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Nutztiere

In die Nachzucht investieren

Die intensive Aufzucht der Nachzuchtkälber ist aktuell in aller Munde. Besonders die ersten sechs Lebensmonate sind von zentraler Bedeutung. In dieser Zeit wird der Grundstein für das Erstkalbealter, die Produktivität und die Lebensdauer der Kühe gelegt. Doch wie hängen diese drei Faktoren zusammen und wie können sie beeinflusst werden?

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Aktualisiert am

Rindviehspezialist, UFA AG

Metabolische Programmierung

Ein frühes Erstkalbealter hat viele verschiedene Vorteile – und nicht nur die deutlich tieferen Aufzuchtkosten. Diverse Studien haben eindrücklich aufgezeigt, dass Erstkalbinnen, die beim ersten Abkalben jünger als 25 Monate alt sind, höhere Einsatzleistungen erreichen als ihre älteren Pendants (Grafik). Aber nicht nur die Einsatzleistung der jungen Erstlaktierenden ist höher, sie verblieben auch länger in den Herden und leisteten die höchsten Lebensleistungen.

Verfettung verhindern

Doch weshalb ist dies so? Die heutige Genetik neigt dazu, mit zunehmendem Erstkalbealter zu verfetten. Dies kann beim Abkalben vermehrt zu Schwergeburten führen. Später, während der Laktation sind Stoffwechselprobleme (Ketose) und die damit verbundenen Fruchtbarkeitsprobleme vorprogrammiert. Solche Problemtiere verbleiben meist nicht lange in der Herde.

Die ersten Wochen entscheiden

Damit die frühreifen Rinder sich wie gewünscht entwickeln und mit 14 – 15 Monaten ein Gewicht von 380 – 420 kg erreichen, ist eine intensive Aufzuchtphase in den ersten sechs Lebensmonaten entscheidend. Bereits die Versorgung der Galtkühe hat einen Einfluss auf die Entwicklung des zukünftigen Aufzuchtkalbes. Ist die Versorgung mit Nährstoffen nicht sichergestellt, leidet die Kolostrumqualität und das Kalb ist nach der Geburt weniger vital. Nach der Geburt sind, neben einer guten Hygiene, auch die Kolostrumversorgung, ein intensives Tränkeregime und eine optimale Nährstoffversorgung entscheidend, damit die metabolische Programmierung optimal umgesetzt wird und das Kalb sich gut entwickelt. Verschiedene Studien haben aufgezeigt, dass eine intensive Tränke in den ersten Lebenswochen nicht nur zu höheren Tageszunahmen führt, sondern auch die Entwicklung des Eutergewebes verbessert, was wiederum zu höheren Einsatzleistungen führt.

Nachdem in den ersten sechs Monaten Tageszunahmen von 1000 g oder mehr erreicht werden sollten, muss anschliessend unbedingt die Intensität der Fütterung reduziert werden. Ein angestrebter Zielwert sollten rund 420 kg Lebendgewicht im 15. Altersmonat sein. Damit ist die körperliche Entwicklung bei der Besamung ausreichend fortgeschritten, damit ein Abkalbealter von 24 Monaten erreicht wird. Damit können die Aufzuchtkosten gesenkt und langlebige, produktive Kühe aufgezogen werden. 

AutorMario Schmid, Milchviehspezialist im UFA-Beratungsdienst, 9501 Wil www.ufa.ch

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