur Verfügung steht. Dies wiederum überfordert die Mikroben, was dazu führt, dass nicht sämtlicher Stickstoff in Aminosäuren umgebaut wird. Die überschüssige Menge muss ausgeschieden werden. Dies geschieht via Milch (Harnstoffgehalt) oder über die Leber in den Urin.

Langsam verfügbar

Um die Belastung der Leber zu reduzieren und die Versorgung der Mikroben zu verbessern, ist es sinnvoll, Futterharnstoff in einer langsam verfügbaren Form anzubieten. Das heisst, dass der Harnstoff nicht schnell abgebaut wird, sondern kontinuierlich über eine längere Zeit zur Verfügung steht und die Mikroben ständig mit Stickstoff versorgt. Am Markt sind verschiedene slow-release Produkte erhältlich. Diese Produkte sind darauf ausgelegt, dass sie eine kontinuierliche Versorgung mit Stickstoff sicherstellen und so eine effiziente Verdauung der Grundration sichern. Gecoatete (ummantelte) Produkte verbessern die Versorgung auch in TMR-Rationen. Auch bei adlibitum Fütterung und kontinuierlicher Futteraufnahme wird der Stickstoff aus unbehandeltem Harnstoff sehr schnell freigesetzt und ungenügend verwertet.

Eine Nasenlänge voraus

Bei der Entwicklung von UFA-Nitrodigest, war von Anfang an klar, dass ein zusätzlicher Nutzen generiert werden soll. Meist fehlt es in maisbetonten Rationen an schnellem Protein. Hinzu kommt, dass Mais den Bedarf an Schwefel eher knapp deckt. Schwefel wird für den Aufbau von Methionin und Cystein benötigt. Methionin wiederum gilt als erstlimitierende Aminosäure bei der Milchkuh. Durch die Ergänzung des gecoateten Harnstoffes mit Schwefel sind die Mikroben in der Lage, auch die schwefelhaltigen Aminosäuren in genügender Form zu produzieren.

Grundration noch effizienter verwerten

Durch die Zulage von ätherischen Ölen bekommt das UFA-Nitrodigest seinen einzigartigen Geruch. Diese Öle dienen dazu, die Mikrobenpopulation zu optimieren und die Verluste an Energie zu reduzieren. Es steht mehr Propionsäure aus dem Grundfutter zu Verfügung, was die Energieversorgung verbessert. In der Leber wird aus der Propionsäure Glucose produziert. Diese wiederum dient der Produktion von Laktose. Dies führt zu einer höheren Milchleistung, oder weniger Körpermasseabbau zum Laktationsstart.

Praxisversuche über zwei Jahre zeigen, dass UFA-Nitrodigest die Futterration bei Bedarf sinnvoll und effizient ergänzt. Sichtbar konnte die Wirkung auf UHS-Betrieben gemacht werden, wo einfacher Futterharnstoff durch das gecoatete Produkt ersetzt wurde. Während dem Einsatz des gecoateten stieg der Milcheiweissgehalt deutlich an und der Milchharnstoffgehalt stabilisierte sich. Das heisst, das Protein wurde effizienter genutzt, da es für die Bildung von Milcheiweiss zur Verfügung stand und nicht über die Milch ausgeschieden wurde. Auch nach der Versuchsphase setzen die Betriebsleiter weiterhin auf das neue Produkt, da der Nutzen deutlich sichtbar ist

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UFA-Nitrodigest ist gecoatet und mit Schwefel versetzt.

(UFA AG)

Fazit

Harnstoff in geschützter und langsam verfügbarer Form ist in der Wiederkäuerfütterung ein Rohstoff, welcher Rationen mit einem Manko an schnellem Protein optimal und effizient ergänzt. Die Pansenmikroben sind in der Lage, aus dem Stickstoff die benötigten Proteine für den Organismus zu produzieren. Weitere Verbesserungen in der Ausnutzung der Grundration bringen Schwefel und ätherische Öle. 

UFA-Nitrodigest ist ein langsam verfügbarer Futterharnstoff mit diversem Zusatznutzen.

Vorteile:

  • Gecoateter Harnstoff ist langsamer löslich als Futter-Harnstoff. Den Pansenbakterien steht kontinuierlich Harnstoff zur Verfügung, um Protein aufzubauen.
  • Reduktion von Harnstoff in der Ration durch verbesserte Effizienz. 
  • Schwefel steht den Mikroorganismen zur Verfügung, um schwefelhaltige Aminosäuren zu bauen. Methionin ist bei der Fütterung von Hochleistungen wichtig. Maisbetonte Rationen sind schwefelarm. 
  • Ätherische Öle beeinflussen die Pansenflora positiv. Protozoen werden gehemmt, es steht mehr Energie für andere Mikroorganismen zur Verfügung. Effizientere Pansenfermentation. 
  • Enthält pansenstabile Energie zur Unterstützung der Energieversorgung.

Dosierung: 50 bis 200 g je Kuh und Tag.

Für eine optimale Wirkung der Pflanzenwirkstoffe mindestens 100 g je Kuh und Tag.

Einsatz:

Bei Bedarf an schnell fermentierbarem Rohprotein direkt in die TMR einmischen (anstelle von Futterharnstoff) oder an der Krippe verabreichen. Bis die volle Wirkung der ätherischen Öle eintritt, braucht es rund drei Wochen.

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