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Nutztiere

Arzneipflanzen gegen Hauterkrankungen

Traditionelle pflanzliche Hausmittelrezepte für Nutztiere drohten im Zuge der Entwicklung der modernen Medizin in Vergessenheit zu geraten. Antibiotikaresistenzen und zunehmendes Umweltbewusstsein lassen die Phytotherapie ein wahres Revival erleben. Arzneipflanzen geniessen zum Beispiel in der Behandlung von Hauterkrankungen eine besondere Wertschätzung.

Publiziert am

Product Manager Nutztiere Ufamed AG

Die Phytotherapie beschäftigt sich mit dem Einsatz von Arzneipflanzen zur Gesunderhaltung und Therapie von Krankheiten und Störungen des Befindens. Diese Pflanzen bestehen aus einem komplexen natürlichen Wirkstoffgemisch, setzen oftmals an verschiedenen Punkten im Organismus an und weisen meist ein breites Wirkungsspektrum auf.

Arzneipflanzen lassen sich bei Nutztieren, ähnlich wie beim Menschen, vorbeugend oder auch begleitend zur Therapie mit herkömmlichen synthetischen Arzneimitteln der klassischen Schulmedizin einsetzen. Nicht selten ermöglicht diese Kombination eine Dosisreduktion der klassischen Medikamente oder bei leichter Erkrankung sogar den gänzlichen Verzicht darauf. Da es für Personen ohne medizinische Ausbildung unter Umständen schwierig zu beurteilen ist, wann der Einsatz synthetischer Präparate aufgrund des Schweregrads der Erkrankung unverzichtbar ist, sollte immer der Rat eines Tierarztes hinzugezogen werden.

Eichenrinde, Ringelblumenblüten und Salbeiblätter stellen bewährte Phytotherapeutika dar, für welche praxistaugliche Rezepturen zur unterstützenden Behandlung von Hautproblemen im Nutztierbestand zur Verfügung stehen (siehe Kästen). Es gibt eine Vielzahl weiterer Arzneipflanzen, die für die Anwendung auf Haut und Wunden empfehlenswert und nicht minder wertvoll sind als die beispielhaft vorgestellten. Gerade im landwirtschaftlichen Bereich wird das Wissen um diese Heilpflanzen und solch traditionelle Arzneipflanzenrezepte häufig von einer Generation an die nächste weitergegeben. Durch das zunehmende Interesse an naturheilkundlicher Unterstützung der Gesundheit von Mensch und Tier sind in den vergangenen Jahren vermehrt qualitativ hochwertige Fachbücher zum Thema Phytotherapie erschienen. Darin finden sich viele traditionelle Rezepte und Anwendungsmöglichkeiten. Wem die Arzneipflanzen-Zubereitung zu aufwendig ist, kann auf fertige Produkte zurückgreifen, die zum Beispiel über den Tierarzt erhältlich sind.

Diese Produkte sind leicht zu dosieren und enthalten häufig Kombinationen von Arzneipflanzen oder deren Extrakte, die sich sinnvoll ergänzen und unter anderem bei schmerzhaften Erkrankungen oder Entzündungen, sowie bei Haut-, Atemwegsund Magen-Darm-Erkrankungen eingesetzt werden können. 

Eichenrinde (Quercus-Arten)

  • In der Pflanzenheilkunde findet vor allem die junge Rinde von ein bis drei Zentimeter dicken Ästen Verwendung, die auch als Spiegelrinde bezeichnet wird.
  • Die junge Rinde ist reich an Gerbstoffen, welche in Wasser gelöst die Haut und Schleimhaut verdichten können. Das Eindringen von Keimen wird auf diese Weise reduziert.
  • Die Eichenrinde wird aufgrund ihrer reizmildernden, entzündungshemmenden, blutstillenden, sekretionshemmenden und antimikrobiellen Eigenschaften seit Jahrhunderten in der Wundbehandlung geschätzt.

Eichenrindenabkochung bei Euter-Schenkel-Ekzem
Einen Esslöffel geschnittene Eichenrinde (erhältlich z. B. in der Apotheke) in einem Liter Wasser für 20 bis 30 Minuten kochen. Danach durch einen feinen Filter (z. B. einen Kaffeefilter) abseihen, da die verbliebenen Rindenstückchen sonst zwischen Euter und Schenkel reiben könnten. Das Ekzem die ersten Tage zweimal täglich, nach Besserung einmal täglich mit der abgekühlten Eichenrindenabkochung grosszügig besprühen oder mit sauberen Einmaltüchern auftragen. Einwirken lassen und dann mit einem sauberen Tuch trocken tupfen oder mit kalter Luft föhnen. Die Eichenrindenabkochung ist bis zu fünf Tage haltbar.

Blüten der Ringelblume (Calendula officinalis)

  • Findet traditionell bei vielen entzündlichen Haut- und Schleimhauterkrankungen Anwendung und gilt unter anderem als entzündungshemmend, antimikrobiell und wundheilungsfördernd.

Ringelblumenöl gegen rissige Zitzen und Liegeschwielen
Trockene, rissige und beanspruchte Haut oder gespannte Wundränder, Narben und Ekzeme von Tier und Mensch können leicht mit selbst hergestelltem Ringelblumenöl gepflegt werden. Zur Herstellung des Öls zupft man bei trockenem Wetter die Strahlenblüten der Ringelblumen (die Blütenblätter sollten nicht nass sein), füllt diese locker in ein Braunglas und gibt kalt gepresstes Olivenöl (verbleibende Haltbarkeit mindestens ein Jahr) dazu, bis die Blütenblätter bedeckt sind. Material und Farbe des Behältnisses sind wichtig, da Glas nicht mit den Inhaltsstoffen reagiert und Braunglas die empfindlichen Substanzen vor Licht schützt, welches den Zerfall beschleunigen würde. Das verschlossene Glas vier Wochen bei Raumtemperatur stehen lassen und mehrmals täglich bewegen, damit das Öl die heilkräftigen Substanzen gut aufnimmt. Danach das Ringelblumenöl durch ein Sieb in ein sauberes, verschliessbares Braunglasbehältnis abgiessen, ohne die Blütenblätter auszudrücken. Flasche mit dem Herstellungsdatum beschriften und maximal ein Jahr kühl und dunkel lagern. Das Ringelblumenöl wird ein- bis mehrmals täglich aufgetragen oder aufgesprüht.

Echter Salbei (Salvia officinalis)

  • Salbeiblätter haben in Verbindung mit Hauterkrankungen wichtige gesundheitsfördernde Eigenschaften. Dies sind unter anderem die Wirksamkeit gegen Bakterien und die Hemmung der Vermehrung oder des Wachstums von Pilzen und Viren. Salbei gilt als entzündungshemmend und blutstillend.

Salbeiaufguss zur Förderung der Wundheilung und gegen Hautpilz
Die Blätter des echten Salbeis in einem Topf mit kochendem Wasser übergiessen (Gewichtsverhältnis 1 : 10), mit einem Deckel zudecken, damit die ätherischen Öle nicht entweichen und zehn Minuten ziehen lassen. Anschliessend das Kondenswasser vom Deckel in den Tee zurückgiessen, Blätter abseihen und den abgekühlten Aufguss zwei Mal täglich auf die betroffenen Hautbereiche aufsprühen oder auftragen. Ist der Bereich rund um die Augen betroffen, den Salbeiaufguss mittels getränkter Einwegtücher vorsichtig auftragen. Der Salbeiaufguss muss täglich neu zubereitet werden.

Die Anwendung der aufgeführten Zubereitungen erfolgt auf eigene Verantwortung und ersetzt keinen Tierarztbesuch.

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