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Nutztiere

3 Fragen an Andreas Stämpfli

Der Leiter Milcheinkauf und Wehrwertprogramme von Aaremilch, Andreas Stämpfli, beantwortet drei Fragen der UFA-Revue zum Ressourcenprojekt Klimastar Milch.

"Das Ziel ist, die Ration möglichst optimal nach dem Bedarf der Kühe auszurichten": Andreas Stämpfli, Leiter Milcheinkauf und Mehrwertprogramme bei Aare...

"Das Ziel ist, die Ration möglichst optimal nach dem Bedarf der Kühe auszurichten": Andreas Stämpfli, Leiter Milcheinkauf und Mehrwertprogramme bei Aaremilch AG

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Aktualisiert am

Redaktorin, UFA-Revue

Gemeinsam mit Emmi, Nestlé, ZMP und AgroCleanTech startete Aaremilch das Ressourcenprojekt Klimastar Milch. Was ist an Ihrem Projekt besonders?

Unser Projekt will den Klimaschutz in der Milchwirtschaft fördern. Klimaschutz wird im Projekt Klimastar eingebettet in die allgemeine Mehrwertstrategie der raufutterbasierten Milchproduktion der Schweizer Milchwirtschaft und in die gesamtbetriebliche Nachhaltigkeit. Zudem ist die wirkungsorientierte Entschädigung der teilnehmenden Betriebe aufgrund der jährlichen Zielerreichung bei der Reduktion der Treibhausgase und der Nahrungsmittelkonkurrenz ein wichtiger neuer Ansatz. Mit der Flächenkonkurrenz wird zudem in einer ausgewählten Vertiefungsgruppe eine bisher nur auf politischer Ebene diskutierte Zielgrösse getestet. Das Projekt wird von der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL intensiv begleitet.

Wie werden die Betriebe für den Mehraufwand entschädigt?

Es gibt einerseits eine Entschädigung von 500 Franken pro Jahr für die Teilnahme an Datenerhebungsworkshops. Abhängig vom jährlich berechneten Zielerreichungsgrad erhält der Betrieb eine wirkungsorientierte Prämie bis maximal 5 Rappen pro Kilogramm vermarktete Milch und maximal 30 000 Franken pro Betrieb und Jahr. In den ersten zwei Jahren können die teilnehmenden Betriebe zudem nebst dem wirkungsorientierten Basismodul, das für alle obligatorisch ist, auch das freiwillige massnahmenorientierte Modul wählen und erhalten maximal 5500 Franken, wenn sie acht Massnahmen umsetzen. Beispielsweise wird bei der Massnahme «Futterration optimieren» in einem ersten Schritt die Ausgangslage des Betriebs mit einem einfachen Fütterungscheck analysiert. Das Ziel ist, die Ration möglichst optimal nach dem Bedarf der Kühe auszurichten. Damit soll entweder mit weniger Futter gleich viel Milch oder mit gleich viel Futter mehr Milch produziert werden. Dies verbessert im Vergleich zur Ausgangslage sowohl die Treibhausgasbilanz wie auch die Nahrungsmittelkonkurrenz.

Was passiert mit den Resultaten nach Projektende? Wie werden Betriebe, die nicht am Projekt dabei waren, profitieren?

Inwiefern sich die herausfordernden Zielsetzungen auf den Betrieben umsetzen lassen, ist auch ein Lernziel des Projekts. Wir wollen sicher nicht weniger Milch produzieren auf den Betrieben. Während des Projekts werden regelmässig Zwischenberichte und nach Beendigung der sechsjährigen Programmdauer ein Schlussbericht veröffentlicht. Diese stehen allen Interessierten zur Verfügung. Die im Programm eingesetzten Tools werden im Rahmen von Klimastar in der Praxis angewendet und verfeinert. Hier arbeiten wir auch mit den kantonalen Beratungsstellen zusammen. Zumindest Teile davon sollen auf breiterer Ebene zum Einsatz kommen. Die Erkenntnisse zu den erreichten Zielen, aber auch hinsichtlich Hürden, sollen die ganze Milchbranche in der Schweiz weiterbringen und ihre Mehrwertstrategie längerfristig zu untermauern helfen.

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